Altlasten in Lübtheen : Alte Zapfsäulen verunsichern Einwohner

Alexander Wulf vor den vielen abgestellten Zapfsäulen in Lübtheen Ausbau.
Alexander Wulf vor den vielen abgestellten Zapfsäulen in Lübtheen Ausbau.

Unordnung in der Schulstraße, am Friedhof und einem Gelände außerhalb des Ortes: Hier lagern Tankstellen-Elemente. Anwohner befürchten Belastung für die Umwelt.

nnn.de von
08. Februar 2018, 08:00 Uhr

Die Lindenstadt hat eine Tankstelle, gleich am Ortseingang, wenn man aus Richtung Hagenow kommt. So weit so gut. Doch Zapfsäulen gibt es in der Stadt mindestens zehn mal so viele –  jedoch alle außer Betrieb. Das war auch auf der jüngsten Stadtvertretersitzung Thema, als die Ratsmitglieder kritisch hinterfragten, was denn nun mit dem „alten Schrott“ sei, der da auf einigen Flächen in der Stadt lagere. Alexander Wulf vom städtischen Ordnungsamt kommt in Erklärungsnot und verweist auf den Kreis, bei dem das Thema schon mehrfach auf dem Tisch lag. Nun gab es für die Pächter der Liegenschaften in Lübtheen Anhörungen – Ergebnis offen. SVZ jedoch befragte den Besitzer der Grundstücke, auf denen die Zapfsäulen lagern, nach Missständen.

So  gab es beispielsweise bei Alexander Wulf direkte Beschwerden von Anwohnern (Namen sind der Redaktion bekannt), dass es im Sommer derbe nach Betriebsstoffen rieche. Es bestünde die Angst, dass neben der Geruchsbelästigung, auch Öl und Benzin- oder Dieselreste in den Boden sickern.

Konfrontiert mit diesen Bedenken aus der Bevölkerung machte sich Grundstücksbesitzer Philipp Steinbeck jetzt auf den Weg in die Lindenstadt, um den Vorwürfen auf den Grund zu gehen. „Dem Mieter habe ich in der Schulstraße nahe gelegt mit seinem Minischrotthandel so zu verfahren, dass sich kein Nachbar mehr gestört fühlt. Ansonsten wird in den übrigen Stätten nur zwischengelagert. Alle Tanksäulen sind für den Weiter-Transport abgedichtet“, so Steinbeck. Und er geht noch einen Schritt weiter. „Die Schulstraße 12 wird in acht bis zwölf Wochen beräumt. Bei Kälte, Schnee und Eis macht sich das nicht gut, aber wir werden handeln.“

Direkt angesprochen auf mögliche Umweltbelastungen äußerte sich Steinbeck so: „Ein Gefährdungspotenzial konnte ich in der Schulstraße 12 Gott sei Dank nicht feststellen. Wohl aber unbefriedigende Unordnung. Der Mieter hat mir versprochen, hier nachzubessern.“

Einer, der vom Grundstücksbesitzer quasi angezählt wurde, ist Ralf Eisenhardt, der in Lübtheen die Flächen für Philipp Steinbeck verwaltet. Direkter Pächter ist er nicht. Wegen einer schweren Erkrankung hatte er zuletzt nicht alles umsetzen können, was geplant war. Aber auch Eisenhardt versichert, dass es durch Betriebsstoffe nie eine Gefährdung gegeben habe. Am 22. Februar solle es in Lübtheen sogar eine Begehung der Flächen geben, bei denen Stadt und Kreis sich vom ordnungsgemäßen Zustand überzeugen könnten. „Wir verstehen die Sorgen der Bürger, aber sie sind wirklich unberechtigt“, sagt Eisenhardt im SVZ-Gespräch.

Neben dem Lager in der Schulstraße soll auch die Lagerstätte am Friedhof noch in diesem Frühjahr komplett beräumt werden. Lediglich der Platz in Lübtheen Ausbau wird für Lagerung und Weitervertrieb auch künftig genutzt. „Alles ganz sauber“, wie der Verwalter versichert.

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