Kein Albino im Biosphärenreservat : Weißer Nandu stapft durch Schaalseelandschaft

<fettakgl>Er ist der Star unter seinen Geschwistern:</fettakgl> der weiße Nandu in der Schaalseeregion. Von vielen wurde er bereits gesichtet.
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Er ist der Star unter seinen Geschwistern: der weiße Nandu in der Schaalseeregion. Von vielen wurde er bereits gesichtet.

Er ist weiß und unendlich niedlich - ein kleiner, weißer Nandu. Seit zehn Jahren fühlen sich diese Laufvögel pudelwohl bei uns im Land. Konkret in der Schaalseeregion bei Thandorf, Schattin, Utecht und Schlagsdorf.

nnn.de von
10. August 2011, 10:12 Uhr

Schlagsdorf | Er ist weiß und unendlich niedlich - ein kleiner, weißer Nandu. Seit zehn Jahren fühlen sich diese ja eigentlich grau-braun gefiederten Laufvögel aus Südamerika pudelwohl bei uns im Land. Genauer gesagt in der Schaalseeregion bei Thandorf, Schattin, Utecht und Schlagsdorf.

Aus sieben Nandus, die 2001 aus einem Privatgehege bei Lübeck entflohen waren, sind inzwischen rund 90 geworden. In diesem Jahr gibt es mehr als 60 kleine Nandus. Der Star unter ihnen ist der kleine weiße Nandu. Dieter Riehn aus Schlagsdorf hat ihn gesehen, den ganz besonderen Nandu. Er ist Landwirt und kann sich nicht erklären, wie das passieren konnte. "Ja, das ist vielleicht eine Paarung mit einem Schwan und einer Nanduhenne. Und jetzt läuft das weiße Ding rum. Aber Ähnlichkeit hat er nicht mit dem Schwan, eher mit einem Nandu." Nein, sagt Matthias Hippke. Mit einem Schwan hat das nichts zu tun. Hippke ist Artenschutzexperte beim Biosphärenreservart Schaalsee und hat den kleinen Star auch schon gesehen. Schneeweiß ist er, hat gelbe Beine und himmelblaue Augen - also kein Albino mit roten Augen. "Das ist ein leuzistisches Tier. Das heißt, dieses Tier hat einen Gendefekt. Es kann keine Pigmente ausbilden. Auch die Haut ist hell."

Eigentlich war Hippke beruflich unterwegs, wollte Amphibien und Libellen an Kleingewässern kontrollieren, als er die Nandu-Familie entdeckte. Der kleine weiße Nandu, seine elf Geschwister und der Nandu-Vater stapften wie Hippke durch das hohe Gras. Aufgefallen ist vor allem der weiße Nandu - der farblich nicht so gut getarnt ist wie seine Artgenossen, aber dennoch gute Chancen hat zu überleben, sagt Hippke. Denn der kleine weiße Nandu ist schon rund 50 Zentimeter groß. "Mit zunehmender Größe werden sie natürlich auch schneller und wehrhafter und können dann auch Predatoren wie Füchsen undsoweiter entkommen."

So etwas habe er noch nie gesehen, sagt Jagdpächter Herrmann Kielhorn, in dessen Jagdrevier bei Lüdersdorf auch Nandus leben. Auch er gibt dem kleinen, weißen Nandu gute Überlebenschancen. Spätestens im Herbst sollen die Nandus in der Schaalseeregion wieder gezählt werden. Dann wird sich auch zeigen, ob der kleine weiße Nandu möglichen Feinden wie dem Fuchs oder Adler tatsächlich entkommen ist.

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