Boizenburg : Zeichnungen auf Fliesen gebrannt

Kunst im öffentlichen Raum: Die beiden Künstlerinnen Carola Scholz und Loren Scholze vor den neuen Fliesenbildern im Boizenburger Hafen.
Kunst im öffentlichen Raum: Die beiden Künstlerinnen Carola Scholz und Loren Scholze vor den neuen Fliesenbildern im Boizenburger Hafen.

Boizenburger Kinder lassen ihrer Fantasie freien Lauf: Vier neue Fliesenbilder zieren Wand am Hafenbecken, vier weitere kommen hinzu

nnn.de von
13. Juli 2018, 05:00 Uhr

„Sie nur, Kleines – das Bild, das du dort siehst, ist von mir“, so oder so ähnlich könnte sich die Situation zwischen der heute noch kleinen Lotta und ihrer Tochter in 30 Jahren abspielen, während sie sich die Fliesenbilder am Hafenbecken ansehen. Ob Lotta das tatsächlich einmal machen wird, bleibt abzuwarten. Die Möglichkeit dazu hätte Lotta auf jeden Fall, denn eine ihrer Zeichnungen wurde nun auf einem Fliesenbild verewigt. Seit wenigen Tagen zieren vier neue Fliesenbilder eine Wand am Hafenbecken von Boizenburg, vier weitere kommen hinzu. Jedes ist 1,20 Meter mal 1,20 Meter groß und besteht aus 64 handbemalten Fliesen. Gestaltet wurden sie von Carola Scholz und Loren Scholze.

Die beiden Mitbegründerinnen des Fliesenmuseums hatten vor einem Jahr eine außergewöhnliche Idee. „Wir wollten, dass die Kinder Boizenburgs die Möglichkeit haben, die Bilder mitzugestalten“, erzählt Loren Scholze.
So haben sich die beiden Künstlerinnen etwas einfallen lassen. Sie geben einen Hintergrund vor, der die Wellenbewegung der Elbe darstellt. Darauf können die Kinder der Fliesenstadt einzeichnen, was immer sie wollen. Vom Regenbogen, der sich auf der Wasseroberfläche bricht, über Meeresbewohner wie Fische und Meerjungfrauen bis hin zum Biber, der sich am Strand an einem Baum zu schaffen macht, ist alles dabei. „Die Kinder waren total begeistert und haben sofort drauf los gezeichnet“, erzählt Loren Scholze lächelnd.

Anschließend überträgt Carola Scholz eine Auswahl der Bilder mit ihrem Computer in die Vorlage. „Anschließend haben wir die Vorlage ausgedruckt und sie mit Blaupapier und Bleistiften auf die unglasierten Fliesen übertragen“, erzählt Carole Scholz.

Währenddessen mischt Kollegin Loren Scholze über 50 Glasurproben an, um für jedes Bild die richtigen Farben zu finden. „Einige sollten glänzend sein, andere matt. Das war nicht so einfach“, erzählt Loren Scholze. Danach wird jede Fläche der Fliese mit den vorher angemischten Glasuren handbemalt und die fertigen Fliesen bei 1160 Grad gebrannt. Gefördert wurde das Projekt vom Bildungsministerium Schwerin und der Stadt Boizenburg. Ganz abgeschlossen ist es jedoch noch nicht. Vier weitere Fliesenbilder sollen in den kommenden Tagen fertig gestellt und durch den Fliesenlegemeister Peter Schönberg angebracht werden.

„Es war uns wichtig, dass die Namen der Kinder bei ihren Kunstwerken steht“, erklärt Loren Scholze. „Damit die Kinder auch in vielen Jahren ihre Bilder noch wiederentdecken und sie einmal ihren eigenen Kindern und Enkeln zeigen können.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen