Ärztehaus Hagenow : Investor zieht sich zurück

Auf der jüngsten Sitzung des Hagenower Bauausschusses stellte Investor Vitali Shembrowskij sein Projekt noch einmal erfolglos vor. Stadt und Investor fanden keinen gemeinsamen Nenner. Shembrowskij zieht sich zurück und investiert woanders.
Auf der jüngsten Sitzung des Hagenower Bauausschusses stellte Investor Vitali Shembrowskij sein Projekt noch einmal erfolglos vor. Stadt und Investor fanden keinen gemeinsamen Nenner. Shembrowskij zieht sich zurück und investiert woanders.

In der Nähe des Krankenhauses von Hagenow wird es so schnell kein Ärztehaus und kein betreutes Wohnen geben.

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24. März 2019, 20:00 Uhr

Rückschlag für die Kommunalpolitik in Hagenow am Ende der Legislaturperiode: Der Investor, der im Bereich „Am Jugendpark“ in der Parkstraße 16 ein Facharztzentrum und zwei Gebäude für betreutes Wohnen errichten wollte, zieht sich zurück. „Ich hatte hier nie das Gefühl, dass ich mit dem Vorhaben willkommen bin. Deshalb werden wir das Projekt nicht weiter vorantreiben. In einer Gemeinde auf einer Ostseeinsel sind wir gern gesehen. Dort werden wir ein ähnliches Vorhaben umsetzen, allerdings mit Unterstützung der Gemeinde vor Ort“, sagt Investor und Projektentwickler Vitali Shembrowskij enttäuscht am Freitagnachmittag im SVZ-Gespräch, nachdem er Dirk Wiese von der Stadtverwaltung über seinen Entschluss informiert hatte.

Kein Ärztehaus, kein betreutes Wohnen

Damit wird es bis auf weiteres kein Ärztehaus in Hagenow und keine neuen Angebote für betreutes Wohnen geben.

Zu groß waren offensichtlich die Unterschiede: Auf der einen Seite die Forderungen der Hagenower Kommunalpolitiker beispielsweise nach noch mehr Parkplätzen im Bereich des Standortes Krankenhaus. Und auf der anderen Seite die Maßgabe des Investors nach der Wirtschaftlichkeit des Bauens für bezahlbare Wohnungen.

Auf der Stadtvertretung im vergangenen Monat ist die Änderung des Bebauungsplanes Nr. 40 der Stadt für das Gebiet „Am Jugendpark“ in der Parkstraße mehrheitlich von Seiten der Politik wieder in den zuständigen Bauausschuss zurück verwiesen worden. Auf der jüngsten Sitzung des städtischen Bauausschusses in der vergangenen Woche stand dieser Punkt deshalb wieder auf der Tagesordnung.

Ein dreiviertel Jahr um das Projekt bemüht

Außerdem wurde Investor Shembrowskij gehört. Nach seinen Worten würde das Projekt eine gute Ergänzung für den Standort am Krankenhaus bedeuten. Und auch bei diesem Termin kamen beide Seiten nicht zusammen. In dem Bewusstsein, dass ein möglicher Beschluss zur Einleitung der Änderung des B-Planes womöglich erst von der neuen Stadtvertretung nach der Kommunalwahl gefasst werden kann, ging man wieder auseinander.

Er habe sich ein dreiviertel Jahr um das Projekt bemüht. „Wir wollten das Grundstück städtebaulich entwickeln und sechseinhalb Millionen Euro dort investieren. Es gab im Vorfeld sehr gute Gespräche mit dem Krankenhaus und mit dem Betreiber für das betreute Wohnen. Allerdings sollte auf der einen Seite der Parkcharakter vor Ort erhalten bleiben und auf der anderen Seite forderten die Bauausschussmitglieder fast 100 Autostellplätze. Der Widerstand in der Bürgerschaft war zu groß. Sollen sie die Situation dort behalten wie sie ist“, wirft Shembrowskij frustriert der städtischen Hagenower Kommunalpolitik zum Abschied vor.

Kommentar: Sehr unglücklich gelaufen

Die Frage ist, wie eine Kommune mit Investoren umgehen soll. In dem aktuellen Fall mit Vitali Shembrowskij ist die ganze Sache sehr unglücklich gelaufen. Bei der jüngsten Sitzung des Bauausschusses kam die mehrheitliche Forderung aus den Reihen der Politik, dass der Investor doch über eine Erhöhung seiner Parkplatzkapazitäten nachdenken möge. Es stand sogar der Vorschlag im Raum, eine Tiefgarage unter das Ärztehaus zu bauen, um die ohne Zweifel bestehende Parkplatznot rund um das Krankenhaus zu lindern. Er sei aber nicht für die Lösung von Parkplatzproblemen in der Stadt zuständig, konterte Shembrowskij und verabschiedete sich aus Hagenow. Damit ist das Projekt Ärztehaus und betreutes Wohnen gestorben. Hagenow hat das Nachsehen, denn das Brachland zwischen Dialyse und Krankenhaus bleibt weiter ungenutzt.
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