Ludwigslust : „Das ist mehr wert als Geld“

nnn+ Logo
„Danke für ihre Arbeit“ – das haben Unbekannte vor den Supermarkt von Stephan Ueltzen in Ludwigslust geschrieben.
„Danke für ihre Arbeit“ – das haben Unbekannte vor den Supermarkt von Stephan Ueltzen in Ludwigslust geschrieben.

Unbekannte bedanken sich bei Supermarkt Ueltzen

Exklusiv für
NNN+ Nutzer
nnn+ Logo

von
26. März 2020, 18:00 Uhr

So richtig konnte Stephan Ueltzen seinen Augen nicht trauen, als er Donnerstagmorgen zur Arbeit kam. Vor seinem Supermarkt in der Klenower Straße hatten Unbekannte den Schriftzug „Danke für ihre Arbeit“ mit gelber Kreide auf den Boden geschrieben. Diese Geste rührt den Geschäftsmann. „In der vergangenen Woche sind meine Mitarbeiter und ich wegen Corona an unsere Schmerzgrenze gekommen. Und wenn man dann so etwas liest – das ist mehr wert als Geld.“

So langsam kehrt wieder etwas Normalität in den Supermarkt von Stephan Ueltzen ein. Die vergangene Woche war für das ganze Team eine Herausforderung: Regale ständig auffüllen, die neuen Abstands- und Hygieneregeln verinnerlichen, Kunden vertrösten, wenn auch am zweiten Tag kein neues Toilettenpapier da ist. „Das muss ich leider zugeben – wir haben immer noch kein Toilettenpapier.“ Auch wenn vereinzelt Waren fehlen, ist die Stimmung im Markt noch gut. Die Kunden halten sich laut Stephan Ueltzen größtenteils an die Vorschriften, Hamsterkäufe gibt es hier nicht. „Und auch meine Mitarbeiter sind noch nicht in Panik verfallen.“ Man ziehe an einem Strang, denn nur so könne man die aktuell schwierige Lage überstehen.

Daher kam die Botschaft, die auch vor die benachbarte Apotheke und das Ärztehaus geschrieben wurde, genau zur richtigen Zeit. „Die Worte haben uns ungemein aufgebaut. Daher möchten wir uns auch bei dem Überbringer bedanken“, so Stephan Ueltzen.

Um Kunden und Mitarbeiter zu schützen, wurden Plexiglasscheiben vor den Kassen angebracht. Auf dem Fußboden regelt Klebeband den vorgeschriebenen Abstand zum nächsten Kunden. „Und daran hält sich der Großteil der Kunden auch wirklich.“ Lediglich Mitarbeiter, die Handschuhe tragen, sucht man bei Ueltzen vergebens. „Ich bin ein Gegner davon. Denn wenn man das richtig machen wollen würde, müssten wir nach jedem Kunden die Handschuhe wechseln. Bei 600 Kunden am Tag ist das unmöglich.“ Viel wichtiger sei es, regelmäßig die Hände zu waschen und anschließend richtig zu trocken. „Das habe ich meinen Mitarbeitern auch so erklärt. Aber wer sich damit besser fühlt, darf natürlich trotzdem Handschuhe tragen.“

Wer aktuell nicht selber einkaufen gehen möchte, kann seine Einkaufsliste auch telefonisch (03874 / 2 06 09) im Markt abgeben. „Wir packen dann die Waren zusammen und liefern sie am nächsten Tag aus“, erklärt Stephan Ueltzen.

Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus finden Sie in unserem Liveticker und auf unserer Dossierseite.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen