Ludwigslust : Mehr schnelle Züge?

Bahnchef Lutz hatte vor knapp einem Jahr verkündet, dass schnelle Züge ab dem Fahrplanwechsel 2021 im Halb-Stunden-Takt zwischen Hamburg und Berlin fahren sollen.
Bahnchef Lutz hatte vor knapp einem Jahr verkündet, dass schnelle Züge ab dem Fahrplanwechsel 2021 im Halb-Stunden-Takt zwischen Hamburg und Berlin fahren sollen.

Ludwigslust wünscht sich dann zusätzliche Halte – Mögliche Folgen für Nahverkehr

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27. Januar 2020, 05:00 Uhr

Wenn ab Ende 2021 schnelle Züge alle halbe Stunde zwischen Berlin und Hamburg fahren, möchte auch Ludwigslust davon profitieren. „Wir wollen der DB Fernverkehr deutlich machen, dass es für uns ganz wichtig ist, dass von den vielen Zügen noch ein paar mehr in Ludwigslust halten“, betonte Bürgermeister Reinhard Mach beim Neujahrsempfang. „Auch damit unsere Landeshauptstadt noch besser an Berlin angebunden wird.“ Dabei setzt der Bürgermeister auf die Unterstützung der Städte Hamburg und Berlin, bat aber auch Christian Pegel, den Infrastrukturminister von MV, um Hilfe.

Die Unterstützung sicherte Christian Pegel zwar prinzipiell zu, er wies aber auch auf einen Haken hin, den die Sache hat. „Der Halb-Stunden-Takt, der Ihnen so gut gefällt, ist für mich auch ein Grund zur Sorge“, sagte er. „Denn zwischen Hagenow und Hamburg haben wir eine Konkurrenzsituation mit dem Nahverkehr.“ Und da müsse man wissen, dass der Fernverkehr den Nahverkehr überholen dürfe – egal, wo er ihn trifft. Der Nahverkehr müsse sozusagen rechts ranfahren und den Fernverkehr passieren lassen: „Deshalb habe ich die Sorge, dass der Nahverkehr, den ich auch sehr gern mag und der für die Pendler wichtig ist, dann noch mehr Züge vorbeilassen muss.“

Auf der anderen Seite sieht der Minister genau diesen Fakt auch als mögliches Argument gegenüber der DB Fernverkehr: „Wenn die Bahn uns auf der einen Seite solche Herausforderungen beschert, erwarten wir auch, dass wir auf der anderen Seite mehr Halte bekommen“, so Christian Pegel. Man kämpfe gern gemeinsam und ergebnisoffen. „Die Mühe ist es wert, weil es eine tolle Fernverkehrsanbindung ist.“

Aber dann brauche Ludwigslust einen barrierefreien Zugang zu den Bahnsteigen, meinte der Minister mit Blick auf das teure und wohl auch deshalb nicht ganz unumstrittene Tunnelprojekt. Die vorhandene Fußgängerunterführung nannte er „museales Vorzeigestück“ mit gewisser Bedrängungswirkung. Ein Bahnhof müsse attraktiv sein und die Gäste mit offenen Armen empfangen: „Über 30 Jahre nach der deutschen Einheit ist es an der Zeit, an so einem wichtigen Umsteigepunkt als Bahn zu zeigen, dass man die Zeichen der Zeit erkannt hat.“

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