Immer mehr rechte Musik landet auf dem Index

<strong>Beschlagnahmt: </strong>Uwe Groß vom LKA zeigt Tonträger mit rechtsextremen Inhalten. <foto>kasa</foto>
Beschlagnahmt: Uwe Groß vom LKA zeigt Tonträger mit rechtsextremen Inhalten. kasa

nnn.de von
29. April 2010, 08:58 Uhr

Rampe | Die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern zieht immer mehr CDs mit volksverhetzender und gewaltverherrlichender Musik aus dem Verkehr. Bei einer Durchsuchung im vergangenen Jahr überprüfte das Landeskriminalamt 18 Musikproduktionen; 16 davon hat die Bundesprüfstelle für jugendgefährdete Medien (BPjM) auf den Index gesetzt. 2008 waren es nur neun.

Die indizierten Medien gelten als verboten, dürfen weder vermarktet noch öffentlich gespielt werden beziehungsweise die Texte sind als jugendgefährdend einzustufen. Zu den im vergangenen Jahr beschlagnahmten CDs zählten solche wie die der Gruppe "Blut und Boden" mit dem Titel "Jetzt ist Schluß". Die Liedtexte thematisieren arisches Brauchtum und rufen zum Fremdenhass auf. Auch die CD "Untermenschen" der Gruppe "Aryan Hate" (deutsch: Arischer Hass) sei wegen antisemitischer und menschenverachtender Texte verboten worden. "Die Hauptvertriebswege sind das Internet und so genannte Szene-Läden, sagt Rogan Liebmann vom Staatsschutz des LKA in MV. Entdeckt werden Tonträger erst dann, wenn sie öffentlichwirksam werden. "Erst dann kann die Polizei auch handeln", sagt Liebmann.

Stark zugenommen haben auch die Konzerte mit Bands aus der rechtsextremen Szene. 2009 waren es landesweit 24 Konzerte (2008: 19), die von der Polizei abgebrochen wurden. Nach Ermittlungen des LKA gibt es im Land etwa 15 Bands, die rechte Musik produzieren. Das Gefährliche: "Auf den Konzerten werden strafrechtliche Inhalte einem großen Publikum präsentiert", so Liebmann. Das bereite dem LKA Sorge. "Solche Konzerte im Vorfeld zu verbieten wird immer schwieriger", sagt Uwe Groß vom LKA. Denn diese fänden immer mehr auf Privatgrundstücken statt, sodass sie schwer auszumachen seien.

Dass sich die Szene immer weiter zurückziehe, sei seit langem zu beobachten, sagt Liebmann. "Die Teilnehmerzahlen bei den Konzerten sind deutlich gesunken, die Szene verhält sich konspirativ." Zurückzuführen sei das unter anderem auf das wirksame Mittel der Indizierung, das rechtsextremen Bands erschwere, ihre Musik zu verbreiten. Vor allem bei Kindern und Jugendlichen werde versucht, mit eingängiger Musik den Nerv zu treffen und sie im Sinne einer menschenverachtenden Ideologie zu beeinflussen. Würden Musik-CDs, Videos und Bücher aber auf den Index gesetzt, treffe das auch die finanziellen Ressourcen der rechten Szene empfindlich, sagte Mager.

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