Bernitt/Baumgarten : Zwei Kitas unter einem Dach

Die Kindertagesstätten in Bernitt und Baumgarten werden ab 2018 vom Amt Bützow-Land geführt. Der bauliche Zustand des Gebäudes in Bernitt ist kein guter. Deshalb soll ein Neubau entstehen.
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Die Kindertagesstätten in Bernitt und Baumgarten werden ab 2018 vom Amt Bützow-Land geführt. Der bauliche Zustand des Gebäudes in Bernitt ist kein guter. Deshalb soll ein Neubau entstehen.

Gemeinden und Amtsausschuss stimmten öffentlichen-rechtlichen Vertrag zum Trägerschaftswechsel auf das Amt zu

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28. Dezember 2017, 05:00 Uhr

Die Kindertagesstätten in Bernitt und Baumgarten sollen künftig vom Amt Bützow-Land verwaltet werden. Die Gemeindevertreter von Bernitt und Baumgarten stimmten jetzt dem öffentlich-rechtlichen Vertrag zu, ebenso der Amtsausschuss. Damit ist der Weg frei für die Neustrukturierung.

Diese geplante Übertragung der Bernitter Kita, aber auch der Baumgartener Kita „Apfelstübchen“ an das Amt Bützow-Land sorgte im Amtsausschuss aber noch einmal für Diskussionen. „Einen Vertrag abschließen, obwohl noch gar keine Erlaubnis da ist, geht das überhaupt?“, warf Friedemann Preuß, Bürgermeister von Klein Belitz, in die Runde. Er bezog sich darauf, dass der Landkreis den Trägerschaftswechsel noch nicht positiv beschieden hat, obwohl er bereits am 6. Oktober beantragt wurde. Ein Beschluss des Amtsausschusses stelle lediglich eine „Basis“ des ganzen dar, erklärte Frank Endjer aus der Verwaltung. „Wenn es keine Zustimmung zum Trägerschaftswechsel gibt, hat sich das sowieso erledigt.“

Warnows Bürgermeister Siegfried Hoffmann kritisierte, dass laut der getroffenen Vereinbarung auch Gemeinden an Kosten beteiligt werden, um deren eigene Kita es gar nicht geht. Warnow beispielsweise halte eine eigene Kita vor. Wenn jedoch ein Kind aus Warnow eine andere Kita, beispielsweise in Bernitt, besucht, müsse sich Warnow auch anteilig an Investitionskosten beteiligen. Hoffmann plädierte dafür, bei der Kita-Wahl der Eltern als Gemeinde Mitspracherecht zu haben. Dem wurde prompt ein Riegel vorgeschoben. „Die Eltern haben freie Kita-Wahl“, sagte Rowena Kiel von der Verwaltung. Bei Amtsschulen werde dieses System schon lange praktiziert.

Hoffmann plädierte dafür, untereinander zu klären, dass Kitas anderer Gemeinden nur Kinder der eigenen Gemeinde aufnehmen. In Absprache sollte Bernitt also sagen, dass es keine Kinder aus Warnow aufnimmt, wurde als Beispiel genannt. Es wurde darüber diskutiert, ob das überhaupt geht. Das geht nicht, wurde schließlich klargemacht. Zudem wies Christian Grüschow, der leitende Verwaltungsbeamte darauf hin, dass der Großteil der Kinder eine Kita in einer anderen Gemeinde besuchen, weil es in der eigenen Gemeinde keinen eigenen Kindergarten gibt.

Mit der Übertragung der Aufgaben an das Amt sollen die Gemeinden und die ehrenamtlichen Bürgermeister entlastet werden. Zugleich erhofft sich die Verwaltung auch Synergieeffekte. „Die Anforderungen an die Leiterin der Kindertagesstätte wird immer umfangreicher“, sagt zum Beispiel Bernitts Bürgermeisterin Birgit Czarschka. Der Verwaltungsaufwand und der Papierkram würden immer mehr Zeit in Anspruch nehmen. „Zeit, die für die eigentlichen Aufgaben weniger zur Verfügung steht“, so Birgit Czarschka. So werde eine zentrale Leiterin das Bindeglied zwischen den einzelnen Einrichtungen und dem Amt sein, die auch sämtliche organisatorische Aufgaben übernehmen würde. Dazu gehöre unter anderem die Personalplanung. Die könnte flexibler gestaltet werden. Oftmals gebe es Personalprobleme, auch aufgrund des Fachkräftemangels. Hinzu komme, dass sich die Einrichtungen dadurch bei einem kurzfristigen Personalausfall untereinander aushelfen könnten, sagt Czarschka.

Finanzielle Auswirkungen sehe sie für andere Gemeinden nicht. Die Kosten und die Elternbeiträge werden wie bisher auch zwischen dem örtlichen Träger und dem Kreis verhandelt. Dementsprechend fallen auch die Zuzahlungen der einzelnen Gemeinden aus, deren Kinder in diesen Kitas betreut werden. An diesem Prinzip ändere sich nichts, sagt Birgit Czarschka.

Das betrifft auch die Kosten für einen Neubau der Kita in Bernitt. Der ist nun beschlossene Sache. „Der Fördermittelantrag ist gestellt. Wir hoffen auf die Höchstförderung von 90 Prozent“, sagt Birgit Czarschka. Aber auch wenn die Unterstützung nicht ganz so hoch ausfallen sollte, werde gebaut. „Das ist notwendig.“ Die Bürgermeisterin hofft, dass das bis spätestens 2019 gelingt.

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