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Parchim Friedhofsweg behält seine Linden

Von Wolfried Ptzold | 20.12.2017, 21:00 Uhr

Stadtvertreter geben grünes Licht für Ausbau des Friedhofsweges. Sechs-Meter-Fahrbahn künftig mit Asphalt. Zufahrt zum Festplatz.

Der Friedhofsweg gehört eher zu den ruhigen Nebenstraßen in der Kreisstadt. Doch einmal im Jahr – rund um das erste Novemberwochenende – sind auf dieser Straße Zehntausende unterwegs, um zum traditionellen Martinimarkt zu gelangen. Was den Besuchern aus nah und fern nur an wenigen Tagen auffällt, haben die Anwohner täglich vor Augen: weite Teile der Straße sind mit unregelmäßigem Natursteingroßpflaster und auch mit Granitkleinpflaster immer schlechter passierbar. Die Fahrbahn weist Setzungen, Sackungen und Spurrinnen auf. Das soll sich nun bald ändern. Die Stadtvertreter haben auf ihrer jüngsten Sitzung die so genannte „nachmalige“ Straßenwiederherstellung des Abschnitts des Friedhofsweges zwischen Loescherweg und der Bergstraße (Festplatz) beschlossen. Im Einzelnen sollen auf rund 410 Metern eine sechs Meter breite Fahrbahn, eine Straßenentwässerung, Gehwege auf beiden Seiten (nördlich 2,50 Meter und südlich 2 Meter Breite) sowie eine zeitgemäße Straßenbeleuchtung entstehen.

Die Ursache für den schlechten Straßenzustand beschreiben die Experten so: Das Pflaster wurde seinerzeit auf einem ausgeschobenen Planum des natürlich anstehenden Bodens lediglich in eine Kiessandschicht gesetzt. Trag- und Frostschutzschichten, wie sie heute dem technischen Regelwerk entsprechen, gibt es nicht. Damit ist der Friedhofsweg mit den aktuellen Verkehrslasten schlicht überfordert.

Entschieden wurde, künftig Asphalt für die Fahrbahn einzubauen. Die Gehwege sollen Betonrechteckpflaster bekommen. Auf dem südlichen Gehweg ist neben der Breite von zwei Metern ein 50 Zentimeter breiter Sicherheitsstreifen geplant, um den Bedürfnissen des Martinimarktes gerecht zu werden. Der Radverkehr soll weiterhin über die Straße rollen, nachdem ermittelt wurde, dass nur weniger als 400 Autos diesen Abschnitt pro Stunde nutzen.

Die neun Großlinden bleiben erhalten und müssen während der Bauarbeiten umfassend geschützt werden. Ein Baumsachverständiger wird dies überwachen. Die Straßenlampen aus den 1970er Jahren werden ersetzt und unterirdische Ver- und Entsorgungsleitungen erneuert.

Die Eigentümer der anliegenden Grundstücke sind mit Ausbaubeiträgen mit im Boot. Finanzielle Mehraufwendungen, die durch die temporäre Nutzung als Zufahrt zum Martinimarkt entstehen, werden gesondert ausgewiesen und alleinig von der Stadt getragen. Die Gesamtmaßnahme kostet rund 717 000 Euro, die etwa zur Hälfte mit Mitteln aus dem Stadthaushalt bezahlt werden.