Deutschland-Studie zu Landkreisen : Ludwigslust-Parchim - Setzen: Sechs!

 

 

Landkreis Ludwigslust-Parchim schneidet bei Deutschland-Studie schlecht ab.

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01. Dezember 2019, 05:00 Uhr

„Landkreis mit Biss“ – so lautete das diesjährige Motto des Kreisfotowettbewerbs in Ludwigslust-Parchim. Gesucht wurden dabei Bilder, die unter anderem Innovationen, kulturelle Vielfalt oder auch Besonderheiten des täglichen Lebens zeigen.

Getreu dieses Mottos kann dem dynamischen Tiger, als den sich der Landkreis wohl durch den Wettbewerb sehen wollte, nun allerdings dargelegt werden, dass er eher ein zahnloses Kätzchen ist. So schonungslos bescheinigen es jedenfalls die Ergebnisse der „Deutschland-Studie“ des Wirtschaftsforschungsinstituts Prognos, die das ZDF in Auftrag gegeben hatte.

Lebensbedingungen unter der Lupe

Begutachtet wurden dabei konkret die Lebensbedingungen für Familien und Senioren in allen Landkreisen und kreisfreien Städten Deutschlands. Und der Landkreis Ludwigslust-Parchim landete in beiden Kategorien fast am Ende der Tabelle. Platz 397 von 401 heißt es im Bereich Senioren, der im Vergleich zur Kategorie Familie aber offenbar noch weniger schlimm dasteht, denn in dieser reihten sich nur Gelsenkirchen als kreisfreie Stadt (Platz 400) und der Landkreis Jerichower Land (Platz 401) hinter Ludwigslust-Parchim (Platz 399) ein.

Bei den Familien lag das Augenmerk der Studie auf den Themen Bildung und Soziales, Geld und Wohnen sowie Freizeit und Kultur. Dabei zeigte sich, dass Ludwigslust-Parchim nur in einem Spitze ist: Der zweitgrößte Landkreis der Bundesrepublik hat im Durchschnitt den weitesten Weg für Schüler zu ihrer Grundschule. Ein Punkt, der nach der Veröffentlichung der Studie am Donnerstag gleich in Online-Foren für Aufmerksamkeit sorgte.

Landrat schweigt

 „Hätten sie damals die Zahrensdorfer Schule nicht geschlossen, wäre die Situation heute bestimmt nicht so prekär“, heißt es dazu in einer Facebook-Gruppe von Boizenburgern.

Hier wurde das Ergebnis der Studie heiß diskutiert und daneben sofort auf die Stadt an der Elbe heruntergebrochen. Offenbar meinen viele Boizenburger, die in der Studie ermittelten Werte täglich zu erleben.

„Beschwert euch bei den Landräten und dem Kreistag“, lautet dahingehend ein anderer Kommentar von einem Mitglied, das darauf hinweist, das ausschließlich Landkreise und kreisfreie Städte bei der „Deutschland-Studie“ unter die Lupe genommen wurden. Allerdings glänzt der Landrat bei der Erhebung eher durch Schweigen.

Entfernungen sehr weit

„Alle BürgermeisterInnen und LandrätInnen wurden gebeten, ihre Einschätzung zur Familienpolitik in ‚ihren‘ Kreisen und kreisfreien Städten abzugeben“, erläutern die Macher der Studie ihr Vorgehen. „Keine Angabe“, ist diesbezüglich hinter jedem einzelnen der angeführten Punkte in den Detailergebnissen zu lesen. Und auch auf Nachfrage beim Büro des Landrates gab es keine Einschätzung dieser für den Landkreis äußerst negativ ausfallenden Erhebung.

„Keine Angabe“, wird allerdings nicht helfen, die Lebensbedingungen zu verbessern. Die Ergebnisse zeigen, woran es im Vergleich zu anderen Regionen hakt. Vor allem die weiten Wege werden dabei bemängelt, auch in der Kategorie Senioren: Durchschnittlich knapp drei Kilometer zum nächsten Supermarkt und Hausarzt oder dreieinhalb Kilometer zur nächstgelegenen Apotheke, das reicht eben nur für einen Platz am Ende der Tabelle.

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