Kneese : Gemeinde vertagt Entscheidung über Zukunft der Feuerwehr

Die Gemeinde Kneese sucht nach Wegen ihre Feuerwehr zu erhalten.
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Die Gemeinde Kneese sucht nach Wegen ihre Feuerwehr zu erhalten.

Gemeindevertreter wollen die Jahreshauptversammlung der Feuerwehr am Sonntag abwarten

nnn.de von
08. Februar 2018, 04:45 Uhr

Das Schicksal der Freiwilligen Feuerwehr Kneese bleibt ungewiss. Die Gemeindevertreter haben eine Entscheidung, den Brandschutz der Feuerwehr in Roggendorf zu übertragen, vertagt. „Wir wollen jetzt die Jahreshauptversammlung unserer Feuerwehr am Sonntag abwarten und dann auf der nächsten Gemeindevertretersitzung entscheiden“, sagt Bürgermeister Hans-Jürgen Hoffmann, der als Wehrführer vor kurzem zurückgetreten ist.

Seit Monaten treibt das drohende Aus seiner Feuerwehr den Bürgermeister um. Kneese kämpft wie viele andere kleine Wehren mit sinkenden Mitgliederzahlen und kann daher die Einsatzbereitschaft nicht sicher gewährleistet. In Kneese haben sie sich deshalb in der Nachbarschaft umgehört, wer den Brandschutz in der Kommune übernehmen könnte.

Die Gemeinde Roggendorf hat ein Angebot gemacht und dort wartet man nun gespannt. „Wir stehen in den Startlöchern“, sagt Bürgermeister Rico Greger. „Der Vertrag liegt auf dem Tisch.“ Und der sei nicht schlecht. Roggendorf möchte von Kneese rund 5000 Euro pro Jahr für die Brandschutzvorsorge. Das seien rund 14 Euro pro Kopf pro Jahr, rechnet Greger vor. Die Gemeinde Roggendorf gebe mit 28 Euro pro Kopf doppelt so viel für den Brandschutz aus.

Darüber hinaus müsste sich Kneese auch an Investitionen der Roggendorfer Wehr beteiligen, beispielsweise bei der Anschaffung von Fahrzeugen.

Ums Geld gehe es ihm nicht, sagt Bürgermeister Hoffmann. „Wahrscheinlich würden wir als Gemeinde sogar noch ein Plus machen, wenn wir unsere Wehr zumachen.“ Jenseits des Geldes gehe in Kneese die Angst um, nie wieder eine Feuerwehr zu haben. Deshalb liefen in der Gemeinde Diskussionen, wie das verhindert werden kann, sagt der Bürgermeister.

Unterstützung kommt dabei vom Kreiswehrführer Torsten Gromm. „Ich warne davor, kleine Wehren zu schließen.“ Gromm macht eine Rechnung auf: Die durchschnittliche Ausrückezeit im Kreis liege bei sechs Minuten. Um dann die gesetzlich vorgeschriebene Hilfsfrist von zehn Minuten zu schaffen, bleiben der Feuerwehr noch vier Minuten, um am Brandort anzukommen. „Bis wohin soll man denn in dieser Zeit kommen?“, fragt sich Gromm. Doch die Kneeser mussten in den vergangenen Jahren nur zu wenigen Einsätzen ausrücken, sagt Bürgermeister Hoffmann. Sturmschäden oder Unfälle auf der Bundesstraße oder den Landesstraßen bestimmten das Einsatzgeschehen.

Ein Argument, das bei Kreiswehrführer Gromm nicht verfängt. Nur weil eine Wehr wenige Einsätze haben, dürfte sie nicht eingehen. „Bei einem kritischen Wohnungsbrand zählt jede Minute.“ Also sein Appell, das Gespräch vor Ort zu führen und nach Lösungen suchen.

Auch in Roggendorf ist angekommen, dass man in Kneese versucht, die Wehr am Leben zu erhalten, sagt Bürgermeister Greger. Sie wollten einfach mal abwarten. Der Vertrag habe kein Verfallsdatum.

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