Hagenow : „Nur noch auf den Knopf drücken“

Symbolbild an einem für Hagenow symbolischen Tag: Sozialministerim Stefanie Drese (Mi.) brachte gestern de entscheidenden Mittel, damit der Hort an der Europaschule neue gebaut werden kann.
Symbolbild an einem für Hagenow symbolischen Tag: Sozialministerim Stefanie Drese (Mi.) brachte gestern de entscheidenden Mittel, damit der Hort an der Europaschule neue gebaut werden kann.

Nach dem Bescheid über 3,857 Millionen Euro kann Hagenow ab Montag die Ausschreibung für den Hortneubau starten

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20. Juni 2020, 05:00 Uhr

Selten ist eine Ministerin so sehnsüchtig erwartet worden, wie gestern Sozialministerin Stefanie Drese. Brachte sie doch den seit Wochen verbindlich angekündigten Förderbescheid für den Neubau des Hortes an der Europaschule mit. Mit den 3,857 Millionen Euro kommt Hagenow nicht nur aus den Ankündigungen und Hoffnungen für den Hort heraus. Dieser Neubau ist auch Teil des Gesamtprojektes Europaschule, das nun endlich auch vorwärts kommt.

Bürgermeister Thomas Möller versuchte gestern gegenüber der Ministerin höflich zu bleiben, schließlich war ihm der Bescheid schon Ende Mai verbindlich zugesagt worden. Und die Aufsichtsbehörden hatten der Stadt Hagenow ins Stammbuch geschrieben, entweder den Fördermittelbescheid abzuwarten oder die volle finanzielle Verantwortung zu übernehmen. Hagenow zog es dann doch vor, zu warten. Schließlich geht es allein beim Hort aktuell um eine Gesamtsumme von 6,04 Millionen Euro. Zusätzlich zu der gestern überbrachten Förderung erwartet Hagenow in der Sache weitere 900 000 Euro von einem anderen Ministerium.

Dennoch kann Hagenow mit den Millionen aus dem „Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung“ (EFRE) für den Bereich Integrierte nachhaltige Stadtentwicklung loslegen. „Jetzt müssen wir nur noch auf den roten Knopf“ drücken“, zeigte sich Thomas Möller erleichtert. Das bedeutet konkret, dass am Montag die Ausschreibung für den Neubau gestartet wird. Bauamtsleiter Dirk Wiese geht vom Baubeginn im September aus. Die geplante Bauzeit beträgt zwar 17 Monate. Es gibt aber Aussichten, das Hortgebäude vielleicht schon Ende 2021 eröffnen zu können.Das neue Hortgebäude ist mit 192 Plätzen nebst Multifunktionsraum geplant. Zur Feier des Tages hatte Hagenows Bürgermeister auch Stadtvertreter und Mitarbeiter der Verwaltung im Rathaussaal versammelt. Ministerin Drese machte es kurz und schmerzlos, zumal sie in Vertretung des eigentlich zuständigen Infrastrukturminister Christian Pegel nach Hagenow gekommen war. Als Sozialministerin sei sie aber natürlich auch für den Hort zuständig.

Der Neubau des Hortes, den die Stadt Hagenow eigentlich schon im Frühjahr beginnen wollte, ist aber nur ein Puzzlestein für das Gesamtprojekt Europaschule. Der jetzige Plattenbau soll durch einen Neubau ersetzt werden, weil sich eine Sanierung nicht mehr lohnt. Das war durch die Landesregierung festgestellt worden. Um die Schule auf dem engen Areal im Stadtteil Kietz bauen zu können, muss zunächst die alte Sporthalle abgerissen werden. Zumindest diesen Punkt will die Stadt noch in diesem Jahr anpacken. Laut Bauamtsleiter Wiese sei nicht ausgeschlossen, dass der Abriss noch 2020 kommt.

Ob es so wird, hängt wie allen anderen Schritte, ganz entscheidend von den Förderungen ab. Und die sind erst durch Bescheide sicher. Insofern braucht Hagenow noch viele Besuche von Ministern, die mit Förderbescheiden ins Rathaus kommen.

Kommentar


Es ist ein Anfang


Bürgermeister Möller war anzumerken, dass er in Sache Europaschule unter Druck gerät. Vor allem die CDU drängelt und will Ergebnisse sehen. Insofern ist die gestrige Übergabe tatsächlich ein Durchbruch, auch für ihn. Die ganze Angelegenheit zeigt aber auch, wie abhängig eine Stadt von der Landesregierung geworden ist. Die Besuche und Gespräche in den Ministerien werden von den Kommunalpolitikern nicht umsonst als peinliche Betteltouren empfunden. Zarrentin hat aus dieser Not eine Tugend gemacht und ist in dieser Disziplin unumstrittener Regionalmeister. Man muss aber auch sehen, dass die Schaalseestadt seit zehn Jahren um ihren Schultraum bettelt. In Hagenow könnte es jetzt deutlich schneller gehen. Doch die letzten Skeptiker werden erst richtig überzeugt werden, wenn an der neuen Europaschule tatsächlich gebaut wird. Bis dahin muss leider noch manche Schleimspur direkt in die Ministerien führen.

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