Bobzin : Mehr als nur ein Kaffeeklatsch

Trifft sich seit fast zehn Jahren: Die Seniorengruppe Bobzin.
Trifft sich seit fast zehn Jahren: Die Seniorengruppe Bobzin.

Tradition in Bobzin: Rentner lassen sich nicht allein

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05. April 2019, 12:00 Uhr

So richtig wissen sie gar nicht mehr, wie sie darauf gekommen sind. „Wir haben wohl irgendwann gesagt, wir müssen uns mal treffen. Aber an den Anlass kann ich mich nicht mehr erinnern. Man wird alt“, sagt Ingrid Eggert vom Bobziner Rentnertreff lachend. Und auch die von allen „Chefin“ genannte Heidemarie Platzeck zuckt mit den Schultern. Seit fast zehn Jahren treffe sich die Gruppe, sie selbst sei allerdings erst Ende 2010 dazugekommen. „Und seit fünf Jahren versuche ich das so ein bisschen zu organisieren, aber es helfen alle mit.“

Ein regelmäßiges Rentnertreffen hat in Bobzin Tradition. Ingrid Eggert und Heidemarie Platzeck sprechen von den „Gruppen vor uns“. Und es ist offenbar tatsächlich so, dass die jeweils aktuelle Seniorengruppe bisher nicht aus einer früheren hervorging. Jede Generation kommt also irgendwann selbst zu dem Schluss, dass sie sich mal treffen müsste. „Zum Anfang waren wir 24 Personen. Von der Gruppe vor uns haben damals noch drei mitgemacht. Sie sind allerdings nicht mehr dabei“, erzählt Ingrid Eggert. „Jetzt sind wir noch 17 und bei uns reicht die Altersspanne mittlerweile auch schon von Mitte 70 bis 91. So alt ist unser ältester Herr.“ Dabei gebe es in Bobzin etliche jüngere Rentner in den 60ern. „Aber die wollen wohl nicht zu uns Alten kommen.“ Und das, obwohl die Treffen vielleicht auch für sie interessant wären.

Denn jeden ersten Mittwoch im Monat geht es im Gemeindehaus nicht nur darum, Kaffee zu trinken und Kuchen zu essen, auch wenn das selbstverständlich dazu gehört. „Damit beginnen die Treffen meistens. Im Wechsel sind immer zwei Frauen dafür verantwortlich“, so Ingrid Eggert. „Wir haben aber auch jedes Jahr unseren Grillabend, eine Weihnachtsfeier“ – und Ausflüge, beispielsweise nach Schwerin, Dömitz oder Ratzeburg. „Bei jedem Treffen zahlt jeder einen Euro in die Kasse ein. Davon werden die Fahrten zum Teil finanziert. Und wenn das nicht ausreicht, legt jeder noch was dazu.“ So einfach sei das.

Daneben wurden schon Lesungen oder Vorträge, unter anderem über Hilfsmittel im Alter oder Schutz vor Kriminalität, organisiert. Und nicht zuletzt dienen die Treffen dazu, sich auszutauschen, über Politik, Wirtschaft und, das darf nun auch nicht fehlen, den neuesten Klatsch und Tratsch.

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