Boizenburg : Kakao, Kuchen, Inklusion

Gebannt schauten die Hortkinder der Boizenburger Kita „Spielhaus“ zu, wie die Mitarbeiter im Café Marie ihr Tagwerk verrichten.
Gebannt schauten die Hortkinder der Boizenburger Kita „Spielhaus“ zu, wie die Mitarbeiter im Café Marie ihr Tagwerk verrichten.

Boizenburger Hortkinder besuchten das Café Marie und lernten dabei etwas für das ganze Leben

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11. Oktober 2019, 20:00 Uhr

Liebe und Zuneigung gehen ja bekanntlich durch den Magen. Dessen haben sich auch die Verantwortlichen des Hortes der DRK-Kita „Spielhaus“ in Boizenburg besonnen und einen besonderen Ausflug für ihre Ferienhortkinder geplant: Es ging für alle in das Café Marie am Boizenburger Markt. Dabei standen allerdings die kulinarischen Genüsse eher im Hintergrund, wobei „Kakao und Kuchen natürlich geholfen haben“, wie Simone Wohlgemuth verrät.

Sie war es, die die Idee zu dem Ausflug hatte, weil „es immer ums Miteinander geht“, wie die Erzieherin weiß. Das wird auch im Hort groß geschrieben. So blicken die Kinder dank ihrer Erzieher häufiger einmal über ihren Tellerrand hinaus. „Wir feiern zum Beispiel das russische Jolkafest“, nennt Simone Wohlgemuth ein Beispiel dafür. Das Fest ist dabei vergleichbar mit dem hiesigen Weihnachtsfest.

Die Erzieher wissen allerdings auch, dass es nicht nur andere Kulturen gibt, mit denen ein Miteinander lohnt, es gibt auch Menschen, die zwar eine Behinderung haben, das Leben eines jeden aber dennoch viel reicher machen können. „Wir wollen, dass die Kinder auch offen auf Menschen mit Behinderung zugehen“, erklärt Wohlgemuth. „Der Bedarf ist auf jeden Fall immer da“, wie die Erzieherin mit Blick auf die ganze Gesellschaft fortfährt.

Und gerade deswegen erschien das Café Marie auch so passend für den Ausflug der Hortkinder. Vom Lebenshilfewerk Mölln-Hagenow betrieben, arbeiten hier viele Menschen mit Behinderung und geben täglich ihr Bestes für die Zufriedenheit der Gäste.

Davon haben sich dann auch die Hortkinder schnell überzeugen können. Unter dem Motto „Essen verbindet“ und mit Kakao und Kuchen als „Eisbrecher“ kommen sie schnell mit ihren Gastgebern ins Gespräch und schauen ihnen gebannt zu, während diese leckere Pralinen zubereiteten. „Ich finde es richtig gut“, ist unter anderem das Fazit vom 6-jährigen Ole. Er war zuvor noch nie im Café Marie.

Worte, die Simone Wohlgemuth gerne hört. Schließlich soll dieser eine Besuch im Café Marie nur der Auftakt von weiteren Maßnahmen solcher Art sein.

Dabei hofft die Erzieherin auch, dass die Erkenntnisse der Kinder weiter getragen werden. „Wir werden im Hort darüber sprechen und das alles noch festigen“, gibt Simone Wohlgemuth zumindest noch im Café einen Ausblick auf die spätere Rezeption. Diese erachtet auch Doreen Mitter vom Internationalen Bund (IB) als wichtig. Sie hat Simone Wohlgemuth bei der Organisation des Besuches unterstützt und zugleich den Hinweis auf die Förderung durch das Bundesprojekt „Demokratie Lebeen gegeben“. Hat für Doreen Mitter doch auch der respektvolle Umgang mit ihren Mitmenschen ganz viel mit demokratischen Werten zu tun.

So haben die Organisatoren mit ihrem Besuch der Hortkinder im Café Marie gleich mehrere Zwecke erfüllt. Die Kinder waren satt und glücklich, hatten einen schönen Vormittag und ganz nebenbei sind ihnen auch noch Werte vermittelt worden.

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