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Güstrower Anzeiger

24. November 2017 | 03:00 Uhr

Güstrow : Das Risiko der Dunkelheit

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Polizeihauptkommissar Lutz Schlösser erklärt die wichtigsten Verhaltensregeln, um den Schutz vor Einbrechern zu erhöhen.

Die Tage werden kürzer, es ist länger finster. Die dunkle Jahreszeit ruft immer wieder auch Einbrecher auf den Plan, die die Dunkelheit nutzen. Um es vorwegzunehmen: Die Einbruchzahlen in der Region Güstrow/Laage/Krakow rufen nicht unbedingt Panik hervor. Trotzdem ist für die Betroffenen natürlich jeder Einbruch einer zu viel. Doch man kann mit zum Teil wenig Aufwand viel gegen mögliche Einbrecher tun.

Wie Kristin Hartfil von der Polizeiinspektion Güstrow informiert, wurden in der vergangenen Dunkelzeitperiode – von September 2016 bis April 2017 – in der Region 128 Einbrüche polizeilich erfasst. Der örtliche Schwerpunkt ist mit 84 Fallzahlen eindeutig die Kreisstadt. Der Rest teilt sich unter den drei Ämtern etwa gleich auf. Die häufigsten Einbrüche (52) richten sich gegen Dienst- und Büroräume, Fabrik- und Lagerräume. 26-mal suchten Einbrecher Gärten heim und 23-mal Boden- und kellerräume. Wohnungen waren in dem Zeitraum in 18 Fällen Ziel von Einbrechern.

Generell seien die Einbruchszahlen 2016 bundesweit und in MV zurückgegangen, erklärt Polizeihauptkommissar Lutz Schlösser von der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle. Die sitzt in Rostock und ist für die Hansestadt und den Landkreis zuständig. Aber: „Die dunkle Jahreszeit bedeutet immer auch einen Anstieg“, so Schlösser. „Jetzt beginnt die Zeit, in der man verstärkt Acht geben muss.“

Auffällig in der aktuellen Entwicklung: Seit September in diesem Jahr hat die Polizei in der Region bereits 20 Garteneinbrüche, darunter allein 14 in der Barlachstadt, registriert. Aber auch aus dem Amtsbereich Laage-Land liegen schon vier Anzeigen wegen Garteneinbruchs vor.


Verhaltensregeln für jedermann

Doch man sich gut vor Einbruch schützen. Grundsätzlich könne in Verhalten und Mechanik unterteilt werden, erklärt Lutz Schlösser. „Einer der Gründe des hohen Niveaus der Einbruchszahlen in Deutschland und auch in MV ist, dass wir es den Einbrechern zu leicht machen.“ Der Hauptgrund dafür seien Fenster und Türen, die nicht auf dem neuesten Stand sind und keinen ausreichenden Schutz bieten.

Aber auch in den Verhaltensweisen, die jeder Einzelne tagtäglich beachten kann, herrsche „Luft nach oben“. Manchmal seien es bereits Kleinigkeiten, an die man gar nicht denkt, die aber Einbrechern in die Karten spielen können. Zum Beispiel teilten viele Menschen in sozialen Netzwerken mit, wenn sie verreisen. Oder sie sprechen auf den Anrufbeantworter, dass Sie im Urlaub sind. „Geben Sie keine Hinweise auf ihre Abwesenheit!“, mahnt Lutz Schlösser. Wer für längere Zeit weg ist, sollte durch Verwandte, Bekannte oder Nachbarn den Schein wahren lassen, dass die Wohnung beziehungsweise das Haus eben nicht leer steht. Der Polizeihauptkommissar nennt ganz einfache Beispiele: Den Briefkasten leeren, Rollläden, Vorhänge, Beleuchtung und so weiter unregelmäßig betätigen. Zudem sei es ratsam, Wertgegenstände nicht in den eigenen vier Wänden zu deponieren. „Bewahren Sie besonders Wichtiges oder Wertvolles (zum Beispiel Dokumente, Sparbücher, Sammlungen, Gold oder Schmuck), das Sie nur selten brauchen, bei Ihrem Geldinstitut im Schließfach auf“, erklärt Lutz Schlösser.


„Gekippte Fenster
sind offene Fenster“

Logisch und nachvollziehbar, aber aus Leichtsinnigkeit trotzdem oft vergessen ist auch der nächste Hinweis von Lutz Schlösser: „Wenn Sie das Haus verlassen – auch nur für kurze Zeit – unbedingt die Haus- beziehungsweise Wohnungstür abschließen. Verschließen Sie immer Fenster, Balkon- und Terrassentüren. Denken Sie daran: Gekippte Fenster sind offene Fenster. Und auch daran denken, dass das gleiche für obere Bereiche gilt, die durch Aufsteigehilfen (zum Beispiel Garagen- oder Carportdächer oder andere Anbauten sowie Leitern Gartenmöbel, Kisten usw.) zu erreichen sind.“ Zudem sollten nie Schlüssel draußen versteckt werden. „Einbrecher finden fast jedes Versteck“, weiß der Experte. Und wenn mal ein Schlüssel verloren geht, sollte der Schließzylinder gewechselt werden.

Zudem gilt es, stets ein wachsames Auge zu haben. „Achten Sie auf Fremde in Ihrer Wohnanlage oder auf dem Nachbargrundstück. Informieren Sie bei verdächtigen Beobachtungen sofort die Polizei“, sagt Lutz Schlösser. All diese Verhaltensregeln gelten für Eigentümer oder Mieter jeglicher Wohnart gleichermaßen.

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