Einsatzübung Kaliss/Liepe : Ausrücken zum Waldbrand

Einsatz am zweiten „Brandort“: Die Mallisser Feuerwehrkameraden rücken zum Löschen vor.  Fotos: Kathrin Neumann
Einsatz am zweiten „Brandort“: Die Mallisser Feuerwehrkameraden rücken zum Löschen vor. Fotos: Kathrin Neumann

Große Einsatzübung der Feuerwehren des Amtes Dömitz-Malliß

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08. Juni 2019, 16:00 Uhr

„Wasserentnahmestelle Teich. Verteiler dort auf die Ecke.“ Einsatzleiter Stefan Schneider, stellvertretender Amtswehrführer von Dömitz-Malliß, steht im Wald bei Liepe und gibt den Feuerwehrkameraden aus Liepe/Neu Göhren erste Befehle. Wenig später pflügt auch das Tanklöschfahrzeug der Heiddorfer durch den Sand. Mehrere Feuerwehren aus dem Amtsbereich waren am Donnerstagabend alarmiert worden. Doch schnell ist klar: Es handelt sich nur um eine Einsatzübung.

Forstamtsleiter: Brandgefahr bleibt ein Thema

Angeregt hatte die Übung das Forstamt Kaliß. „Unser Forstamt liegt mit der gesamten Fläche in der höchsten Waldbrandgefahrenklasse A, und wir müssen davon ausgehen, dass sich die Trockenheit der letzten zwei Jahre künftig fortsetzen wird“, begründet Forstamtsleiter Jörg Schröder den Vorstoß. Bei der Übung könnten die Kameraden ihr Zusammenwirken trainieren und die Ortskenntnis festigen. „Es geht darum, organisatorische Abläufe und technische Dinge zu prüfen“, so Schröder.

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Inzwischen haben die Heiddorfer ihr Fahrzeug in Stellung gebracht. Mithilfe des Wasserwerfers auf dem Dach feuern sie jede Minute Hunderte Liter Wasser auf den vermeintlichen Waldbrand. „Nachschub“ kommt über einen Schlauch aus einem weiteren Fahrzeug.

Brände in der Regel schnell gelöscht

Das Waldbrandgeschehen sei in der Region in den vergangenen 25 Jahren überschaubar gewesen, erklärt Jörg Schröder. „Das hängt auch mit der sehr, sehr guten Früherkennung zusammen.“ Insbesondere Gebiete, die zur Waldbrandgefahrenklasse A gehören, werden mithilfe von Kameras überwacht. „Das funktioniert gut, was auch die durchschnittliche Größe der Brände zeigt“, so Schröder. Bei 88 Waldbränden landesweit hätten im Vorjahr 31 Hektar Wald gebrannt – im Durchschnitt 0,35 Hektar. „Die Brände werden also in aller Regel schnell gelöscht.“

Auch die Forst selbst tut einiges, um große Waldbrände zu verhindern. „Wir haben im Forstamtsbereich rund 70 Löschwasserteiche“, erklärt der Amtsleiter. Allerdings gibt es da infolge der Trockenheit seit vergangenem Frühjahr ein Problem. „Der Grundwasserspiegel ist gesunken, und in der Folge fallen viele Teiche trocken.“ Die Einsatzübung hatte da schon in der Vorbereitung zu einer weiteren Erkenntnis geführt. „Ein Graben, aus dem wir Wasser entnehmen wollten, ist mittlerweile auch trocken gefallen, weil aus der Müritz-Elde-Wasserstraße kein Wasser mehr kommt“, so Schröder.

Ausrüstung muss verbessert werden

Laut Übungsszenario müssen die Kameraden schließlich noch einen Waldbrand im Nachbarrevier löschen. Die Mallisser und die Dömitzer übernehmen das mit Wasser direkt aus ihren Tanks. Und dann ist es geschafft. „Wir werden die Übung bei der nächsten Wehrführerdienstberatung auswerten“, erklärt Ronny Schult, Ordnungsamtsleiter des Amtes Dömitz-Malliß.

Forstamtsleiter Schröder zieht auch im Rückblick auf die Brände des vergangenen Jahres in munitionsbelasteten Wäldern bei Groß Laasch und Lübtheen einen ersten Schluss: „Es ist wichtig, dass die technische Ausstattung der Feuerwehren verbessert wird und dass von den angekündigten 50 Millionen Euro des Landes auch einiges in unsere Region fließt.“ Wie man beim Löschen von Waldbränden auf Flächen mit Munition und Munitionsresten vorgehen soll, sei nach wie vor unklar. „Aber im normalen Wald klappt das gut.“

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