Telefonversorgung in MV : Ein Netz aus Funklöchern

Jetzt sprechen unsere Leser: Wo Vodafone und Telekom mit Versorgungslücken kämpfen

nnn.de von
06. Februar 2018, 21:00 Uhr

Wenn Menschen im Zug wild die Arme verrenken, um ein bisschen Empfang zu suchen oder der Beifahrer das Handy im Auto voller Wut auf die Rückbank wirft, dann ist klar: das Mobilfunknetz streikt mal wieder. Vodafone und Telekom sprechen in besiedelten Regionen zwar von 99 Prozent Netzabdeckung, doch das führen die Leser der SVZ jetzt ad absurdum. Wo es in der Region um Hagenow überall hakt, kann ein einzelner Artikel gar nicht abbilden. So hoch war die Resonanz auf den SVZ-Aufruf: „Melden Sie uns Ihre Funklöcher“. So viele Leserbriefe, E-Mails und Facebook-Kommentare zeigen, dass die Versorgungslücken bei weitem keine Einzelfälle sind. Deshalb haben wir für Sie eine Auswahl aller Zuschriften zusammengestellt, die den Unmut über den eingeschränkten oder fehlenden Empfang für Mobilfunk zeigt.

Zum Ausdruck kommt häufig, dass gerade zum Arbeiten Mobilfunk nötig wäre und nicht nur das Privatvergnügen online quasi auf der Strecke bleibt. Doch damit nicht genug. Neben den vielen Standorten, die auf den Straßen vom Netz nicht abgedeckt werden, gibt es leider auch in vielen Dörfern und Städten schlechten oder gar keinen Empfang. Ein besonders vernichtendes Urteil fällt Elfi Grefe aus Karft. Sie und ihr Mann haben eine kleine Zimmervermietung und haben zwei Mobilfunkverträge: bei zwei Anbietern. „Bei beiden ist es das Gleiche: wenn wir zu Hause oder in der Zimmervermietung sind, erreicht uns kein Anruf auf den Mobiltelefonen, es klingelt noch nicht einmal. Nach sechs bis 48 Std. erhalten wir dann Infos über die Mobilboxen, dass da ein Anruf gewesen ist. Das Gleiche passiert mit SMS oder Mails, die erreichen uns häufig erst zwei Tage nach Versand oder dann, wenn wir unterwegs sind. Wir können von den Mobiltelefonen auch niemanden anrufen, so lange wir zu Hause sind, sondern nur über das Festnetz, was ziemlich ins Geld geht, wenn wir vom Festnetz Mobil-Nummern anrufen müssen. Das ist alles lästig, aber Abhilfe hat es trotz Beschwerden nicht gegeben.“

Bei all den Meldungen über Versorgungslücken erscheinen die Bekenntnisse der Mobilfunkanbieter mit ihrer „nahezu flächendeckenden Mobilfunk- und Outdoor-Versorgung von über 99 Prozent“ fragwürdig. „Wir sprechen von besiedelten Gebieten. Das ist entscheidend. Kühe zahlen ja auch keine Gebühren“, sagt Volker Petendorf, Pressesprecher von Vodafone. Denn auf Wiesen und in Wäldern könne die Abdeckung natürlich nicht garantiert werden. Auf SVZ-Nachfrage wolle sich das Unternehmen jetzt aber der Beschwerden aus den zahlreichen Ortschaften annehmen. „Unser Ziel ist es, zusätzlich 95 Prozent der Bahnlinien mit Netz zu versorgen. Allerdings muss die Bahn dann auch so genannte Repeater installieren, die den Empfang innerhalb des Zuges gewährleisten. In den kommenden 15 Monaten sind es zudem knapp 50 Baumaßnahmen, die unser Mobilfunknetz in der Fläche weiter verbessern sollen. Wir nehmen die Anfragen sehr ernst und freuen uns, dass Sie uns mit Ihrem Aufruf Unterstützung geben“, so Vodafone-Sprecher Petendorf im SVZ-Gespräch.

Weitere Leserstimmen

„Wir wohnen in Hagenow, in der Hagenstraße. Seit dem die Sendeanlage vom ehemaligen Landratsamt entfernt wurde, haben wir nur noch einen „Balken“ Empfang bei Vodafone.“
Ingo Brandt aus Hagenow

„Ich bin viel auf Deutschlands Straßen  oder mit der Bahn unterwegs. Ich denke, die Frage ist falsch formuliert: Wo sind Funklöcher. Sie müsste lauten: Wo ist Netz. Wenn ich als Beifahrer unterwegs bin, nutze ich die Zeit gern zum arbeiten. Häufig ist dazu eine Internetverbindung erforderlich. Ich denke, auf nahezu allen Landstraßen in MV außerhalb von Ortschaften gibt es keine Verbindung. Auf der Autobahn geht auch nichts, genauso im Zug, sobald man von HH/ SH die Landesgrenze nach MV passiert. Und dort, wo die Internetverbindung schlecht ist, ist auch das Telefonnetz schlecht oder bricht ab. Fazit: Es gibt noch viel zu tun in MV.“
Ulrike Grumpelt per Facebook

„Der Handy-Empfang bei uns in Setzin, Bergstraße 19 ist sowohl mit Vodafone, als auch mit Telekom sehr schlecht.“
Christian Baumgartner aus Setzin

„Selbst im Gewerbegebiet in Grabow ist man kaum erreichbar.“
Matthias Möller aus Grabow

„In 19260 Bennin ist kein Empfang im D2 Netz.“
Fred Hinzmann aus Bennin

„Wir wohnen in Perdöhl bei Wittenburg und haben  Probleme mit sämtlichen Netzen.  Hier gibt es ständig Störungen mit dem Verbindungsaufbau. Zudem ist das mobile Internet quasi gar nicht verfügbar. Es wird Zeit dass man auch angebotene Leistungen erhält!“
Martin Daumann aus Perdöhl

„Wenn man mal keinen Empfang mit dem Handy haben möchte, sollte man nach Alt Krenzlin fahren. Hier gibt es kein Handynetz, dafür aber  langsames Internet.“
Guido Meletzki aus Alt Krenzlin

„Ich arbeite zwischen Kuhstorf und Breesegard. Dort ist Funkstille. Nach Feierabend, auf dem Weg nach Hause, bekomme ich dann erst Nachrichten, dass jemand versucht hat, mich zu erreichen. Ich bin bei Vodafone.“
Peter Wisner, Breesegard

„Hallo. Wohne in Parum bei Dümmer. Habe Vodafonenetz und der Empfang ist sehr schlecht. Kann im Haus überhaupt nicht telefonieren. Ohne WLAN würde ich nicht ins Internet kommen.“
Jens Scholz aus Parum

„Ich muss etwa 50 Meter in Richtung Straße gehen, um überhaupt vernünftig telefonieren zu können. Der Handy-empfang im Haus ist ganz schlecht. Das nervt jeden Tag.“
Adelbert Rapske Jessenitz Dorf, KfL-Siedlung

„In Quassel ist es ständig schlecht. Und auf den Weg zur Arbeit über Pritzier,Setzin und Körchow nach Wittenburg auch ewig Funklöcher.“

Diana Bockholdt per Facebook

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