Geschlossene Schulen und Kitas : Lehrer bieten für Montag Notfallbetreuung in Nordwestmecklenburg an

Die Klassenzimmer bleiben leer.
Die Klassenzimmer bleiben leer.

Wegen Corona-Pandemie bleiben Schulen, Kitas und Horte ab Montag auch im Nordwestkreis geschlossen

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15. März 2020, 20:00 Uhr

Aufgrund der Corona-Pandemie bleiben ab Montag alle öffentlichen und privaten Schulen, Berufsschulen, Kindertagesstätten, Horte und Kindertagespflegestellen in Nordwestmecklenburg geschlossen. Dies hat der Landkreis am Sonnabend angeordnet. Die Regelung soll bis zum 20. April gelten. Auch die Hochschule in Wismar schließt bis zum 20. April.

„Übergangstag“ nur für Notfälle

Die Verwaltung in Wismar und Grevesmühlen setzt eine Allgemeinverfügung der Landesregierung um. Der 16. März gilt als „Übergangstag“: Montag sollen Eltern noch Zeit bekommen, zu prüfen, ob sie eine andere Betreuungsmöglichkeit finden. Der „Übergangstag“ solle aber nur in Notfällen genutzt werden.

„Wir sind uns bewusst, dass so umfangreiche Schließungen einen schweren Eingriff in das öffentliche Leben darstellen“, sagte Nordwestmecklenburgs Landrätin Kerstin Weiss (SPD). „Aber die Landesregierung, die Landräte und die Oberbürgermeister sind gemeinsam in einer Sondersitzung zu dem Schluss gekommen, dass es notwendig ist.“

Nach dem Inkrafttreten der Landesverfügung werde die Kreisverwaltung weiter „mit Hochdruck“ daran arbeiten, Lösungen für alle Problemlagen zu finden, die durch diese Einschränkungen entstehen. Weiter sagte die Landrätin: „Ein normaler Geschäftsbetrieb wird in vielen Branchen für die Zeit der Pandemie-Bekämpfung nur schwer möglich sein. Ich bin mir sicher, dass die Unternehmen im Landkreis ruhig und mit Umsicht, aber doch sehr verantwortungsbewusst die anstehenden Probleme lösen werden.“

Es gebe bereits angekündigte Hilfen vom Land oder Lockerungen zum Thema Kurzarbeitergeld. Weitere Unterstützung sei von Bundes- und Landesebene angekündigt. „Niemand sollte durch die Bekämpfung einer Pandemie, die uns alle betrifft, seine Arbeit verlieren oder in eine wirtschaftliche Notlage geraten“, so Weiss.

Nur für „besondere Berufsgruppen“

Laut Landkreis ist für „besondere Berufsgruppen“ und „in begründeten Ausnahmefällen“ eine Kinderbetreuung in den jeweiligen Einrichtungen vorgesehen. Das Notfall-Betreuungsangebot gelte für Kinder von Beschäftigten aus folgenden Berufsgruppen: Feuerwehr, einschließlich freiwillige Feuerwehren, Polizei, Strafvollzugsdienst, Rettungsdienst, medizinische Einrichtungen inklusive Apotheken, ambulante und stationäre Pflegedienste sowie stationäre Betreuungseinrichtungen, zum Beispiel für Hilfen zur Erziehung.

Zu dieser Gruppe sollen auch kommunale und Landesbehörden, Einrichtungen und kommunale und im Ausnahmefall auch private Unternehmen gehören, „soweit notwendig pflichtige Aufgaben und Aufgaben der Daseinsvorsorge, zum Beispiel Wasserversorgung, Abwasser- und Abfallentsorgung, öffentlicher Personennahverkehr, Energieversorgung, Telekommunikation und Lebensmitteleinzelhandel, zwingend wahrzunehmen sind“. Die Notfallbetreuung gelte für Kinder in Kindertageseinrichtungen und Tagespflege sowie für Schulkinder der Jahrgangstufen eins bis sechs, deren Eltern diesen genannten Berufsgruppen angehören und nur bei dringendem Bedarf. „Können andere Möglichkeiten der Betreuung gefunden werden, sind diese vorrangig zu nutzen“, so Kerstin Weiss.

Die Landesregierung hat am Sonnabend außerdem alle Veranstaltungen mit mehr als 50 Teilnehmern untersagt. In Alten- und Pflegeheimen sowie medizinischen Einrichtungen gibt es ein Besuchsverbot.

„Die angeordneten Maßnahmen sind weitreichend, dienen aber der Prävention und dem Schutz der Bevölkerung, um die Ausbreitung des Virus weitgehend einzudämmen“, betonte Landrätin Weiss.


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