Melkof : Kirchturmuhr tickt wieder

<strong>Großuhrmacher Thomas Scholz</strong> von der Berliner Firma Schmidt, Glockentechnik und Turmuhren, hier mit Peter Schulz von der Kirchgemeinde, setzte das technische Wunderwerk auf dem Kirchturm in Melkof  instand. Foto: Dieter Hirschmann
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Großuhrmacher Thomas Scholz von der Berliner Firma Schmidt, Glockentechnik und Turmuhren, hier mit Peter Schulz von der Kirchgemeinde, setzte das technische Wunderwerk auf dem Kirchturm in Melkof instand. Foto: Dieter Hirschmann

Mindestens 60 Jahre lang stand die Kirchturmuhr in Melkof still. Eine Berliner Firma hat sie in den letzten Wochen saniert und repariert. Seit Mittwoch tickt das historische Uhrwerk nun wieder.

nnn.de von
31. Mai 2013, 10:59 Uhr

Melkof | Punkt 11 Uhr ertönte die Kirchturmuhr am Mittwoch für die Mel kofer unüberhörbar mit elf Zeitschlägen - zum ersten Mal nach einer Ewigkeit. Den Lauf der Zeit macht sie zunächst wieder hörbar: Die Kirchturmuhr tickt seit Mittwoch. Mindestens 60 Jahre stand das historische Uhrwerk, das immerhin 143 Jahre alt ist, hoch oben im Turm still.

"Für uns ist es eine Freude, dass das Uhrwerk läuft. Unterstützt hat uns dabei der Verein in Gründung ,Kirchturmuhr in Not’. Der Wunsch besteht, auch noch in diesem Jahr die Zeiger anzubauen, dass für jeden die Uhrzeit wieder sichtbar wird", sagte Pastor Christian Lange gestern auf SVZ-Nachfrage.

Hoch oben im Turm erledigte der Großuhrmacher Thomas Scholz aus Berlin am Mittwoch seine abschließenden Arbeiten. Der Mitarbeiter der Firma Schmidt, Glockentechnik und Turmuhren, aus Berlin sanierte in den vergangenen Wochen das historische Stück, das im Zusammenhang mit dem Bau der Kirche in Betrieb ging. Die Kirche wurde nach den Worten von Peter Schulz von der Kirchgemeinde Melkof im Jahre 1869 gebaut, auf dem Typenschild der Uhr ist die Jahreszahl 1870 zu lesen.

"Wir mussten das Uhrwerk komplett ausbauen. Die einzelnen Teile waren verrostet und verrottet. Es handelte sich um ein mechanisches Uhrwerk, dass früher immer einmal in der Woche aufgezogen werden musste", erzählt der Uhren-Spezialist mit dem Hinweis, dass der Kirchen-Chronometer nach den umfangreichen Sanierungsarbeiten einen elektrischen Aufzug bekommen hat. Damit zieht sich die Uhr automatisch auf. Ansonsten sind alle historischen Bestandteile erhalten geblieben, die Berliner Firma musste allerdings einige fehlende Teile erneuern. Jetzt passt alles bestens zusammen.

Die Uhr hat ein Gang- und ein Schlagwerk, das die volle Stunde mit der Anzahl der Stunden schlägt. Möglicherweise noch in diesem Jahr sollen die Zeiger an allen vier Seiten des Kirchturms angebaut werden, damit dann auch die Zeit in Melkof nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen ist.

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