Gadebusch : Eltern vor Herausforderungen

Wo sollen die Schulkinder nun betreut werden?
Wo sollen die Schulkinder nun betreut werden?

Landkreis rät: Mütter und Väter sollten ihren Nachwuchs nicht zu älteren Menschen bringen

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16. März 2020, 05:00 Uhr

Nachdem der Landkreis Ludwigslust-Parchim und die Hansestadt Rostock vorgeprescht waren, hatten viele Eltern in Nordwestmecklenburg die Anordnung des Landes und des Landkreises erwartet. Die angeordnete Schließung der Schulen, Kitas, Horte und weiterer Kinderbetreuungseinrichtungen stellt die Mütter und Väter aber dennoch vor große Probleme.

„Ich stehe zwischen Baum und Borke. Die Eltern blicken einerseits sorgenvoll auf die kommenden Wochen und bangen um ihre Arbeitsplätze“, weiß Karina Glaser. Andererseits diene die Anordnung der Sicherheit und sei eine Möglichkeit, die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen oder zu verlangsamen. „Die Frage ist, wie lange sich das hinzieht. Bis Ostern ist eine ganz schön lange Zeit“, so die stellvertretende Elternratsvorsitzende der Heinrich-Heine-Schule in Gadebusch. „Das muss auch irgendwo kalkulierbar sein und besprochen werden.“

Für viele Eltern wird es laut Glaser nicht einfach, geeignete Betreuungsmöglichkeiten zu finden. Zumal der Landkreis bittet, Kinder nicht zu älteren Menschen, etwa den Großeltern, zu bringen. „Ältere Menschen sind bei einer Ansteckung einem erhöhten Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs ausgesetzt“, erklärte Landrätin Kerstin Weiss.

„Da ich noch zu Hause bin, trifft mich die Schließung der Schulen und Kitas nicht so hart“, sagt Steffi. Die 28-Jährige, die ihren Nachnamen nicht nennen will, kann sich zu Hause um ihre drei Kinder kümmern. Zwei gehen normalerweise in die Kita, ein Sohn besucht die Schule. „Er ist jedoch erkältet, sein Immunsystem ist geschwächt. Da hätte ich ihn sowieso weiter zu Hause betreut“, erklärt die junge Frau aus Gadebusch. „Eltern, die berufstätig sind, haben jetzt ganz andere Sorgen.“

Eine weitere Mutter aus der Münzstadt sagt: „Ich bringe mein drei Jahre altes Kind am Montag mit zur Arbeit. Danach werde ich wohl von zu Hause arbeiten oder Urlaub nehmen müssen.“ Zu den Großeltern will die Gadebuscherin ihren Nachwuchs nicht bringen. „Das Risiko ist zu groß. Da hätte ich Bauchschmerzen“, erklärt sie. Der Nordwestmecklenburger Frank Möller ist ratlos. „Bislang kann ich nicht sagen, wo meine Kinder in den nächsten Wochen betreut werden. Ich werde mich am Montag informieren“, so der 36-Jährige.

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