Giftköder in Gottesgabe : Hundehalter haben Angst um ihre Tiere

Auf diesem Zettel warnt die betroffene Familie andere Tierhalter vor Giftköder.
Foto:
1 von 1
Auf diesem Zettel warnt die betroffene Familie andere Tierhalter vor Giftköder.

Polizei ermittelt und hofft auf mögliche Hinweise

von
28. Dezember 2017, 05:00 Uhr

Nach der Warnung der Polizei vor ausgelegten Giftködern sind Tierhalter im Bereich Gottesgabe besorgt. Sie befürchten, dass auch ihre tierischen Lieblinge das gleiche Schicksal wie eine Hündin erleiden könnten. Diese hatte Vergiftungssymptome gezeigt und konnte von einer Tierärztin nicht mehr gerettet werden (SVZ berichtete).

Die betroffene Familie ist noch immer über diesen Verlust erschüttert. „Wir verstehen das nicht, das geht in unsere Köpfe nicht hinein“, sagte die Hundehalterin und kämpfte mit den Tränen. Für sie sei es wichtig, andere Tierhalter zu warnen. Aus diesem Grund brachte die Familie DIN A4 große Blätter in Rosenhagen an. Darauf ist unter anderem zu lesen: „Bittet achtet auf eure Hunde und Katzen, entweder wurden Giftköder mit Rattengift verteilt oder Rattengift gelegt. Informiert auch eure Nachbarn!“

Nach Angaben der Polizei sollen im Bereich Wittenförden/Grambow ein weiterer Hund sowie ein bis zwei Katzen auf ähnliche Weise verendet sein. Die Polizei hat eine Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz aufgenommen.

Sollte ein Täter ermittelt, angeklagt und verurteilt werden, könnte ihm eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren drohen. Möglich ist nach Angaben von Marius Tünte vom Deutschen Tierschutzbund auch eine Geldstrafe bis 25 000 Euro. So hinterhältig das Auslegen von Giftködern sei, so unterschiedlich könnten auch die Motive sein. „In manchen Fällen werden gar Nachbarschaftsstreitigkeiten auf dem Rücken der Tiere ausgetragen oder jemand fühlt sich von nicht nicht beseitigtem Hundekot belästigt“, sagt Tünte. In Einzelfällen würden sich auch Sadisten an dem Leid vergifteter Tiere erfreuen.

Erste Anzeichen für eine Vergiftung können bei Hunden Einblutungen in der weißen Augenhaut oder Blutbläschen am Zahnfleisch sein, sagt die Dalberger Tierärztin Henriette Otto. Auch Apathie, Atembeschwerden, blutiger Durchfall und blutiges Erbrechen können Indizien für eine Vergiftung sein. Klarheit könne eine Blutuntersuchung bringen. „Im Falle von Rattengift gibt es ein Gegenmittel“, so die Dalberger Veterinärmedizinerin.

Ihre Groß Brützer Kollegin Katrin Ringelmann rät Hundehaltern bei einem Verdachtsfall umgehend bei einem Veterinär vorstellig zu werden. „Abwarten ist das Schlimmste, was man machen kann. Je eher dem Hund geholfen werden kann, umso besser“, rät Ringelmann.  

Es ist nicht das erste Mal, dass im Amtsbereich Lützow-Lübstorf mutmaßliche Hundehasser unterwegs sind. So waren fast auf den Tag genau vor einem Jahr mit Reißzwecken gespickte Köder bei Klein und Groß Trebbow entdeckt worden. Die Empörung war groß – die Entschlossenheit auch. So vollzogen Dutzende Tierhalter damals den Schulterschluss gegen Hundehasser. Sie suchten ihre Dörfer und Wanderwege nochmals nach den Ködern ab, die zu einer tödlichen Gefahr für ihre Tiere hätten werden können.

              

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen