Güstrow : Vorerst letzte Baustelle im Dom

Pastor Christian Höser  ist froh, dass jetzt mit den Sanierungsarbeiten im Gewölbe am Westeingang des Domes begonnen werden konnte.
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Pastor Christian Höser ist froh, dass jetzt mit den Sanierungsarbeiten im Gewölbe am Westeingang des Domes begonnen werden konnte.

Baubeginn für Sanierung des Gewölbes und Neugestaltung des Eingangsbereiches an der Westseite des Güstrower Gotteshauses.

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05. Februar 2018, 21:00 Uhr

Christliche Kirchen erschließen sich von West nach Ost – im Westen steht der Turm und ist der Eingang, im Osten der Altar. Das soll künftig auch im Falle des Güstrower Domes so sein. Hier befindet sich der seit Jahrzehnten genutzte Eingang an der Südseite. Die Türen im Westen bleiben für gewöhnlich geschlossen. Das ändert sich jetzt. Die Gerüste sind aufgestellt und hinter den Planen wuseln die Handwerker.

„Mit der Sanierung des Gewölbes und der damit verbundenen Gestaltung des Eingangs können wir die Sanierung des Domes – vor 16 Jahren begonnen – abschließen“, sagt Pastor Christian Höser und fügt hinzu, dass man aber wüsste, dass an einem so großen Bauwerk immer etwas zu tun ist. Eigentlich wollte man mit diesem letzten Abschnitt schon im vergangenen Jahr begonnen haben, aber für die Sicherstellung der Finanzierung des Vorhabens habe man mehr Zeit benötigt, erklärt Höser. Schon im vergangenen Sommer waren die Pfeifen der Orgel, die sich unter dem Gewölbe befindet, ausgebaut worden. Immer wieder war Putz von den Wänden des Gewölbes in den Pfeifen gelandet. Einfacher ist es durch den zeitlichen Verzug nicht geworden, muss Pastor Höser gestehen. Die Baustelle zeigt sich gut eingehüllt. Das sei ein Staubschutz. Dahinter müsse aber auch ständig geheizt werden. „Das ist ein Balanceakt für die Orgel“, betont Höser. Temperaturschwankungen könnten sich negativ auf das Instrument auswirken. Ständige Messungen und tägliche Kontrollen sollen ein schnelles Reagieren ermöglichen.

Im September Festwoche für die Orgel

Im Gewölbe müssen Rissen geschlossen und es muss neu verputzt werden. Die neugotische Gestaltung mit dem Rankenwerk sei zu reinigen und zu festigen, berichtet der Pastor. In zwei Wochen, so denkt Höser, könnte mit den Arbeiten am Fußboden begonnen werden. Hier müssen z.B. Grabplatten aufgenommen werden. Auch soll eine Stufe verschwinden, damit Besucher barrierefrei in den Dom gelangen. Die beiden Holztüren aus der Zeit der großen Domrenovierung 1868/69 bleiben erhalten. Zusätzlich werden Glastüren und ein gläserner Windfang eingebaut. „Man öffnet dann beide Türen nach innen und kann durch das Glas bis zum Altar schauen“, erklärt Höser und ist selbst sehr gespannt auf diesen neuen Eindruck. Im Eingangsbereich werden auch der Empfang und ein Büchertisch Platz finden.

„Als letztes wird dann die Orgel gereinigt und die alte Fassung wieder hergestellt“, schaut Höser voraus. Auch der Orgelprospekt werde gereinigt. Pastor Christian Höser und Kantor Martin Ohse planen für September eine Festwoche für die Orgel, die dann 150 Jahre alt sein wird. Das von Friedrich Hermann Lütkemüller erbaute Instrument war im Zuge der neugotischen Domrenovierung 1968/69 in das Güstrower Gotteshaus gekommen. Zum „Abschluss“ der Domrenovierung soll es darüber hinaus im Oktober eine Festwoche geben.

Während die Gottesdienste im Winter ohnehin in der Winterkirche stattfinden, soll die Gottesdienstes zu Ostern trotz Baustelle im Dom gefeiert werden. Höser: „Wir wollen uns jetzt nicht unter Zeitdruck setzen. Dann muss eben vorher ordentlich sauber gemacht werden.“

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