Gadebusch/Marienbad : Reisegruppe nachts über Grenze gerettet

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Eigeninitiative des Busunternehmens Flaegel: Folie schützt die Busfahrer vor einer Ansteckungsfahr.
Eigeninitiative des Busunternehmens Flaegel: Folie schützt die Busfahrer vor einer Ansteckungsfahr.

Gadebuscher Busunternehmen Flaegel holt Gäste in Nacht- und Nebelaktion aus Tschechien zurück.

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24. März 2020, 11:00 Uhr

Es sollten zwei erholsame Wochen im tschechischen Kurort Marienbad werden. Mehr als 40 Reisende aus Nordwestmecklenburg freuen sich auf die Fahrt mit dem Gadebuscher Busunternehmen Flaegel-Reisen. Auch dort ist zunächst alles in Ordnung. Doch nach und nach sickert die Information des Corona-Ausbruchs und von Grenzschließungen durch. Unsicherheit und Panik macht sich unter den Nordwestmecklenburgern breit, denn sie sollen erst in einigen Tagen wieder abgeholt werden. Das Busunternehmen reagiert blitzschnell, besorgen sich Gesundheitspässe und fahren los. In einer „Nacht- und Nebelaktion“ reisen sie nach Tschechien, laden die Gäste ein und fahren sofort wieder zurück nach Gadebusch.

Reiseverkehr vollständig eingebrochen

Mittlerweile ist es ruhig geworden im Betrieb, der Reiseverkehr ist zu 100 Prozent eingebrochen, der Gelegenheitsverkehr wie Taxis ebenfalls. Lediglich der Linienverkehr im Ferienmodus läuft noch. Zu wenig für die 18 Busse und Busfahrer des Unternehmens. Doch Juniorchef Lars Flaegel macht trotzdem Mut. „Wir haben frühzeitig alle Kosten so weit wie möglich heruntergefahren. Ich vermute, dass wir erst in vier bis sechs Monaten einen normalen Zahlungsfluss haben“, erklärt der 39-Jährige. Denn selbst, wenn die aktuellen Beschränkungsmaßnahmen aufgehoben werden, dauert es einige Wochen, bis nach der Rechnungslegung wieder Geld eingenommen werden könne, erzählt er. Dennoch will er von den derzeit angebotenen „Hilfskrediten“ der Bundesregierung nichts wissen. „Zurückzahlen müssen wir sie ja trotzdem. Und so wie ich mitbekommen habe, auch nicht zum Null-Tarif“, sagt Lars Flaegel.

Großes Lob für Angestellte

Dennoch macht er Mut, die Zeit zu überstehen und nicht wie viele Kleinunternehmer fürchten, bankrott zu gehen. „Es ist keine einfache Zeit, aber werden das gemeinsam packen. Zumal ich auch unsere Angestellten loben muss. Sie ziehen an einem Strang. Sie können genauso wenig für die Situation wie wir“, sagt der Unternehmer. Er hofft, dass ab Juni wieder Fahrten über die Landesgrenze hinaus möglich sind und das öffentliche Leben hochgefahren werden kann.

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