Schwaan : Und die Augen funkeln wieder

Verstanden sich richtig gut: Helene Schwerin, Petra Bomberg mit Otto, Herta Böhnke, Christa Kasper, Christina Elvert mit Willi, Elke Radtke mit Edgar und Renate Schreiber mit Anny (v.l.). Die Senioren bekamen Besuch vom Schwaaner Hundeverein.
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Verstanden sich richtig gut: Helene Schwerin, Petra Bomberg mit Otto, Herta Böhnke, Christa Kasper, Christina Elvert mit Willi, Elke Radtke mit Edgar und Renate Schreiber mit Anny (v.l.). Die Senioren bekamen Besuch vom Schwaaner Hundeverein.

Der Schwaaner Hundeverein besuchte die Senioren im Pflegeheim an der Beke und sorgte für so manche schöne Erinnerung

nnn.de von
02. September 2018, 21:00 Uhr

Hündchen Amy guckt zur Box. Daraus schallt nämlich Frauchens Stimme, die alles moderiert. Kurz darauf die Erkenntnis, Frauchen steht ja neben mir. Und zwar mitten im Sinnesgarten des Pflegeheims an der Beke in Schwaan. Frauchen ist Petra Spillmann. Sie und viele weitere Mitstreiter vom Schwaaner Hundeverein besuchten die Bewohner und sorgten für funkelnde Augen.

Keine perfekte Show

Nicht alles wollte gelingen. So wurden beispielsweise drei Frisbeescheiben links und drei rechts im Abstand von einem guten Meter platziert. In die Scheibe hinein kamen Leckerlis. Der Hund sollte nun auf Befehl von einer Seite des Gangs zur anderen zu Herrchen beziehungsweise Frauchen laufen. Eigentlich sollten die Leckerlis unbeachtet bleiben. Eigentlich... Denn so mancher Vierbeiner entschied sich dann doch erst für den Snack und danach für Herrchen.

Den Bewohnern des Pflegeheims war das vollkommen egal. Eine perfekte Show hatte niemand erwartet. Was misslang, trug eher zur Erheiterung bei. Beispielsweise auch, als ein Hund durch die Beine eines Kindes laufen sollte. Das Mädchen war aber so klein, dass der Hund es quasi aufbockte. Genau wie das Mädel – ihr ist nichts passiert – lachten die Senioren.

Nicht nur der Hundeverein schaut regelmäßig vorbei

Und genau darum sollte es auch gehen. Wie die beiden Therapeutinnen Kerstin Kleinfeldt und Dagmar Bahrdt erklären, haben viele der Bewohner früher selbst Hunde oder andere Tiere gehabt. Nun die Vierbeiner toben zu sehen, wecke schöne Erinnerungen an die Vergangenheit. Natürlich durften die Senioren die Hunde auch streicheln. Die Wahrnehmung des Fells, das bewirke etwas, sagt Kerstin Kleinfeldt. Bewohner, die sonst weder Mimik noch Gestik zeigen, bekommen ein Strahlen in den Augen, ergänzt Dagmar Bahrdt. Die momentan 92 Patienten (beziehungsweise die, die es wollen) haben häufig Kontakt zu Tieren. Regelmäßig kommt neben dem Schwaaner Hundeverein auch jemand vom Tierheim Schlage, auch eine Tiertherapeutin schaut häufiger vorbei.

Der Schwaaner Hundeverein kommt so gut wie jeden Sommer. „Wenn das Wetter und die Zeit mitspielen, sind wir immer hier“, so Petra Spillmann. Auf ihre Initiative hin ist das zur Tradition gewachsen. Anfangs, vor gut und gerne 15 Jahren, kam sie allein mit ihrem Golden Retriever ins Pflegeheim. „Ich habe mir gedacht, wenn ich alt bin und hier lebe, würde ich mich auch darüber freuen“, berichtet sie aus der Anfangszeit. Dann fragte sie, ob nicht mehr Mitglieder des Vereins kommen können. Und das war kein Problem. Damals gab es noch gar nicht so viele Mitglieder. Inzwischen sind es 114. „Wir sind der größte Hundeverein in ganz Mecklenburg-Vorpommern“, sagt Petra Spillmann stolz.

Viele der Mitglieder kamen nun mit ins Pflegeheim, darunter erfahrene Hund-Herrchen-Kombinationen, aber auch Neulinge. Für die Hunde sei das Stress, das dürfe man nicht vergessen, sagt Petra Spillmann. Vor allem die ungewohnte Umgebung trägt dazu bei, dass nicht alles gelingt. Aber: Wer nun Zuschauer ist (ob beim Brückenfest, beim Heringsmarkt oder bei sonstigen Auftritten in der Region), das ist den Hunden egal. Sie haben stets den Leckerli-Beutel fest im Blick.

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