Carlow : Jungpflanzen in acht Beeten

Pflanzen, Stecken und Gießen mit Abstand: Leonie (6) arbeitet mit Manuela Prien-Zientkowski (l.), Christa Blischke (r.) und Felicitas Uhl im Schulgarten in Carlow.
Pflanzen, Stecken und Gießen mit Abstand: Leonie (6) arbeitet mit Manuela Prien-Zientkowski (l.), Christa Blischke (r.) und Felicitas Uhl im Schulgarten in Carlow.

Beim Projekt „Gemüse-Ackerdemie“ werkeln Kinder und Erwachsene im Carlower Schulgarten

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24. April 2020, 05:00 Uhr

Die Sonne wärmt, die Kirschbäume blühen: Der Frühling zeigt sich in diesen Tagen von seiner schönsten Seite. Dennoch ist die Freude getrübt. „Wir wollten eigentlich mit vielen Kindern Beete im Schulgarten bepflanzen“, sagte Manuela Prien-Zientkowski am Donnerstag in Carlow. Drei Gemüsegruppen waren geplant. „Leider macht uns Corona einen Strich durch die Rechnung. Nur die Kinder in der Notbetreuung können mitmachen. Das ist schade“, so die stellvertretende Leiterin der Carlower Grundschule beim Start in die Acker-Saison.

Im Schulgarten werkeln Leonie, die in wenigen Tagen sieben Jahre alt wird, die neunjährige Hedi sowie Finn und Lilly, beide sieben Jahre alt. Zuvor hatten die Ackerhelferinnen Felicitas Uhl und Annette Forthmann sowie Biogärtnerin und „Ackercoach“ Marie Runge acht von insgesamt zwölf Beeten vorbereitet, Erde gelockert und Wege gezogen. Beim Buddeln in der Erde, beim Pflanzen, Stecken der Zwiebeln und Gießen unterstützten Manuela Prien-Zientkowski, Christa Blischke und eine weitere Lehrerin.

Die Jungpflanzen, die Marie Runge in den vergangenen Wochen vorgezogen hatte, die Zwiebeln und das Saatgut stellte der Verein Eschenhof – Gemeinsam Gärtnern aus Groß Rünz für das in Carlow neue Projekt „Gemüse-Ackerdemie“ zur Verfügung. Mehr als 200 zukünftige Vitaminspender, darunter Rote und Gelbe Bete, Fenchel, Kohlrabi, Mangold, Kresse und Radieschen, landeten in der nährstoffreichen Erde. Dazu kamen mehrere Salat-Sorten, Knollen- und Stangen-Sellerie, Lauchzwiebeln und verschiedene Kartoffelsorten. „Neben der beliebten Möhre und der Zuckererbse konnte auch nicht so bekanntes Saatgut wie die Schwarzwurzel und die Pastinake ausgesät werden“, freute sich Barbara Nikolic, Koordinatorin des Vereins Ackerdemia und engagiert im Vorstand des Vereins Eschenhof – Gemeinsam Gärtnern.

Die Kinder hatten viel Spaß beim Ackern und erweiterten ihr Wissen. „Ich freue mich, dass die Pflanzen wachsen und wir bald leckeres und gesundes Gemüse essen können“, sagte Hedi. „Schmutzige Finger stören mich nicht.“

Felicitas Uhl dokumentierte die Arbeiten mit einer Kamera – für die Schüler, die bei der ersten „Gemüse-Ackerdemie“-Pflanzung nicht mitmachen konnten. Die gefilmten Szenen können sich die Kinder später anschauen. „So bekommen sie einen Einblick, was hier bereits passiert ist. Und sie bleiben mit ihrem Acker in Verbindung“, meinte Barbara Nikolic. Natürlich sollen die Videoclips auch Lust auf den nächsten Pflanztermin am 4. Juni im Carlower Schulgarten machen. Dann können vielleicht mehr Nachwuchsgärtner aus der Grundschule dabei sein.

Beim Projekt „Gemüse-Ackerdemie“ machen in diesem Jahr 33 Schulen und Kitas in Mecklenburg-Vorpommern mit. Als Lernorte haben sich auch die Regionale Schule mit Grundschule „Am Schweriner See“ Bad Kleinen und die Ostsee-Schule in Wismar angemeldet. Nicolic erwartet „spannende Gemüse-Erlebnisse und ein toller Ackerjahr“. Passend zu den Arbeiten im Freien stellt der Verein Ackerdemia mit dem Leitsatz „Ackern schafft Wissen“ Bildungsmaterialien für Schulen und Kitas zur Verfügung.

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