Güstrow : „Kamt rin un snackt platt“

Schüler aus der fünften Klasse der kooperativen Gesamtschule Recknitz-Campus in Laage und ihre Lehrerin Dörte Blank trugen ein Lied von Klaus-Jürgen Schlettwein vor.  Fotos: Christian Menzel
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Schüler aus der fünften Klasse der kooperativen Gesamtschule Recknitz-Campus in Laage und ihre Lehrerin Dörte Blank trugen ein Lied von Klaus-Jürgen Schlettwein vor. Fotos: Christian Menzel

Knapp 90 Schüler aus sieben Schulen beim Regionalausscheid zum Landeswettbewerb Niederdeutsch in Güstrow.

nnn.de von
25. Februar 2018, 20:55 Uhr

„Kamt rin un snackt platt“, lautete am Sonnabend die Aufforderung im Foyer der Wossidloschule. Die Güstrower Schule war Austragungsort des Regionalausscheids für den 13. plattdeutschen Landeswettbewerb. Knapp 90 Schüler aus sieben Schulen waren nach Güstrow gekommen, um kleine Programme, Sketche, Lieder oder Riemels vorzustellen. Leider hatte die Grippe- und Erkältungswelle dafür gesorgt, dass einige Schüler absagen mussten, unter anderem eine Schule aus Kühlungsborn.

Die meisten Teilnehmer stellte die gastgebende Schule. Kerstin Lorenz, Lehrerin und Beraterin für Niederdeutsch im Staatlichen Schulamt Rostock, hatte den Ausscheid organisiert und führte durch das Programm. An der Schule wird in den Klassen fünf bis acht eine Stunde Platt angeboten, aber häufig fällt der Unterricht aus. Zum Wettbewerb hatten sich auch fünf Neuntklässler angemeldet, die Goethes Osterspaziergang in der niederdeutschen Übersetzung von Behrend Böckmann vorstellten. „Den Text haben sie in ihrer Freizeit eingeübt“, lobte Kerstin Lorenz.

Plattdeutsch im Rahmen der Ganztagsschule würde auch die Johann-Pogge-Schule Lalendorf gern anbieten. „Aber wir haben leider keine Lehrer, die diese Sprache unterrichten können“, bedauert Katrin Osterwald. Die stellvertretende Schulleiterin hatte eine Umfrage gestartet und tatsächlich drei Schüler gefunden, die beim Wettbewerb in Güstrow auftraten. Anders ist die Situation am Recknitz-Campus Laage. Die kooperative Gesamtschule gehört zu den sechs landesweiten Profilschulen Niederdeutsch, die im aktuellen Schuljahr gestartet sind.

Ziel ist es, an diesen Einrichtungen die Möglichkeit zu schaffen, auch das Abitur im Fach Niederdeutsch abzulegen. „Davon sind wir noch weit entfernt“, sagt Lehrerin Dörte Blank. Sie hatte Fünftklässler zum Wettbewerb mitgebracht, die ein Lied von Klaus-Jürgen Schlettwein und kurze Texte vortrugen. „Das Projekt Profilschule greift erst ab der siebenten Klasse. Wir haben damit aber schon auf freiwilliger Basis begonnen und die Resonanz, auch die der Eltern, macht uns Mut“, versicherte sie.

Mathias Hoffmann, Landesbeauftragter für Niederdeutsch, erklärte die Situation. „An den sechs Profilschulen besuchen 615 Schüler den plattdeutschen Unterricht. Das sind ein Drittel aller Siebtklässler dieser Schulen“, sagte er. Probleme gäbe es häufig, weil Niederdeutsch noch kein festes Kontingent habe. Bei den Lehrern entspanne sich die Situation allmählich. Sie werden an der Universität Greifswald als Kompetenzzentrum Niederdeutsch ausgebildet. Und ihre Chancen, einen Job zu bekommen, steigen. „Wer Niederdeutsch im Land unterrichten kann, wird bei gleichen Fähigkeiten bevorzugt eingestellt“, versicherte der Landesbeauftragte.

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