Gammelin : „Ein großer Schritt nach vorne“

Applaus für das neue Feuerwehrfahrzeug: Aus der vernebelten Garage rollt der Wagen unter Musik ins Freie.
Applaus für das neue Feuerwehrfahrzeug: Aus der vernebelten Garage rollt der Wagen unter Musik ins Freie.

Freude in Gammelin: Bürgermeister übergibt offiziell neues Tragkraftspritzenfahrzeug an Freiwillige Feuerwehr

23-88568010_23-98788417_1529491692.JPG von
16. September 2019, 05:00 Uhr

Er bietet Platz für sechs Kameraden, fasst 1000 Liter Wasser, trägt rund 250 Meter Schlauch und ist offensichtlich der Stolz einer ganzen Gemeinde. Zumindest wurde der neue Einsatzwagen der Freiwilligen Feuerwehr Gammelin, mit dem offiziellen Namen Tragkraftspritzenfahrzeug, den Anwohnern am Wochenende in einer aufwendigen Inszenierung vorgestellt: Eine abgedunkelte Garage, passende Musik, Scheinwerfer im Nebel und schließlich der Wagen, der langsam aus der Garage rollt. Applaus! Und wohl auch Erleichterung bei den Kameraden. Endlich ist er da.

Ein neues Feuerwehrfahrzeug gibt es nämlich nicht im Handumdrehen, es ist ein langwieriges Verfahren. Das zeigt auch das Beispiel Gammelin, obwohl es hier im Vergleich zu anderen Gemeinde schon relativ zügig voran ging. Am 14. September 2017 hatten die Gemeindevertreter die „Auftragsvergabe der Ausschreibung eines Tragkraftspritzenfahrzeuges“ beschlossen. Das lässt sich anhand von Sitzungsprotokollen nachvollziehen. Der Zeitpunkt, der ersten Überlegungen ein neues Fahrzeug zu kaufen, muss also schon früher erfolgt sein. Wann, bleibt unklar, Wehrführer Andy Saumann, weiß es jedenfalls nicht, dafür sei er noch nicht lange genug im Amt. Nur so viel: „Irgendwann merkt man, das alte Fahrzeug kostet nur immer noch mehr Geld und man überlegt, ob es nicht Sinn macht ein neues zu kaufen. Ohne Fördermittel schafft es die Gemeinde allerdings nicht.“

Kosten von 145 000 Euro hatte die Verwaltung in ihrem Fördermittelantrag für ein neues Fahrzeug angegeben. Schließlich sagten Land und Landkreis Zuschüsse in Höhe von insgesamt 58 Prozent zu. „Der Rest ist der Eigenanteil der Gemeinde“, sagt Janine Holz vom Amt Hagenow-Land. Viel Geld für Gammelin, dem allerdings bei der Vorstellung des neuen Fahrzeugs, auf den Tag genau zwei Jahre nach dem Beschluss zur Auftragsvergabe, offenbar keiner nachtrauert. Im Gegenteil! Die Gemeinde feiert mit Musik, am Grill, mit Freunden und der Partnerwehr aus Schönefeld, die mit zehn Kameraden zur Vorstellung angereist war. „Wir sind immer wieder gerne in Gammelin. Hier ist die Dorfgemeinschaft noch intakt“, so Christian Nähring, Wehrführer aus Schönefeld.

„Natürlich wollen wir mit so einer großen Übergabe auch ein bisschen Werbung für die Feuerwehr machen“, verrät Andy Saumann. „Vielleicht bekommen wir ja noch ein paar Leute.“ Tagsüber sehe es in Gammelin mit der Einsatzbereitschaft nämlich mau aus, so wie in den umliegenden Dörfern auch. Die Feuerwehr der Gemeinde zähle insgesamt 37 Frauen und Männer, davon seien 18 aktive Mitglieder, berichtet der Wehrführer mit Sorge. Eine Erleichterung, wenigstens nicht mehr an das 29 Jahre alte Einsatzfahrzeug mit mürbem Getriebe denken zu müssen. „Für uns ist der Neue ein großer Schritt nach vorne.“

Ebenso sieht es Manfred Kebschull. „Es war einfach notwendig“, meint der Bürgermeister, der sich bei der Verwaltung und auch den Gemeindevertretern für die Arbeit und die „kluge Entscheidung“ bedankte.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen