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Dömitz Viel mehr als nur eine Brücke

Von Dnise Schulze | 18.12.2017, 21:00 Uhr

Dömitzer Elbebrücke gilt seit 25 Jahren als Symbol der deutschen Einheit. Gäste feierten das besondere Jubiläum und die Verbundenheit

Wenn Walter Groth und seine ehemaligen Kollegen über die Elbebrücke bei Dömitz gehen, sind sofort die Erinnerungen von 1992 wieder da. Der damalige Polier war Teil der Arbeiterschaft, die innerhalb von nur 17 Monaten die sogenannte „Einheitsbrücke“ erbaute. 25 Jahre nach der feierlichen Eröffnung feierten sowohl Gäste aus Mecklenburg-Vorpommern als auch aus Niedersachsen gemeinsam dieses Jubiläum und betonten damit das besondere Symbol ihrer Brücke und auch die Verbundenheit der Bundesländer.

Bei strahlendem Sonnenschein machten sich die Bürgermeister Helmut Bode (Dömitz) und Jürgen Meyer (Dannenberg) mit ihren zahlreichen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung auf den Weg zum traditionellen Brückengang. Ungefähr auf der Hälfte der 970 Meter langen Brücke reichten sich die Männer als Symbol der Partnerschaft und Verbundenheit die Hände. „Wir stehen hier heute an einer historischen Stelle und feiern die Verbindung der Länder und vor allem der Bevölkerungen“, erklärte Helmut Bode. Seit zehn Jahren wird der Brückengeburtstag regelmäßig gefeiert und gemeinsam von den Städten organisiert. Unter den Gästen ist auch Dietmar Greßmann, Dezernent beim Straßenbauamt Schwerin. Während der Bauarbeiten an der Verbindung zwischen Ost und West war er Brückenbaudezernent und kann sich vor allem an einen Vorfall zu dieser Zeit erinnern. „Ein Baggerfahrer entdeckte knapp eine Tonne Sprengstoff in einem alter Pfeiler. Bei den Voruntersuchungen wurde dieser nicht entdeckt, es gab aber zum Glück auch keinen Zünder. So ist nochmal alles gut gegangen“, erinnert sich Greßmann.

Besonders gern erinnerten sich die Gäste auch an die hohe Geschwindigkeit des Bauvorhabens. „Mit Planung und Bau hat man für die Brücke nur 17 Monate gebraucht. Das wäre heutzutage eine Sensation“, erklärte Hans-Werner Zarth, ehemaliger Leiter des Straßenbauamtes Lüneburg, während seiner Festrede im Kulturhaus Dömitz. Rund 1000 Arbeiter waren von 1991 bis 1992 fast täglich auf der Baustelle, um das vertraglich festgehaltene Fertigstellungsdatum einhalten zu können. „Acht-Stunden-Tage gab es da selten und oft auch kein Wochenende“, erinnert sich Henning Schrewe, damals zweiter Bauleiter der ausführenden Firma Philipp Holzmann. Trotzdem sei diese Baustelle außergewöhnlich und die Zusammenarbeit der Firmen aus Ost und West sehr gemeinschaftlich gewesen.

Dass es sich bei diesem Symbol der Einheit um mehr als nur eine Brücke handelt, machten auch Mecklenburg-Vorpommerns Infrastrukturminister Christian Pegel und Birgit Honé, designierte Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten des Landes Niedersachsen, in ihren Ansprachen deutlich. „Dieser Brückenschlag ist sowohl sinnbildlich als auch tatsächlich gelungen“, so Honé. Heute ist die Brücke eine wichtige Verbindung zwischen den Bundesländern, großer Wirtschaftsfaktor und rund 10 000 Autos sind hier täglich unterwegs. Christian Pegel attestierte der Brücke, dass sie mit nun 25 Jahren gefestigt und damit einer dreizehnjährigen, pubertierenden Autobahn schon ein ganzes Stück voraus sei und brachte den Saal damit zum Schmunzeln.

Nach einer Stärkung mit Kaffee und Kuchen nutzten die Gäste die Zeit, um sich an die damalige Zeit zu erinnern. Walter Groth hatte dafür extra sein Fotoalbum mitgebracht, welches er gleich zu Beginn der Bauarbeiten anlegte und stets mit Bildern des Baufortschrittes füllte. „Das war einfach ein besonderes Projekt. Ich denke, ein Bauwerk dieser Bedeutung und Symbolik sucht man anderswo vergeblich“, erklärt der Rentner.

Den Abschluss der Feierlichkeiten bildeten ein Feuerwerk und die Illumination der Brücke während des Bürgerfestes am Abend. „Und im kommenden Jahr heißen wir dann alle Gäste wieder herzlich bei uns willkommen“, erklärte Dannenbergs Bürgermeister Jürgen Meyer.