Gallin : Fußballstar auf der Käsepackung

„Ich freue mich über jeden Kunden, der mir das Weihnachtsfest ruiniert, weil er kurzfristig eine geniale Idee umsetzen möchte“, sagt Doris Erhardt-Freitag.
„Ich freue mich über jeden Kunden, der mir das Weihnachtsfest ruiniert, weil er kurzfristig eine geniale Idee umsetzen möchte“, sagt Doris Erhardt-Freitag.

Folienprint informiert über individuelle Produkte im Digitaldruck und hatte zum Fachaustausch in die Produktion geladen

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17. Februar 2020, 05:00 Uhr

Die Fußball-EM und die Weltmeisterschaft stehen vor der Tür. Spätestens wenn uns im Supermarkt die Konterfeis unserer Fußball-Helden von den Lebensmittelverpackungen entgegenblicken, soll uns Verbraucher das Fußballfieber erfassen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Folienverpackung ganz in der Nähe produziert worden ist, ist hoch. Die Firma Folienprint in Gallin hat schon vor Jahren in Digitaldruckmaschinen investiert, die genau für solche kurzfristigen Promotions-Aktionen zum Einsatz kommen. Damit hat das Unternehmen früh den Trend zu Personalisierungen von Produkten aufgegriffen. Besonders Coca-Cola mit Flaschen, auf denen Namen gedruckt waren, dürfte den meisten hier noch in Erinnerung sein.

Diese Kampagne ist übrigens schon sieben Jahre her! Individualisierung ist einer der Megatrends unserer Gesellschaft. Auf diese Bedürfnisse zu reagieren, bietet Chance und Risiko zugleich am Markt erfolgreich zu sein. Dieses kann unter anderem über den Digitaldruck realisiert werden. Daneben machen Digitaldruckmaschinen wie bei Folienprint kleine Auflagen möglich, da die Einrichtung der Maschinen weniger Material verbraucht und die mehrere Stunden andauernde Bearbeitung der Druckdaten wegfällt. Die Geschäftsführerin von Folienprint, Doris Erhardt-Freitag, hat nun zusammen mit Jörg Hunsche von HP zu einem VIP-Event und Fachaustausch über die Möglichkeiten der Digitaldrucktechnologie nach Gallin eingeladen. „Wir wollen hier nicht verkaufen, sondern sachlich informieren“, so Erhardt-Freitag, die sich dabei an Mitarbeiter von Agenturen, Verpackungsentwickler, Materialhersteller und Einkäufer im Publikum richtete. Bei aller Euphorie gebe es auch Grenzen. Diese liegen überraschenderweise meistens nicht in der Technik, sondern oft in der Lieferkette.

Doris Erhardt-Freitag weiß, wovon sie redet. „Wir haben hier genug Harakiri-Aktionen durchgemacht“, erklärt sie. Sie erinnert sich an eine Situation, als „wir hier 24-Stunden-Schichten geschoben haben, damit alles rechtzeitig fertig ist und dann der Pförtner beim Kunden die Ware nicht angenommen hat.“ Dennoch: „Ich freue mich über jeden Kunden, der mir das Weihnachtsfest ruiniert, weil er kurzfristig eine geniale Idee umsetzen möchte“, sagt sie.

Wer kleine Kompromisse im Preis pro Druck eingeht, kann dafür viele Chancen nutzen. Neben verrückten Marketing-Aktionen bietet der Digitaldruck Chancen für Regionalmärkte und Start-Ups. So war für die Marke Reformkontor, die in den Reformhäusern ihre Bioprodukte anbietet, erst durch den Digitaldruck eine Neuauflage der neuen Warenverpackung möglich. „Wir haben eine breite Produktpalette, aber keine hohen Auflagen“, erklärt Enrico Künstler von Reformkontor. Früher waren die Produkte einheitlich verpackt. Der Kunde hat unser breites Spektrum optisch nicht wahrgenommen. Jetzt produziert Reformkontor seine Verpackungen via Digitaldruck mit Folienprint. Das erweiterte Verpackungsdesign hätte die Wahrnehmung der Marke geändert und mache sich auch in den Verkaufszahlen bemerkbar.


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