Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion

Karstädt Planung geht weiter

Von Dnise Schulze | 04.06.2017, 05:04 Uhr

Ob in Karstädt jemals Windräder drehen, ist dennoch ungewiss

Seeadler und Rotmilan haben dafür gesorgt, dass das Techentin-Karstädter Gebiet von der Karte möglicher Windeignungsgebiete des Planungsverbandes Westmecklenburg derzeit verschwunden ist (SVZ berichtete). Doch in der Gemeinde Karstädt geht die Planung vorerst weiter. Die Gemeindevertretung hat auf ihrer jüngsten Sitzung den Entwurf für den Teilflächennutzungsplan Wind und dafür die Beteiligung von Behörden und Öffentlichkeit beschlossen. Der F-Plan ist eine Voraussetzung für einen Windpark.

Vertreter von Kloss New Energy GmbH waren nach Karstädt gekommen, um Gemeindevertreter und Bürger über den aktuellen Stand des Entwurfes zu informieren. Auch wenn sich das Karstädter Gebiet aktuell nicht auf der Karte befindet, ist das Projekt noch nicht endgültig vom Tisch. Laut Entwurf waren für das Karstädter Gebiet etwa sieben Windkraftanlagen mit einer maximalen Höhe von 200 Metern vorgesehen. Der triftigste Grund gegen das Windeignungsgebiet ist derzeit der Artenschutz. Bei Kloss New Energy sieht man das jedoch nicht als Totschlagargument.

Am Ende beschlossen drei Gemeindevertreter die Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung für den Entwurf des Flächennutzungsplans. Zwei Vertreter sind beim Thema Wind befangen und hatten sich bereits zu Beginn des Tagesordnungspunktes in den Zuschauerraum gesetzt. Im Juli wird der Entwurf im Grabower Amtsanzeiger vorgestellt.

Trotz dieses Beschlusses ist selbst die Bürgermeisterin nicht sicher, dass in ihrer Gemeinde eines Tages Windräder drehen. „Viel Hoffnung habe ich nicht mehr“, sagte Kriemhilde Franck. Doch sie ist dafür, das Projekt erst einmal weiter voranzutreiben und noch nicht ganz aufzugeben. „Aus dem Pool der Eigentümer der benötigten Grundstücke würde ein Teil der Erlöse direkt in die Gemeinde fließen. Und das könnten wir sehr gut gebrauchen“, so Franck.