Weihnachtsgeschenk für Wismar : Hansestadt hat ihr Schabbell zurück

Ungebändigte tierische Freude: Wismar hat sein Stadtgeschichtliches Museum zurück.
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Ungebändigte tierische Freude: Wismar hat sein Stadtgeschichtliches Museum zurück.

Nach siebenjähriger Sanierung freut sich ganz Wismart über die Neueröffnung des Stadtgeschichtlichen Museums.

nnn.de von
27. Dezember 2017, 04:45 Uhr

Was für ein Geschenk! Nach siebenjähriger 15 Millionen Euro teurer Sanierung bekommt Wismar sein Stadtgeschichtlichtes Museum zurück. Und was für eins. Den ersten Besuchern fehlten unmittelbar nach dem Rundgang die Worte. Größer, mit mehr Ausstellungsfläche, heller, schöner, moderner und glanzvoller als je zuvor. Bürgermeister Thomas Beyer strahlte: „Dies ist ein wirklich großartiges Weihnachtsgeschenk für unsere Stadt und alle, die in ihr leben und mit ihr verbunden sind. Wir haben damit die Schatzkammer unserer Stadt zurückbekommen.“

Es war ein langer und herausfordernder Bau, in dessen Verlauf auch viele Entdeckungen gemacht wurden. Besonders zu erwähnen sind eine Deckenmalerei sowie eine Wandmalerei und ein Renaissancefenster. Doch auch Kurioses gibt es zu berichten. Thomas Beyer: „Im Jahr 2013 endete eine Bohrung der Baufirma im Nachbargebäude in der Duschzelle der dortigen Mieterin. Es ist nicht überliefert, ob sie gerade unter der Dusche stand.“

Dabei beherbergt das neue Schabbel nicht nur die wichtigsten Ausstellungsstücke. Es ist viel mehr als nur Ausstellungsraum, sondern selbst Teil der Ausstellung. In 36 Räumen wird nun die etwa 800-jährige Geschichte Wismars widergespiegelt. Mit individuell gefertigten Präsentationsmöbeln, zahlreichen Mitmachstationen und Mitmachmöglichkeiten. Motto: Lebendig statt langweilig.

Schon im 16. Jahrhundert bildeten das Schabbellhaus und das daneben liegende Giebelhaus einen gemeinsamen Komplex. Das typisch hanseatische Kaufmannshaus mit seiner verputzten Fassade ist das ältere Gebäude. „Der Stadt zur Zierde und Ehre“ diene sein neues Brauhaus schreibt Heinrich Schabbell über sein Eckhaus, das er zwischen 1569 und 1570 errichten ließ. Schon in der Ausrichtung seines Hauses wird sein hoher, repräsentativer Anspruch deutlich: Das Haupthaus fügt sich nicht in die Reihe der Häuser mit dem Giebel zur Schweinsbrücke, sondern es ist gedreht und wendet seinen reich mit Sandsteinelementen geschmückten Giebel selbstbewusst der St. Nikolaikirche zu. Der als Wohnraum genutzte Seitenflügel erstreckt sich als eigenständiger Baukörper an der Frischen Grube entlang. Während der denkmalgerechten Sanierung wurden beide Häuser zu einem modernen Museumskomplex zusammengeführt. Auf 1200 Quadratmetern wird hier die facettenreiche Geschichte der Hansestadt Wismar präsentiert, erklärt und erlebbar gemacht.

„Mir hat einmal jemand gesagt, das s das Schlimmste, was man einem alten Haus antun könne, der Versuch sei, ein Museum hineinzubauen“, sagt Christian Fleischhack. Doch genau das hat der Bauleiter des Wismarer Architekturbüros Angelis & Partner mit seinem Team und den beteiligten Unternehmen eindrucksvoll widerlegt. Herzlichen Glückwunsch dafür! Und an alle andferen: Herzlich willkommen im Schabbel! – In der Schatzkammer der Hansestadt Wismar.

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