Kirch Rosin : Der plattdeutsche Küchenchef

In der umfangreichen Bibliothek von Behrend Böckmann in seinem Haus in Kirch Rosin finden sich nicht nur plattdeutsche Bücher.
In der umfangreichen Bibliothek von Behrend Böckmann in seinem Haus in Kirch Rosin finden sich nicht nur plattdeutsche Bücher.

Zehn Fragen an – heute: Behrend Böckmann aus Kirch Rosin widmet sich intensiv der Pflege seiner plattdeutschen Muttersprache.

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07. Dezember 2019, 05:00 Uhr

„Plattsnacker“ – das ist Behrend Böckmann. Vor allem seit der 77-Jährige in Rente ist, widmet er sich intensiv der Pflege seiner plattdeutschen Muttersprache. In verschiedenen Anthologien ist er zu finden und hat selbst fünf plattdeutsche Titel auf den Büchermarkt gebracht. Immer wieder schreibt Böckmann zudem plattdeutsche Texte für die Schweriner Volkszeitung. Auch arbeitet der Kirch Rosiner in der Gruppe der „Güstrower Plattsnacker“ mit. Mit Behrend Böckmann sprach SVZ-Redakteur Jens Griesbach.

Wo ist ihr Lieblingsplatz?
Ich habe mehrere Lieblingsplätze: zum Ersten meinen Garten, denn ich wollte als Kleinkind Gärtner werden. Zum Zweiten meine Küche, denn ich bin als Hobbykoch auch der Küchenchef. Und zum Dritten als Schreiber plattdeutscher Texte und Reime den Arbeitsplatz am PC mit Blick in den Garten.

Womit haben Sie ihr erstes Geld verdient und wofür haben Sie es ausgegeben?
Das erste Geld verdiente ich mir mit der Pflege von zwei Morgen Zuckerrüben. Davon kaufte ich mir einen Plattenspieler und eine Eterna-Schallplatte mit Melodien aus dem „Vogelhändler“, weil meine Mutter die so gerne hören wollte.

Was würden Sie gerne können?
Ich habe als Erstklässler in der Christenlehre gelernt, wie man auf einer Blockflöte in C-Dur spielt. So spiele ich heute noch „Morgen kommt der Weihnachtsmann...“, aber wenn ich Klavier spielen könnte, dann würde das noch besser klingen.

Was stört Sie an anderen?
Heuchelei einheimischer Nestbeschmutzer und die Besserwisserei jener Westverwandten, die nie bei mir zu Besuch waren und doch ganz genau wissen, wie wir als graue Mäuschen in einer maroden Wirtschaft lebten.

Wer ist Ihr persönlicher Held?
Der kleine Prinz von Antoine de Excupérie. In diesem Märchen für Erwachsene erfährt man, warum das Wesentliche nicht mit den Augen zu erkennen ist, da man das Gute nur mit dem Herzen erkennt.

Mit welchem Lied verbinden Sie Ihre schönste Erinnerung?
Mit der Semmelknödelpolka von Lutz Jahoda,. Denn beim Tanzen der Polka habe ich meine Frau kennengelernt. Es hat gefunkt und hält bis heute.

Wen würden Sie gern einmal treffen?
Ich würde mich sehr gerne einmal mit Mireille Mathieu unterhalten, natürlich auf französisch. Und sie soll mir dabei „Je ne regrette rien“ so vorsingen, wie es einst Edith Piaf sang.

An welches Geschenk erinnern Sie sich noch gerne und von wem haben Sie es bekommen?
An einen Boubou aus feinstem weißen Stoff mit gelber Stickerei, den man mir in Guinea als Anerkennung für meine Arbeit und meine Beschäftigung mit der afrikanischen Kultur schenkte.

Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?
Ich möchte oder würde gerne erleben, dass ein von mir geschriebenes plattdeutsches Theaterstück vielleicht zu meinem 80. Geburtstag Premiere hat.

Wem sollten wir diese Fragen ebenfalls stellen und warum?
Meinem Mitstreiter Harry Jahr von der Chronikgruppe Mühl Rosin. Er verbringt nicht nur viele Stunden in Archiven, sondern unterstützt mich auch bei meinem Event „Platt inne Kark“.

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