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Outlet Wittenburg : Wittenburg Village: Banges Warten auf gute Nachricht

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Mit herbeigesehntem Bescheid aus Schwerin steht und fällt das gesamte Projekt

von
erstellt am 10.Nov.2017 | 05:00 Uhr

Der Minister für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung, Christian Pegel, habe ihr in Aussicht gestellt, dass die Entscheidung zum Zielabweichungsverfahren für Wittenburg Village, dessen Antrag dazu von der Kommune gestellt worden sei, voraussichtlich noch in diesem Jahr fallen könne. So informierte gestern Abend die Bürgermeisterin der Mühlenstadt, Dr. Margret Seemann, die Damen und Herren des Landesplanungsbeirates vor deren nichtöffentlicher Sitzung im Beisein der Presse. Ort des Geschehens war das Alpincenter. Auf dessen Gelände soll nämlich ein Factory Outlet Center, kurz FOC, mit rund 12600 Quadratmeter Verkaufsfläche entstehen. Sowie ein Feriendorf mit 720 Betten nebst Hotelerweiterung mit 480 Betten. Schwimmbad, Spiel- und Freizeitanlagen sollen das Angebot vervollständigen. Nun ist banges Warten auf die positive Nachricht aus Schwerin angesagt.

Werde die Zielabweichung versagt, müsse man die Bücher zuklappen und weiter ziehen, erklärte Thomas Schrickel, Investor und verantwortlicher Projektentwickler für das Vorhaben. „Wir stehen Gewehr bei Fuß und haben auch nach einem positiven Bescheid noch einen langen Weg vor uns.“ Schrickel bezifferte das Investitionsvolumen für das gesamte Projekt auf etwa 200 Millionen Euro. Bis es schließlich geplant und realisiert sei, könnten insgesamt bis zu drei Jahre vergehen. Schrickel: „Nur allein durch das FOC werden etwa 400 bis 500 Arbeitsplätze neu entstehen, insgesamt sind es am Ende sogar rund 900.“

Erwartungsvolle Gesicher prägten gestern Abend im Alpincenter den Rose-Tagungsraum, in dem sich der Landesplanungsbeirat noch einmal austauschte.  Fotos: Thorsten Meier
Erwartungsvolle Gesicher prägten gestern Abend im Alpincenter den Rose-Tagungsraum, in dem sich der Landesplanungsbeirat noch einmal austauschte. Fotos: Thorsten Meier Foto: Thorsten Meier
 

Dass die Skihalle die geplanten Bauvorhaben brauche, um für die Zukunft einfach besser gerüstet zu sein, betonte Volker Wünsche vom Alpincenter. „Es ist kein Geheimnis, dass es wirtschaftlich schwer ist, eine solche Freizeiteinrichtung zu betreiben. Doch seit acht Jahren zeigen wir auch, dass wir eine solche Herausforderung meistern.“

Die Befürchtungen möglicher Umsatzverluste in den Innenstädten der umliegenden größeren Kommunen und das Wegbrechen von Arbeitsplätzen, versuchte Dr. Joachim Will als Standort- und Strategieberater in seiner Auswirkungsanalyse zu zerstreuen. „In Deutschland gibt es seit 15 Jahren Outlet-Center. Auch dort haben sich diese Ängste nicht bewahrheitet.“ Wittenburg sei als Standort bestens geeignet und habe dank der Skihalle und einer traumhaften Landschaft samt ihrer Natur ausreichend Potential. „Das geplante Vorhaben wird einen regionalwirtschaftlichen Impuls geben, der nicht zu unterschätzen ist“, ist sich Will absolut sicher.

Christoph Schrahe, Experte für Freizeit und Tourismusberatung, prognostiziert für Wittenburg Village jährlich etwa 1,2 Millionen Besucher. „Als Auslastung in der Wertschöpfung erwarten wir pro Jahr für die Stadt Wittenburg 7,6 Millionen Euro, für den Landkreis 12,4 Millionen Euro und für das Land sogar 17,7 Millionen Euro.“

Dass es aber auch viel Protest zu dem Vorhaben gäbe, berichtete Lothar Säwert vom Energieministerium. Ob und wann mit einer Entscheidung zur Zielabweichung zu rechnen sei, könne, wolle und dürfe er zum jetzigen Zeitpunkt nicht beantworten. „Das wäre alles spekulativ.“

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