Airbeat One in Neustadt-Glewe : Wer feiern will muss warten können

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Offenbar ist hier kein Platz mehr frei: Das Festivalgelände mit dem voll besetzten Campingplatz am Donnerstag aus der Vogelperspektive.
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Offenbar ist hier kein Platz mehr frei: Das Festivalgelände mit dem voll besetzten Campingplatz am Donnerstag aus der Vogelperspektive.

Airbeat-Festival lief voll an. Veranstalter hatte im Vorfeld mit vielen Auflagen zu kämpfen - Hauptbühne am Abend eröffnet

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12. Juli 2018, 20:45 Uhr

Nun hat das Party-Großereignis des Jahres im Landkreis begonnen. Einen Tag früher als gewohnt. Doch aus dem geplanten ruhigen Beginn wurde erst einmal nichts, zu groß war der Ansturm der Partygäste aus ganz Europa. Bereits am Mittwoch Mittag sprach die Polizei von 14 000 Besuchern, heute früh wurde bereits von 27 000 gesprochen. Und zumindest an einigen Stellen kam es zu chaotischen Szenen, weil bei Anmeldung und Einlass auf das riesige Gelände rund um den kleinen Flugplatz eben nicht alles klappte.

Vor allem rund um den Parkplatz P 4 und dem dortigen Zugang zum Campingplatz mussten die Festivalgäste vor allem eines können: Warten. Denn stundenlang passierte dort gar nichts, wie Besucher aus Berlin oder Nordrhein-Westfalen frustriert berichtete. Die Anmeldungen mit den personalisierten Tickets zogen sich endlos hin, einige Ordner und Mitglieder des Kassenteams waren augenscheinlich überfordert. Offenbar hatten die Organisatoren am Tage der Voreröffnung aus zwei „Floors“ nicht mit diesem Andrang gerechnet.

Mit-Veranstalter Rolf Eggert räumte heute im Gespräch mit unserer Redaktion auch ein, dass leider nicht alles geklappt habe. „Wir haben dann aber schnell reagiert, um die Ticketerfassung zu beschleunigen.“ Dennoch warteten einige acht Stunden und länger. Ärger gab es heute auch in Einzelfällen bei den Tickets selbst. Offenkundig hatten einige Karten aus privater Hand gekauft. Doch alle Karten sind zwingend personalisiert, die Umschreibefrist für den Vorverkauf war am 10. Juli ausgelaufen. Zusätzlich hatten die Veranstalter bis unmittelbar vor Beginn mit zahlreichen Auflagen seitens der Behörden zu kämpfen. So mussten beispielsweise etliche Kilometer Bauzäune zusätzlich aufgestellt werden, um die nahen Waldgebiete abzuschirmen. Für die Feuerwehren wurde zahlreiche Tausend-Liter Behälter auf dem riesigen Areal verteilt, um im Brandfall überall Löschwasser zu haben.

Dazu gab es strenge Bauauflagen vom Landkreis. Laut Eggert habe man bis zur letzten Minute gearbeitet, um die Eröffnung schaffen zu können.

Dazu kommt, dass es in diesem Jahr auf dem Festivalgelände erstmalig einen neuen Bezahlmodus gibt. Alles geht ohne Bargeld, über den Chip, den jeder Besucher am Festival-Band trägt. Dieser Chip muss zuvor an Automaten, die auch auf dem Gelände stehen, aufgeladen werden. Nicht jeder Besucher kam damit auf Anhieb zurecht.

Der guten Stimmung und der Partywut der allermeisten Besucher taten die Anreise mit ihren Widrigkeiten keinen Abbruch. Sehr viele Jugendlich haben sich mit Unmengen an Gepäck, eigenen Getränken, verrückten Verkleidungen und zum Teil aufwändigen Campingausrüstungen auf die totale Party bis zum Wochenende eingerichtet. Seit Donnerstag Abend ist dann auch die gigantische Hauptbühne offen mit der nachgebauten Tower-Bridge und Big Ben als Wahrzeichen. Dort gaben sich dann die Großen der elektronischen Tanzmusik bis in die tiefe Nacht die Klinke in die Hand.

Freitag war auch der Tag, an dem die Neustädter umsonst auf das Festival-Gelände durften. Das war im vergangenen Jahr zum ersten Mal praktiziert worden und fand vor allem bei den reiferen Jahrgängen großen Nachhall. Viele blieben über Stunden auf dem Gelände.

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