Neustadt-Glewe : Abfischen in der Lewitz: Karpfen für den Jahreswechsel

Drei Fischer sortieren am Ufer der Lewitzer Karpfenteiche Karpfen, die sie gerade aus dem Gewässer gefischt haben.

Drei Fischer sortieren am Ufer der Lewitzer Karpfenteiche Karpfen, die sie gerade aus dem Gewässer gefischt haben.

Das Abfischen der Karpfenteiche in der Lewitz gleicht in jedem Herbst einem großen Volksfest.

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03. November 2019, 20:00 Uhr

Die Lewitz-Fischer sorgen auch in diesem Jahr dafür, dass zum Jahreswechsel in traditionsbewussten Familien heimischer Karpfen auf den Tisch kommen kann. Gut die Hälfte der 250 bis 300 Tonnen Fisch aus den Teichen bei Neustadt-Glewe habe das nötige Mastgewicht von 1,5 Kilogramm und mehr und komme in den Handel, sagte Hermann Stahl, Inhaber der Lewitz Fisch GmbH Neuhof. Am Sonnabend begann er mit seinen neun Mitarbeitern mit dem traditionellen Abfischen, das in der Region südlich von Schwerin alljährlich feierlich begangen wird und einem Volksfest gleicht.

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Exemplare mit bis zu 20 Kilo

Verkaufsreife Karpfen werden nach seinen Worten bis zur Auslieferung in sogenannten Hältern untergebracht, die kleineren Exemplare in die Winterbecken umgesetzt. Etwa drei bis fünf Sommer benötige ein Karpfen, bis er das Schlachtgewicht erreiche. Besonders alte und deshalb geschonte Tiere in seinen Teichen würden es vereinzelt auch auf 20 Kilogramm bringen, sagte Stahl.

Ein Fischer füllt Fisch zum Verkauf um, der aus den Lewitzer Karpfenteichen gefischt wurde.
Danny Gohlke/dpa

Ein Fischer füllt Fisch zum Verkauf um, der aus den Lewitzer Karpfenteichen gefischt wurde.

 

Mit dem nun zu Ende gehenden Jahr zeigte sich der Betreiber der landesweit größten Teichwirtschaft zufrieden. Der erneut trockene Sommer habe den von ihm gepachteten gut 30 Teichen mit einer Gesamtfläche von 750 Hektar kaum zugesetzt. „Solange die großen Seen einigermaßen Wasser führen und der Störkanal versorgt werden kann, haben auch die Teiche genug Wasser“, sagte Stahl.

Kormoran und Co. machen Konkurrenz

Dauerproblem bleibe aber die tierische Konkurrenz: Kormoran, Fischadler und Fischotter. „Der Verlust ist jedes Jahr groß. Ich muss die doppelte Zahl an Jungfischen einsetzen, um das angestrebte Ergebnis erreichen zu können“, erklärte der Binnenfischer. Den jährlichen Schaden allein für seinen Betrieb bezifferte er mit rund 200.000 Euro.

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Neben den hohen Besatzkosten würden sich auch Steigerungen bei Futterpreisen und Löhnen für die Verbraucher bemerkbar machen. Im Handel kostet das Kilo Karpfen derzeit zwischen 6,40 und 7,40 Euro.

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