Hagenow : Familienauszeit in der Bekow

Hagenow möchte künftig die Bekow gezielt und sich selbst als familienfreundlich vermarkten.
Hagenow möchte künftig die Bekow gezielt und sich selbst als familienfreundlich vermarkten.

Die Stadt Hagenow möchte ihr Naherholungsgebiet aufwerten und neben dem Freibad zusätzliche Attraktionen aufbauen

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13. März 2020, 18:00 Uhr

Als eine Familienregion - so will sich die Stadt Hagenow künftig darstellen. Und damit dann auch bei den Gästen des geplanten „Wittenburg Village“ punkten. „In erster Linie sind die Vorhaben aber für die Hagenower selbst gedacht“, so Carsta Benzien (CDU), Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, Handwerk, Gewerbe und Tourismus, bei dessen Sitzung zuletzt über die Entwicklung der Bekow beraten wurde. In dem Landschaftsschutzgebiet sieht die Stadt offenbar großes Potenzial. „Für den Wirtschaftsförderausschuss war schon immer klar, dass die Bekow als Ganzes weiterentwickelt werden sollte. Ausgehend vom Parkplatz Teichstraße“, so Roland Masche, Wirtschaftsförderer der Stadt Hagenow. Dieser könnte beispielsweise mit Caravan-Stellplätzen aufgerüstet werden sowie einen zentralen Willkommensplatz für die Gäste erhalten, und zwar „dort, wo jetzt die Osterfeuer stattfinden.“

Über eine Entdeckerroute sollen die Gäste, aber auch Hagenower, dann entlang der Schmaar in die Bekow geleitet werden. „Wir sehen dafür zwei Zielgruppen. Erstens Familien, das ist die Hauptgruppe, und zweitens Genießer. Das meinen wir aber nicht nur gastronomisch, sondern auch in Bezug auf die Natur und Landschaft“, sagt Roland Masche.

Nun sei zu überlegen, welche Hauptattraktion neben dem vorhandenen Freibad in die Bekow gebracht würden. „Entscheidend ist, dass wir hier in der Bekow etwas haben, was man nicht jeden Tag in Wittenburg Village haben kann.“ Eine Idee seien Erlebnisstationen, so etwa ein Barfußpark oder ein Walderlebnisweg. Daneben hat der Ausschuss auch den Bau eines Walderlebnisspielplatzes mit Niedrigseilgarten im Blick. Laut Arbeitspapier sollte dieser ebenso wie das gesamte Naherholungsgebiet naturverträglich weiterentwickelt werden. Denn: „Naturnahe Erlebnisangebote stehen für qualitativ hochwertige Angebote in der Region und eine authentische Erlebnisqualität für Einheimische und Gäste.“

Dabei sei das Tourismuskonzept zunächst davon ausgegangen, dass die Maßnahmen schon im kommenden Jahr umgesetzt sein sollten. „Aus jetziger Sicht ist das unrealistisch. Wir brauchen ja aber auch erst fertig sein, wenn das Wittenburg Village fertig ist“, so Roland Masche. Deshalb müsse überlegt werden, ob das verfügbare Budget schon jetzt für den Bau ausgegeben oder noch ein Ideenwettbewerb ausgeschrieben werde.

Auf jeden Fall müsse die Forst mit ins Boot geholt werden, meint der Wirtschaftsförderer. Sie könnte für Bildungsangebote sorgen. Zudem sei eine weitere Idee, dass die Planer mit dem Thema „Langobarden“ spielen. Im Museum für Alltagskultur der Griesen Gegend sind Funde aus den langobardischen Fürstengräbern von Hagenow ausgestellt. Das könnte sich in der Bekow widerspiegeln, beispielsweise durch einen Langbogen-Schießparcour. Die Angebote seien nicht nur auf die Kinder auszurichten, sondern müssen auch für Erwachsene attraktiv sein, heißt es dazu im Ideenpapier Agil, einem Büro für angewandte Archäologie.

„Ich könnte Ihnen alles mögliche erzählen, was Sie machen könnten“, meint dazu Volker Wünsche, Sprecher der Van-der-Valk-Gruppe für Deutschland. „Es sollte allerdings ein Alleinstellungsmerkmal sein und nichts was Zarrentin und Boizenburg auch haben.“

Die Investoren seien auf jeden Fall dankbar für jedes Angebot, das von außen komme. „Und es ist manchmal auch nicht unbedingt schwierig, ein Alleinstellungsmerkmal zu erarbeiten. Der Rest ist Marketing.“

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