Ludwigslust : Für gesunde Beißerchen

Hat für jedes Baby ein Geschenk mit: Prophylaxe-Assistentin Janet Koberstein informiert über Zahngesundheit.
Hat für jedes Baby ein Geschenk mit: Prophylaxe-Assistentin Janet Koberstein informiert über Zahngesundheit.

Prophylaxe-Assistentin Janet Koberstein vom Fachdienst Gesundheit des Kreises besuchte die Profamilia Krabbelgruppe

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04. Dezember 2018, 20:00 Uhr

Die ersten Babys krabbeln schon bei Hebamme Elfriede Rieckhoff durchs Zimmer. Eine Decke wurde ausgebreitet, ein Kuscheltier liegt dort, ein anderes daneben, die Rassel wird sofort in Beschlag genommen. Die Krabbelgruppe von Profamilia trifft sich wieder in Ludwigslust. Elf kleine Mädchen und Jungen raufen sich zusammen, während sich die Mütter – ein Papa ist auch dabei – mit Janet Koberstein unterhalten. „Ich bin die große Zahnfee“, sagt sie und lächelt. „Die kleine bin ich natürlich nicht. Die hat Flügel und passt durch ein Schlüsselloch.“ Doch allein ist die Prophylaxe-Assistentin nicht gekommen. Sie hat ihren grünen Helfer dabei – einen Dino. Janet Koberstein reist für den Fachdienst Gesundheit durch den Landkreis Ludwigslust-Parchim. Und spricht dort mit Eltern über das Thema Zahngesundheit.

Auch die kleinen Beißerchen brauchen schon Pflege. „Auch wenn noch keine Zähne da sind, massieren Sie einfach mal das Zahnfleisch Ihres Kindes“, erklärt Janet Koberstein. Am besten wäre es, wenn auch die werdende Mama bereits in der Schwangerschaft regelmäßig zum Zahnarzt geht. „Viele werdende Mütter haben in der Schwangerschaft oft mit Zahnfleischbluten zu kämpfen“, sagt die „große Zahnfee“. Laut zahnärztlichem Kinderpass, den Janet Koberstein nach der Beratung verteilt, sollten Babys bereits zwischen dem sechsten und neunten Monat das erste Mal beim Zahnarzt vorstellig werden. Aus einem ganz einfachen Grund: „Karies ist ansteckend und über den Speichel übertragbar“, erklärt Janet Koberstein. Und: In den ersten Lebensjahres eines Kindes wird der Grundstein für gesunde Zähne und eine gesunde Kieferentwicklung gelegt. Deshalb gibt es neben den Früherkennungsuntersuchungen, den sogenannten U-Untersuchungen, auch die UZ, die zahnärztlichen Untersuchungen – angefangen vom sechsten Monat bis zum sechsten Lebensjahr. „Mit ungefähr sechs Jahren kommt der erste Backenzahn“, sagt die Prophylaxe-Assistentin des Landkreises.

Mittlerweile haben die kleinen Babys die „große Zahnfee“ für sich entdeckt und tummeln sich um Janet Koberstein. Sie verteilt fleißig Zahnbürsten an die Mädchen und Jungen. Viele von ihnen haben bereits ihre ersten Milchzähne. „Zähneputzen soll Spaß bringen. Und nicht im Stress enden“, sagt Janet Koberstein. Sie empfiehlt den Eltern, bis ihre Kinder gut leserlich Schreibschrift können, immer noch nachzuputzen. Geputzt wird nach folgendem Schema: Erst K, dann A, dann I – zuerst die Kauflächen, dann die Außen- und zum Schluss die Innenflächen der Zähne.

Die Mütter interessiert vor allem auch, welche Zahnpasta die Expertin empfehlen kann. Schließlich gebe es so viel Auswahl. Für die eine Kinderzahncreme entscheidet sich Janet Koberstein jetzt nicht. Doch vor allem auf eines sollte geachtet werden: „Nicht zu süß. Generell wenig Süßes sollten die Kinder bekommen.“ Die Prophylaxe-Assistentin verflucht vor allem die kleinen Obst-Quetschies, Obstbrei in Tüten. „Die sind viel zu süß, und die Kinder verlernen das Kauen“, warnt die Expertin. „Das ist ja auch kein Essen“, wirft Hebamme Elfriede Rieckhoff ein. Wer genau wissen will, welche Inhaltsstoffe in Kosmetika oder Lebensmitteln enthalten sind, der sollte sich die App Codecheck herunterladen. „Mit grün, gelb und rot wird angezeigt, ob das Produkt bedenklich ist oder nicht. Und was genau darin enthalten ist.“ Viele Muttis kennen diese App bereits, nutzen sie.

Initiiert wurde das Projekt mit der zahnärztlichen Beratung vor einigen Jahren über das Familien-Informations-Netzwerk des Landkreises – kurz FIN. „Jetzt haben wir das von der Profamilia Beratungsstelle übernommen“, erklärt Evamaria Menz-Georgi. Sie selbst findet es wichtig, dass über die Zahngesundheit von Anfang an informiert wird. Deshalb arbeitet die Beratungsstelle auch eng mit dem Kreis zusammen.

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