Kneese : Nase voll von Hektik der Großstadt

Von der Großstadt aufs Land: In Kneese betreibt Katharina Gatnar seit knapp einem Jahr eine Naturseifenmanufaktur.
Von der Großstadt aufs Land: In Kneese betreibt Katharina Gatnar seit knapp einem Jahr eine Naturseifenmanufaktur.

Katharina Gatnar betreibt in Kneese eine Naturseifenmanufaktur und beantwortet die zehn Fragen der SVZ

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09. September 2019, 05:00 Uhr

Von der Großstadt aufs Land: In Kneese betreibt Katharina Gatnar seit knapp einem Jahr eine Naturseifenmanufaktur. Heute beantwortet die 43-Jährige unserem Redakteur Holger Glaner die zehn Fragen der SVZ.


Aus der Großstadt in die Provinz – warum haben Sie sich für einen Neuanfang in Kneese entschieden?
Ich hatte die Nase voll vom Schmutz, Lärm und der Hektik der Großstadt. Meine ersten Lebensjahre verbrachte ich auf dem Bauernhof meiner Oma mit Hühnern, Schafen und einem großen Obstgarten. Diese Zeit hat mich wohl nachhaltig geprägt und deshalb hat mich die Umgebung hier sofort berührt.


Was vermissen Sie aus Ihrer alten Heimat am meisten?
Bis auf die kleinen Annehmlichkeiten des Alltags, wie den Bäcker um die Ecke oder den nahe gelegenen Wochenmarkt mit frischem Bio-Gemüse mit anschließendem Frühstück im kleinen Café, kaum etwas.

Wo haben Sie mittlerweile den für Sie schönsten Platz in Ihrer neuen Heimat entdeckt?
Mein schönster Platz ist mein Garten samt Ausblick ins Biosphärenreservat, wo ich gerade täglich niedliche Kuhkinder beobachten kann. Mein Garten ist noch recht wild. Gerade im Unperfekten und in der Entwicklung liegt das Besondere. Gewisse Heilpflanzen möchte ich biologisch anbauen für meine eigene Haus- und Duftapotheke. Die Natur mit ihren Bewohnern haben bereits jetzt ihren Raum bei mir, somit bleiben wertvolle Wildkräuter stehen und einiges alte Holz liegen. Mein Garten ist außerdem deshalb der schönste Platz für mich, weil ich hier total ungestört Sonnenauf- wie auch Sonnenuntergang und den sternenübersäten Nachthimmel beobachten kann. Und diese Ruhe. Das alles gibt mir das Gefühl von Verbundensein. Ich freue mich auf´s Entdecken weiterer Lieblingsplätze.


Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient und wofür haben Sie es ausgegeben?
Ich glaube, das war mit 15 bei einem mehrtägigen Fest der Kulturen in Ludwigsburg / Baden-Württemberg. Ein großer Gastrostand. Ich habe dort Leergut zurückgenommen und Geschirr von den Tischen abgeräumt. Was ich mir davon gekauft habe, weiß ich nicht mehr – kann nicht so bedeutend gewesen sein.


Wen würden Sie gern einmal in Ihrer Seifenmanufaktur als Kunden begrüßen?
Ich würde liebend gern mal mit Hannes Jänicke vegane Seifen sieden. Wer seine Prominenz so leidenschaftlich und engagiert für Tiere und Umwelt einsetzt, der ist ein großartiger Mensch. Außerdem hätte ich sehr gerne Sebastian Pufpaff am Seifentopf. Toller Comedian mit Biss, Charme und Mut, der aktuelle Themen unserer Zeit knackig vor Augen führt. Es fehlt noch eine starke Frau: Ursula von der Leyen. Mit ihr würde ich die umweltschonendste Seife rühren und sie fragen, wie ernst ihre Klimaziele sind und wie sie das dramatische Mercosur-Abkommen abwenden möchte? Für positive Vibes spielt Sting dazu ein privates Konzert in meinem Garten.

Womit verbringen Sie am liebsten Ihre Freizeit?
Die Natur hören, riechen, sehen, schmecken und fühlen. Neue Seifenkreationen ausprobieren. In historischen Romanen oder Heilpflanzenkunde-Büchern versinken. Vegetarisch indisch kochen und Obstkuchen backen, im nassen Gras barfuß gehen, meine Katze streicheln, Ostseewind schnuppern.

Was würden Sie gern können?
Nur einen Tag lang so viel Einfluss haben auf die Machthaber der Welt, dass sie ihre Gier vergessen und umdenken. Sofort würde ich die Brände im Regenwald stoppen und alle Länder verpflichten, in zeitgemäße Bildung zu investieren - für alle und absolut gleichberechtigt. Zu unwahrscheinlich?

Was stört Sie an anderen Menschen?
Intoleranz, fehlendes Mitgefühl gegenüber Menschen und Tieren, Respektlosigkeit, Umweltverschmutzung, Egoismus, eine Scheißegal-Einstellung.

Worüber haben Sie zuletzt so richtig herzhaft gelacht?
Sicherlich über meine Katze . Die bringt mich dauernd zum Lachen, denn sie muss zu allem ihren Senf dazu geben.

Seifenoper oder oder lieber „Tatort“?
Definitiv Tatort – der hat wenigstens mal ein Ende.

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