Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion

neustadt-glewe Straßensanierung anno 1748

Von muen | 08.06.2017, 21:00 Uhr

Neues Buch von Hobbyforscher Gerhard Düker über die Geschichte Neustadt-Glewes erschienen

Er wälzte unzählige und bisher unbekannte Dokumente in Archiven, spürte Zeitzeugen in ganz Deutschland auf und sprach mit alteingesessenen Neustädtern – jetzt hat sich seine jahrelange und mühevolle Arbeit gelohnt: Gerhard Dükers neues Buch „Neustadt-Glewe – Eine mecklenburgische Kleinstadt von den Anfängen bis zur Gegenwart“ ist erschienen. Wobei der Autor im SVZ-Gespräch erneut betont: „Das ist für mich keine Arbeit, sondern mein Hobby.“

Hobbyforscher Gerhard Düker hatte bereits im Jahre 2008 ein Buch über Neustadts Bürgermeister und Ratsherren herausgebracht. „Viele Leser machten mich damals darauf aufmerksam, dass beispielsweise die Zeit des III. Reiches und auch der DDR zu kurz gekommen sei. Auch deshalb entschloss ich mich, Material für ein Buch zu sammeln, das praktisch eine Fortsetzung des Buches von 2008 sein sollte“, so Gerhard Düker.

Und so recherchierte er in den vergangenen neun Jahren u. a. in den Stadtarchiven von Ludwigslust, Grabow und Parchim, im Kreisarchiv in Ludwigslust sowie im Schweriner Landesarchiv. „Vor allem aber halfen mir Gespräche mit Zeitzeugen“, sagt Düker. Die vielen historischen Fotos im Buch stellten dann auch überwiegend Einwohner Neustadt-Glewes zur Verfügung. Gerhard Düker: „Die Aussagen der Zeitzeugen wurden praktisch durch die Erkenntnisse aus den Archiven untermauert.“

So gelang es dem Hobbyforscher zum Beispiel, mit der Tochter eines in der Nazizeit aus Neustadt-Glewe deportierten Angehörigen der Sinti und Roma zu sprechen. „Der Mann war einer der ganz wenigen dieses Volkes, die überlebten und zurück gekommen sind. Er ging dann später in den Westen. Seine Tochter ist jetzt über 80 Jahre alt und ich habe es auch der Mithilfe von Neustädtern zu verdanken, dass ich die Frau im Süden der Altbundesländer gefunden habe“, sagt Gerhard Düker.

Ebenso konnte der Autor das Schicksal eines Neustädter Ratsherren nachverfolgen, der zwar überzeugter Nationalsozialist war, aber gegen die Verfolgung der Juden eintrat „Er wurde deshalb noch im November 1944 zum Militär eingezogen und später von einem seiner eigenen Offiziere angeschossen“, so Gerhard Düker. „Ich gehe davon aus, dass dies seitens des Offiziers absichtlich geschah.“

Übrigens wurden die Neustädter Bürger offenbar schon vor weit über zwei Jahrhunderten an der Sanierung ihrer Straßen beteiligt. „Dokumente von 1748 machen aktenkundig, dass damals genau festgelegt wurde, wer welche Summe für die Sanierung der Burgstraße zu zahlen hatte“, fand Düker heraus.

Das Buch umfasst 350 Seiten und mehrere Kapitel, die von den Anfängen der Stadt bis zur Gegenwart reichen. Es ist in einer Auflage von 100 Stück erschienen. Wer möchte, kann es auf dem Burgfest am Wochenende erwerben, wo es Gerhard Düker auf dem Burginnenhof verkaufen wird. Das Buch gibt es ebenso in der Stadtinfo auf der Burg, im Garten- und Heimtierbedarf von Hartmut Weinaug sowie im Fotostudio K 3 von Holger Kruse. Interessenten können das Buch auch direkt bei Gerhard Düker unter Tel. 038757 / 170  23 bestellen.