Flugschein am letzten Tag

Andreas Goerke bei der Landung
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Andreas Goerke bei der Landung

Die Saison für den Aeroklub Güstrow ist beendet. Sonnabend gingen die letzten Segelflieger und Motorsegler auf dem Flugplatz Bockhorst in die Luft und zogen ihre Runden. Eine Gaudi. Aber nicht für Andreas Goerke . Der Klueßer hatte die praktische Prüfung für den Segelflugschein zu bestehen.

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19. Oktober 2009, 01:57 Uhr

Güstrow | "Abfliegen" hieß es am Sonnabend bei den Segelfliegern des Aeroklubs Güstrow auf dem Flugplatz Bockhorst. Das ist der Begriff für das Saisonende der Freizeitpiloten. Mit dem Wettergott im Bunde zogen Segelflugzeuge und Motorsegler, aber auch Ultraleichtflugzeuge und ein Tragschrauber noch einmal ihre Runden. In ganz entspannter Atmosphäre genossen die Vereinsmitglieder den Tag bei einem Ziel-Lande-Wettbewerb. "Vorgegeben war, nach fünf bis zehn Minuten Rundflug in einem fünf mal zehn Meter großen Rechteck mit der Maschine aufzusetzen", erklärte Vereinsvorsitzender Axel Mühlenfeld.

Für ein Klubmitglied war der Nachmittag allerdings nicht so spaßig, sondern eher ernster. Der Klueßer Andreas Goerke startete dreimal mit einer "Bocian" für den praktischen Teil seiner Segelflugschein-Prüfung. Die Theorie mit acht Fächern, darunter Navigation, Verhalten in besonderen Fällen oder Aerodynamik, hatte er bereits in der Tasche. Sonnabend musste er praktisch beweisen, dass er das Theoretische beherrscht und ein Segelflugzeug sicher führen kann. Das war am Sonnabend wegen der Witterungsbedingungen noch etwas schwieriger. Axel Mühlenfeld: "Andreas musste nicht nur mit dem Flugzeug und der Prüfung fertig werden, sondern auch mit Seitenwind." Er meisterte aber alles. "Andreas hat alle Aufgaben ohne Beanstandungen erfüllt", attestierte Reinhard Zeese, Landesausbildungsleiter, dem 20-Jährigen. Das "Flieg wie immer!" von Zeese als es losging, war genau der Satz, an den sich Andreas Goerke hielt. Dem fiel nach dem "Bestanden!" ein großer Stein vom Herzen. Andreas Goerke trat mit 14 Jahren - das ist das Mindestalter, um im Verein Mitglied zu werden- in den Aeroklub ein, trat damit gleichzeitig in die Fußstapfen seines Vaters. Für Andreas Goerke ist das Fliegen ein "unglaubliches Gefühl". "Die Freiheit, allein oder zu zweit im Segelflugzeug über den Wolken zu sein, kann sich ein Bodenständiger gar nicht vorstellen", erklärt er den Grund, warum er Segelflieger wurde. Er sagt sogar, dass im Segelfliegen ein "Suchtpotenzial" steckt. Das wird er mit seinem Flugschein in der kommenden Saison ausleben.

Vereinsvorsitzender Axel Mühlenfeld freute sich ebenfalls, dass Andreas die Prüfung bestand. "Wir brauchen Nachwuchs. Jeden Sonnabend und Sonntag kann jeder ab 14 Jahren zu uns auf den Flugplatz Bockhorst kommen."

Gegenwärtig hat der Verein 32 aktive Mitglieder, insgesamt sind es 50. Zu dem Verein gehören außerdem die Modellflieger. Zum Bestand gehören ein Motorsegler, sieben Segelflugzeuge, davon drei Doppelsitzer, und drei private Ultraleichtflugzeuge, darunter ein Tragschrauber.

Für die Ultraleichtflugzeuge und den Tragschrauber ist die Saison allerdings noch nicht beendet. Jürgen Dargus, dem der Tragschrauber gehört, fliegt das ganze Jahr und bietet jederzeit einen Flug an. Das gilt auch für die Ultraleichtflugzeuge (Telefonnummern unter www.sport-in-guestrow.de/segelflug).

Axel Mühlenfeld: "Auch mit einem Segelflugzeug könnte man im Winter starten. Aber das Problem ist die fehlende Thermik." Die galt auch Sonnabend, so dass es nur für eine Flugplatz-Runde reichte.

Über den Winter kommen die Segelflugzeuge in die Werkstatt. "Jedes Flugzeug wird unter die Lupe genommen. Ein Prüfer nimmt sie ab, bevor wir im April wieder starten", so Axel Mühlenfeld.

Die Saison klang nach dem "Abfliegen" endgültig - zusammen mit den Partnern der Vereinsmitglieder - bei einem Lagerfeuer und am Grill aus. Ein Extra-Kasten Bier war aber auch dabei - von Andreas Goerke wegen seiner bestandenen Prüfung.

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