Rückblick auf 2019 : Grabower können stolz sein

Möchte gemeinsam mit den Grabowern am Erfolg der Stadt arbeiten: Bürgermeisterin Kathleen Bartels.
Möchte gemeinsam mit den Grabowern am Erfolg der Stadt arbeiten: Bürgermeisterin Kathleen Bartels.

Im SVZ-Interview schaut Bürgermeisterin Kathleen Bartels auf ein erstes und bewegtes 2019 zurück. Im kommenden Jahr soll es erfolgreich weitergehen

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26. Dezember 2019, 19:00 Uhr

Ein aufregendes Jahr liegt hinter Grabows Bürgermeisterin Kathleen Bartels (SPD). Seit gut einem Jahr besetzt sie diesen Posten in der Fachwerkstadt. Wiedereröffnung des Museums, Fertigstellung und Einweihung der „Eldehalle“ im Hufenweg, Rückkehr des „Sackträgers“ und Enthüllung beim Grabower Lichterfest, neue Geschäfte in der Innenstadt direkt am Marktplatz... Zum Ende des Jahres gab es dann noch einmal einen weiteren Erfolg: Grabow, Ludwigslust und Neustadt-Glewe haben den Zuschlag der Hamburger Metropolregion für das Leitprojekt „Bezahlbarer Wohnraum“ bekommen. Jetzt gilt es weiter zusammenzuarbeiten, um Ergebnisse zu liefern. Dessen ist sich Kathleen Bartels bewusst, wie sie im Interview SVZ-Redakteurin Sabrina Panknin verrät.

Frau Bartels, das erste Jahr als Bürgermeisterin liegt hinter Ihnen. Welches Fazit ziehen Sie?

Bartels: Ich ziehe ein sehr positives Fazit. Es war ein sehr spannendes und intensives Jahr. Ich habe schon vorher in der Stadtverwaltung gearbeitet, aber als Bürgermeisterin habe ich einen ganz anderen Einblick bekommen, wie die Stadt funktioniert.

Welche großen Herausforderungen gab es in diesem Jahr?

Für mich ganz persönlich war es die Vielfalt, die dieses Amt mit sich bringt. Ich habe mich zunächst in alle Aufgaben eingearbeitet. Wir haben in diesem Jahr viel gebaut und Bauvorhaben vorbereitet. Unter anderem wurde die Sporthalle fertig, mit dem Bau in der Kirchenstraße 12/13 wurde angefangen. Das Museum hat ein neues Erscheinungsbild bekommen. Ein Projekt, das mir besonders am Herzen lag, weil ich es von Anfang an begleitet habe. Das, was wir in diesem Jahr erreicht haben, kann sich sehen lassen.

Sie haben die Kirchenstraße 12/13 bereits angesprochen. Das ist nicht das einzige Bauvorhaben, das es in der Stadt gibt. Wie sieht es mit anderen Vorhaben in der Stadt aus?

Wir werden die Kirchenstraße im kommenden Jahr fertigstellen. Auch den Straßenbau in der Ludwigsluster Chaussee, wo die Bauarbeiten im Herbst begonnen haben sowie die Straße Am Irrgarten werden wir 2020 abschließen. Für die Schüler und Lehrer an der Regionalen Schule „Friedrich Rohr“ wollen wir gute Rahmenbedingungen schaffen und damit auch den Schulstandort Grabow stärken. Das erreichen wir mit dem Anbau, mit dem wir wohl im Frühjahr 2020 starten können.

Eines der Vorhaben steht vis-à-vis vom Rathaus. Der neue Amtssitz – noch verhüllt. Die Grabower fragen immer wieder, wie es weitergeht. Was können Sie dazu sagen?

Die Marktstraße 9 ist wirklich eine Herausforderung. Die Statikprüfung hat sehr lange gedauert. Deshalb liegen wir ein wenig im Hintertreffen. Die Sicherung des Vorderhauses ist der nächste notwendige Schritt, bevor wir mit der Gründung des Anbaus beginnen können. Je nach Wetterbedingungen hoffe ich, dass wir damit bald beginnen können.

