Ludwigslust : Große Schäden im Stadtforst

Wald im Bereich des Heldenhains. Die Trockenheit hat dort insbesondere viele Buchen geschädigt.
Wald im Bereich des Heldenhains. Die Trockenheit hat dort insbesondere viele Buchen geschädigt.

Stürme, Trockenheit und Borkenkäfer: Rund 9000 Festmeter Holz aus dem Wald geholt

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28. November 2019, 05:00 Uhr

Trauerspiel im Ludwigsluster Stadtforst. Stürme, anhaltende Trockenheit und jetzt auch noch Borkenkäferbefall haben den Baumbeständen zugesetzt. Rund 9000 Festmeter Holz mussten deshalb seit 2018 aus dem Wald geholt werden. Über dessen Zustand informierte Stadtförster Karl August Ihde den Wirtschaftsausschuss.

Windwurf, Trockenschäden und Käferbefall

„2018 haben wir unsere durchschnittliche Jahreseinschlagsmenge ausschließlich aus Windwurf erreicht“, erklärte Karl August Ihde. „Und das setzte sich in diesem Jahr fort.“ Hinzugekommen sei jedoch das Käferholz, besonders in der Fichte.

Bis Mai summierten sich Windwurf- und Käferholz auf knapp 3300 Festmeter Holz. „Und im kurzen Zeitraum zwischen Juni und Oktober haben wir infolge von Windwurf, Trockenschäden und Käferbefall weitere 985 Festmeter einschlagen müssen“, so Ihde. Bis Jahresende werden weitere 800 Festmeter Käferholz erwartet, die eingeschlagen werden, um dem Befall Einhalt zu gebieten.

Trockenschäden im Laubholz

Im Laubholz sind es vor allem Trockenschäden, die zum Einschlag von weiteren 400 bis 600 Festmetern führen. Schwerpunkt ist dabei der Bestand im Bereich des Heldenhains. „Die Buchen sind zu etwa 70 Prozent betroffen, was sich durch Buchenschleimfluss als Sekundärschaden der Trockenheit zeigt“, so der Stadtförster. „Bakterien haben das Kambium befallen, und der Baum ist zum Absterben verurteilt.“ Zur Schadensbegrenzung und um den Wertverlust möglichst gering zu halten, sollen dort noch in diesem Monat die Fällarbeiten beginnen. Knapp die Hälfte des befallenen Holzes wird eingeschlagen, bei der Eiche rund zehn Prozent.

Der Stadtförster hat gemeinsam mit dem Forstamt Grabow auch die Zeit danach schon im Blick. „Die Buche lässt sich gut über Naturverjüngung aufforsten“, erklärt Karl August Ihde. „Dazu wird, bevor der Samenfall einsetzt, der Boden zumeist mit einer Scheibenegge bearbeitet, damit der Samen auf dem Mineralboden landet und zum Keimen kommt.“

Stadt plant Wiederaufforstung

Auch in anderen Beständen plant die Stadt Wiederaufforstungen, zum Teil mithilfe von Fördermitteln. In diesem Frühjahr wurden 4,5 Hektar bereits fertiggestellt, auf weiteren 12,5 Hektar sind Wiederaufforstungen geplant oder laufen bereits.

Es sei erstaunlich, was für Schäden im Stadtwald aufgetreten sind, meinte Uwe Langmaack (Alternative für Ludwigslust). „Ich finde gut, dass man die Natur wieder wirken lässt“, betonte er und fragte, ob auch die Möglichkeit bestünde, weitere Flächen der Stadt zu bepflanzen, die derzeit nicht bepflanzt sind. Das bejahte Karl August Ihde prinzipiell und verwies auf die Waldflächen, die derzeit nicht bestockt sind, Nichtholzboden genannt. „Aber als Stadt dürfen wir nicht vergessen, dass wir noch einige Baumaßnahmen vorhaben, für die wir dann einen Ausgleich schaffen müssen.“

Insgesamt besitzt die Stadt rund 670 Hektar Wald – relativ gleichmäßig verteilt rund um Ludwigslust. „Typisch für die Griese Gegend hat die Kiefer mit 53 Prozent den größten Anteil“, so Karl August Ihde. Vor 25 Jahren habe dieser allerdings noch um zehn Prozent höher gelegen.

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