Boizenburg : Rätsel in der Stadt: Wo ist die Königin?

Viel unterwegs: Miriam I., wie sich Boizenburgs Hyazinthenkönigin nennt, war bei Festivitäten zu Gast. So zum Beispiel auch beim Rapsblütenfest auf Fehmarn.
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Viel unterwegs: Miriam I., wie sich Boizenburgs Hyazinthenkönigin nennt, war bei Festivitäten zu Gast. So zum Beispiel auch beim Rapsblütenfest auf Fehmarn.

Boizenburger fragen sich, was aus Miriam geworden ist, denn auf Festen der Fliesenstadt war die 28-Jährige bisher selten zu sehen

nnn.de von
30. Dezember 2017, 08:00 Uhr

Die Boizenburger vermissen ihre Hyazinthenkönigin. Denn kaum vom Handwerks- und Gewerbeverein (HGV) gekürt, ist von Miriam I., wie sich die 28-Jährige nennt, auf städtischen Veranstaltungen nicht mehr viel zu sehen. Dabei ist die sozialpädagogische Assistentin keineswegs untergetaucht, sondern in ihrem gelb-blauen Gewand in vielen Gemeinden und Städten unterwegs, um die Fliesenstadt zu repräsentieren.

So war die 28-Jährige beispielsweise in Bad Sülze zu Gast, um die neue Dahlienkönigin Alina Röpcke zu begrüßen. Und auch beim Rapsblütenfest auf Fehmarn war Miriam dabei. Immer im Gepäck: eine Boizenburger Fliese und ein paar Süßigkeiten für ihre Gastgeber und andere Königinnen. „Es macht so viel Spaß, andere Königinnen und Gemeinden kennen zu lernen und unsere Stadt zu repräsentieren“, so Miriam.

Warum also macht sich Boizenburgs Hyazinthenkönigin in der eigenen Stadt derartig rar? Grundlegende Unstimmigkeiten und Missverständnisse mit der Stadtverwaltung scheinen die Ursachen dafür zu sein. „Ich habe der Verwaltung mehrfach gesagt, dass ich für den HGV auch von der Stadt eine offizielle Einladung benötige, wenn ich irgendwo als Hyazinthenkönigin dabei sein soll. Doch ganz oft scheitert mein Auftreten daran, dass ich diese Einladung nicht erhalte. Nicht mal einen Programmablauf habe ich zum Teil bekommen, wenn ich darum gebeten habe“, erklärt Miriam.

„Sie ist Repräsentantin unserer Stadt und wir brauchen uns nicht selbst eine Einladung aussprechen“, lautet die offizielle Antwort von Heike Krause. „Seit Bestehen des Hyazinthenfestes haben sich die jeweiligen Königinnen auf dem Altstadt- und Schützenfest der Stadt Boizenburg präsentiert. Auch in diesem Jahr habe ich in der Vorbereitung versucht, mit Miriam in Kontakt zu treten. Unter der mir von ihr mitgeteilten Handynummer war dauerhaft niemand erreichbar und es erfolgte auch kein Rückruf“, lautet der Vorwurf aus der Stadtverwaltung weiter. Miriam I. jedoch bestreitet, überhaupt einen Anruf der Stadtverwaltung in diesem Fall erhalten zu haben.

Doch nicht nur von Seiten der Stadt würde es der Hyazinthenkönigin an Unterstützung mangeln. Auch habe sie beim hiesigen Süßwarenhersteller Sweet Tec angefragt, ob sie Süßigkeiten für Miriams Auftritte und die Geschenke für andere Königinnen sponsern würden. „Es ist korrekt, dass Miriam im Sommer nach Spenden gefragt hatte“, heißt es dazu von Jasmin Friedrich, Assistenz der Geschäftsführung der Sweet Tec GmbH, „Ich hatte ihr zugesagt – auch telefonisch – dass wir bei entsprechenden Veranstaltungen immer kurzfristig gerne Bonbons und Fruchtgummis zur Verfügung stellen können. Wir waren uns noch nicht ganz einig, welche Abpackgrößen sinnvoll wären und wollten uns hier nochmals abstimmen; auch je nach Veranstaltung bzw. zu erwartender Gästezahl.“ Aufgrund einer Vielzahl interner Termine und Urlaub sei Miriams Anliegen dann jedoch in Vergessenheit geraten.

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