Die Stadt hat in diesem Jahr auch den Juwelierladen in der Marktstraße gekauft. Was haben Sie damit vor?

Auch hier laufen die vorbereitenden Maßnahmen, damit 2021 gebaut werden kann. Geplant ist ein Ladengeschäft im Untergeschoss, im Obergeschoss soll Wohnen möglich sein. Wir wollen damit ein zusätzliches Angebot für die Grabower schaffen.

Facharztmangel – ein Stichwort, das nahezu überall zu hören ist. Grabow will dem mit dem geplanten Ärztehaus in der Berliner Straße entgegentreten. Ruhig ist es darum aber dennoch geworden.

Nun, niemand kann oder sollte vor dem demografischen Wandel die Augen verschließen. Wir hier in Grabow wissen um unsere Verantwortung gerade für unsere Senioren und unsere Familien. Die Verhandlungen laufen noch immer. Die Helios-Kliniken Schwerin stehen nach wie vor an unserer Seite. Aufgrund dessen, dass stationäre und ambulante Behandlungen in Deutschland strikt getrennt sind, brauchen wir die Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung für das Ärztehaus. Grund: Fachärzte aus dem Schweriner Klinikum sollen in einem regelmäßigen Turnus Sprechstunden in Grabow anbieten. Um das anbieten zu können, muss diese Trennung aufgeweicht werden.

Ums liebe Geld geht es immer wieder – auch in den Stadtvertretersitzungen wird immer wieder die Frage nach den Finanzen der Stadt gestellt. Sie haben gerade erst den städtischen Haushalt für 2020 beschlossen. Wie sieht es aus?

Wissen Sie, es gibt da eine sehr große Herausforderung für uns: Das sogenannte Finanzausgleichsgesetz. Da wurden kleine Städte wie Grabow deutlich schlechter gestellt als bisher, denn wir erhalten künftig wesentlich geringere Zuweisungen. Dennoch konnten wir der Stadtvertretung einen ausgeglichenen und soliden Haushalt präsentieren, der uns wichtige Spielräume für Investitionen lässt. Nicht zuletzt durch viele kluge Entscheidungen aus der Vergangenheit sind wir also weiterhin in der Lage, aus eigener Kraft wichtige Vorhaben zu realisieren, auch wenn die zur Verfügung stehenden Mittel im Haushalt nicht mehr so üppig sind. Darauf bin ich sehr stolz.

Vor wenigen Wochen gab es eine Festveranstaltung zu 30 Jahre Mauerfall. Ein Videofilm hat gezeigt, wie sich Grabow in diesen vergangenen Jahren nach der Wende entwickelt hat. Reicht das jetzt?

Grabow kann stolz auf das bisher Erreichte sein, aber wir haben auch noch vieles vor. Vor allem das Thema Wohnen wollen wir in den nächsten Jahren angehen. Gemeinsam mit Ludwigslust und Neustadt-Glewe haben wir den Zuschlag für das Leitprojekt „Bezahlbarer Wohnraum in der Metropolregion Hamburg“ bekommen. Jetzt soll daran intensiv gearbeitet werden. Barrierefrei, altersgerecht sollen Wohnräume oder Bauplätze sein. Wir müssen jetzt dafür eine Datenbasis für den konkreten Bedarf an verschiedenen Wohnformen schaffen. Grabow muss sich zukünftig noch besser als attraktiver Wirtschaftsstandort positionieren, was wir mit dem Gewerbepark A14 erreichen werden. Auch die Projekte innerhalb der Demografiewerkstatt Kommunen gehen weiter. Dabei geht es vor allem um die Innenstadtbelebung. Ich bin froh, dass wir in den Gewerbetreibenden ganz tolle Partner gefunden haben, die tolle Ideen mitbringen, wie wir gemeinsam Grabow noch attraktiver und lebenswerter machen können. Dazu gehört auch der Tourismus und wir wollen im kommenden Jahr eine Spielplatzoffensive starten.

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