Boizenburg : Ein Lichtblick in der Krise

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Viele Pläne hegt Sara Puchert zusammen mit allen Mitgliedern des Kino-Clubs Boizenburg, dessen neue Vorsitzende sie ist, für das Kulturschiff „Minna“.
Viele Pläne hegt Sara Puchert zusammen mit allen Mitgliedern des Kino-Clubs Boizenburg, dessen neue Vorsitzende sie ist, für das Kulturschiff „Minna“.

Boizenburgs kulturelle Szene ist weiterhin aktiv und hat viele neue Ideen

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26. März 2020, 17:45 Uhr

In Zeiten, da die Kultur nahezu zum Erliegen gekommen ist, mag die Meldung, dass sich die kulturelle Szene Boizenburgs in einem Umschwung befindet, etwas suspekt erscheinen. Sie drückt aber sogleich die Hoffnung oder gar die Gewissheit aus, dass das Leben auch nach Corona irgendwann weitergehen wird. Und was wäre dieses Leben dann ohne Kultur?

Diese Frage stellen sich unter anderem Alexander Schenk und Sara Puchert. Er ist seit 1. März der neue Verantwortliche für Kulturangelegenheiten der Stadt. Sie ist fast ebenso lange die neue 1. Vorsitzende des Boizenburger Kino-Clubs. Beiden ist gemein, dass sie mit ihrem Engagement für viel Freude bei allen verantwortlichen Stellen sorgten.

So sah es zum Beispiel zu Beginn des Jahres um die „offizielle“ städtische Kultur gar nicht gut aus. Die bisherige Kulturbeauftragte der Stadt, Petra Gheco, hat ihren Weggang angekündigt und mit einem Schlag stand das gesamte Jahresprogramm auf der Kippe. „Wir sind froh, schnell einen jungen Mann gefunden zu haben. So konnte diese wichtige Stelle wieder rasch besetzt werden“, verkündete deswegen auch Boizenburgs Bürgermeister Harald Jäschke auf eine der ersten Stadtvertretersitzungen des aktuellen Jahres.

Froh war auch Albert Koban, als er nach elf Jahren seinen Vorsitz des Kino-Clubs Boizenburg in jüngere Hände geben konnte. „Ich wurde nominiert“, erklärt Sara Puchert in einfachen Worten, wie sie an ihre neue Aufgabe gekommen ist.

Wahrscheinlich ist es ihr außerordentliches Engagement in allen Belangen, das die insgesamt 45 Mitglieder des Kino-Clubs dazu veranlasste, Sara Puchert vorzuschlagen. Seit 2019 ist die 33-Jährige erst in Boizenburg. Aus Köln kam sie an die Elbe. Und sie ist glücklich hier, wie sie betont. Das drückt sich indes auch darin aus, dass sie sich in diesem doch sehr kurzen Zeitraum schon sehr stark in das kulturelle Leben der Fliesenstadt eingebracht hat. Die Organisation der Aktion zum Weihnachtsmarkt, die fast alle Gewerbetreibenden der Königstraße mitgetragen haben ist dabei nur ein Beispiel.

„Die Minna, unser Kulturschiff, soll wieder mehr bespielt werden im Jahr 2020. Wir wollen hier ein soziokulturelles Zentrum entwickeln, mit dem sich alle Boizenburger identifizieren können“, verkündete Sara Puchert sogleich den Plan des Kino-Clubs.

Ende April sollte es dafür eine Saisoneröffnungsparty auf dem Schiff geben, dass nach einer langen Reise wieder im Boizenburger Hafen liegt und am 10. März vor 101 Jahren sogar in Boizenburg vom Stapel gelaufen ist. Diese Party liegt nun allerdings ebenso auf Eis, wie die Ideen von Tanzkaffee, Mitsing-Konzert, Kultur-Kneipe und Co. Das alles sollte nämlich zur Belebung der „Minna“ beitragen.

Verzagen wird der gesamte Kino-Club allerdings nicht über diese aktuelle Lage. Es wird weiter gedacht und organisiert. Schließlich wird der Tag der Tage, da die Kultur nach dem Corona-Shutdown wieder zum Leben erwacht, kommen.

Dieser Einstellung folgt auch Alexander Schenk. Er sitz ebenso an seinem Schreibtisch und bereitet schon unter anderem das Altstadtfest vor, wie er verrät. Denn auch er will vorbereitet sein, hegt doch nicht nur sein Leiter im Fachbereich Finanzen und Soziales, Jörn Pamperin, die Vermutung, das gerade die kulturellen Angebote nach überstandener Krise schier aufgesogen werden von der Bevölkerung.

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