Stove : Über Italien nach Hawaii

 Steht vor einem seiner wichtigsten Wettkämpfe: Triathlet Christoph Keller aus Stove.
Steht vor einem seiner wichtigsten Wettkämpfe: Triathlet Christoph Keller aus Stove.

Christoph Keller will im Land der Römer einen Traum verwirklichen und beantwortet heute die zehn Fragen der SVZ

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16. September 2019, 12:00 Uhr

Vor einem seiner wichtigsten Wettkämpfe steht der aus Stove stammende Triathlet Christoph Keller. In Italien will er sich für eine Weltmeisterschaft auf Hawaii qualifizieren. Heute beantwortet der 30-Jährige unserem Redakteur Michael Schmidt die zehn Fragen der SVZ.

Sie wollen am kommenden Sonnabend bei einem Wettkampf in Italien das Ticket für die Ironman-Weltmeisterschaft 2020 auf Hawaii lösen. Wie schnell müssen Sie im Ziel sein?

Die Stärke der Konkurrenz ist zwar schwer abzuschätzen. Aber eine Zielzeit von 8:50:00 Stunden werde ich anvisieren müssen, um 3800 Meter Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und den Marathon von 42,195 Kilometern hinter mich zu bringen.

Wie bekommen Sie das aufwändige Training und Ihren Job unter einen Hut?

Zum einen habe ich an meiner beruflichen Wirkungsstätte, der Bundespolizeiakademie Lübeck alles, was man als Triathlet benötigt. Wir haben eine Schwimmhalle, Sportanlagen für die Leichtathletik und mehr als eine Hand voll Sportlehrer für die jeweiligen Bereiche. Neben der Infrastruktur habe ich einen Vorgesetzten, der mich stark fördert und mir viele Freiräume für das Training ermöglicht.

Einer der größten Faktoren für eine erfolgreiche Vorbereitung ist jedoch eine gute Betreuung.Ich habe das Glück, mit Marten Banczyk einen Freund an der Seite zu haben, der sich um alles kümmert. Im Grunde muss ich mich nur selbstständig anziehen, trainieren und duschen können, alles andere übernimmt er. Diese Unterstützung führt mit Glück soweit, dass er mich zur WM nach Hawaii begleitet, wo wir uns dann gemeinsam für diese schöne harte Zeit belohnen werden.

Was ist Ihre größte Motivation?

Meine Motivation ist das Feedback meiner Freunde, wenn sie sehen, wie viel Spaß ich bei einem Triathlon entwickeln kann.

Wie können Sportmuffel ihren „inneren Schweinhund“ besiegen?

Das gelingt nur, wenn sie ihre innere Einstellung zum Thema Sport ändern und den Wunsch der Veränderung auch wirklich wollen. Aber was ist schon ein Sportmuffel, jemand der keine Affinität zu sportlicher Betätigung hat?

Was haben Sie zuletzt Unvernünftiges getan?

In der Vorbereitung auf ein solches Event wie in Italien, macht man aus medizinischer Sicht täglich unvernünftige Dinge. Jedoch haben wir vor zwei Wochen nochmals eine sportärztliche Untersuchung durchführen lassen und uns die Freigabe für eine weitere Langdistanz eingeholt.

Woran denken Sie, wenn Sie beim Training kilometerlange Strecken zurücklegen?

Immer an das Ziel, derzeit denke ich aber auch an die Flamingos an der italienischen Radstrecke und die wunderschöne Stadt Cervia, in welcher ich laufen darf.

Gibt es für Sie überhaupt eine trainingsfreie Zeit?

Die trainingsfreie Zeit versuche ich stets mit Nichttriathleten beziehungsweise Sportmuffeln zu verbringen, um den Abstand zum Triathlon soweit es geht zu wahren. Alles andere würde mich kirre machen.

Was für Kosten kommen auf einen Triathleten zu, wenn er auf Hawaii starten will?

Schätzungsweise sind es 11 000 Euro, die wir in das Projekt stecken werden, den größten Teil deckt Frank Teuber aus Rehna ab. Seit meinem ersten Triathlon unterstützt er mich und lässt es sich nicht nehmen, mir auch bei dieser irrsinnigen Idee zu helfen. Des Weiteren haben die Dachdeckerei Paulsen, Digital Design und die Sparkasse eine Unterstützung zugesagt.

Wem würden Sie unbedingt eine Ansichtskarte von Hawaii schicken wollen?

Ich würde sie Andreas Walther schicken, von ihm habe ich mein erstes Triathlon-Rad und er steht mir Rat und Tat zur Seite. Er war mal ein Spitzentriathlet und führt heute als Schornsteinfeger seinen eigenen Betrieb. Neben seinem Beruf organisiert er die Glückstour der Schornsteinfeger. Im Rahmen dieser Tour werden Spendengelder an Einrichtungen verteilt, die sich mit der Heilung krebskranker Kinder beschäftigen.

Wem sollten wir die zehn Fragen der SVZ ebenfalls stellen?

Sie sollten ähnliche Fragen dem Ironman in Italien, dem Marten Banczyk, stellen. Es wäre interessant zu erfahren, wie nervig ich wirklich bin *smile*.

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