zur Navigation springen
Hagenower Kreisblatt

25. November 2017 | 01:17 Uhr

Zarrentin : „Amtsviehscheune“ muss weichen

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

2018 soll moderner Neubau an selber Stelle entstehen. Denkmalschutz begleitet Projekt, um mögliche historische Funde zu sichern

von
erstellt am 13.Sep.2017 | 21:00 Uhr

In grauer Vorzeit wurde das in die Jahre gekommene  Gemäuer gegenüber des trutzigen Klosters vom damaligen Amt, insbesondere dessen Vorstehers, als Viehhaus genutzt. Wie der Name schon sagt, sind  Nutztiere unter seinem Dach gehalten worden.   Denn Lebensmittel  gab es einst noch nicht an jeder Ecke zu kaufen. Heute ist das längst baufällige Gebäude nicht mehr nutzbar, diente bisher hauptsächlich als Unterstellmöglichkeit  für das Museum. Im Volksmund heißt es nur die Amtsviehscheune.

Gebäude ist leider nicht mehr zu halten „Das Haus ist leider  nicht mehr zu halten. Es muss abgerissen werden, weil es mittlerweile eine Gefahrenquelle darstellt. Das ist auch schon mit dem Denkmalschutz so abgesprochen“, sagt Zarrentins Bürgermeister Klaus Draeger auf SVZ-Nachfrage. An selber Stelle solle dann nach dem Abriss ein Neubau errichtet werden. Ein Architekturbüro aus Lübeck sei bereits beauftragt.

„Der Amtsausschuss hat den Abriss  beschlossen. Die so genannte Amtsviehscheune ist fast leergeräumt. Voraussichtlich noch in diesem Monat soll die Ausschreibung für den Abriss rausgehen“, erklärt Dirk Schiewer als Leiter des Amtes für Bau, Regionalentwicklung und Ordnungsangelegenheiten gegenüber unserer Redaktion. Zwei Förderanträge seien für das Gesamtprojekt bereits gestellt und auch bewilligt worden.

 „Wenn das Gebäude dann weg ist, will der Denkmalschutz  mögliche historische Funde sichern, also den Bau  begleiten. Damit wertvolle Zeitzeugen erhalten bleiben.“

Das alles bedeute jedoch einen nur schwer einschätzbaren Zeitfaktor. „Dennoch gehe ich davon aus, dass wir 2018 mit einem Neubau beginnen können. Das soll ganz was Modernes werden, mit Schieferplatten und Cortenstahl, einem wetterfesten Baustahl.“ Der werde in Deutschland sehr vielseitig und gern eingesetzt, beispielsweise für Brückenkonstruktionen, Fassaden oder Leitplanken. 

„Er wirkt auf den ersten Blick wie verrostet, denn auf der  Oberfläche bildet sich unter dem Einfluss der Witterung eine Sperrschicht, die das  Bauteil vor weiterer Korrosion schützt“, erläutert Schiewer die Besonderheit des Materials, das zum Einsatz kommen soll und sogar durchaus als ökologischer Baustoff klassifiziert werden kann. Denn er hat eine überdurchschnittlich lange Lebensdauer, braucht nicht lackiert zu werden und ist vollständig recyclebar.

„Dieses Projekt ist für uns als Amt wichtig, um den Verwaltungsstandort nachhaltig zu stärken. Denn schon jetzt stoßen wir mit den Raumkapazitäten an unsere Grenzen“, sagt Amtsvorsteher Marko Schilling, der über eine genaue Bausumme  nicht spekulieren möchte. Es solle aber ein energetisches Vorzeigeobjekt werden, bei dem der Neubau in den Energiefluss des Klostergebäudes eingebunden werde. Dadurch ergäbe sich eine effektivere Grundauslastung bei Heizung und Strom.

„Ich bin froh, dass an dieser Stelle jetzt endlich etwas passiert. Denn die Amtsviehscheune bietet ja nun wirklich keinen besonders schönen Anblick mehr“, betont Klaus Draeger. Er sei sich völlig sicher, dass das Neugeplante, das Alte würdevoll  ersetzen werde. „Da habe ich keine Sekunde lang  irgendwelche Zweifel“, so das Stadtoberhaupt abschließend gegenüber unserer Lokalredaktion.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen