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Parchim Hund beißt kleinem Mädchen ins Gesicht

Von Katja Müller und Katja Frick | 24.11.2021, 14:27 Uhr

Schwerverletzt wird das Kind in eine Klinik geflogen. Polizei prüft den Fall. Der Hund der Familie sei bereits eingeschläfert worden.

Zu einem tragischen Unglück kam es am 23. November am Abend in Parchim. Bei der Einsatzleitstelle ging gegen 19 Uhr der Notruf ein, dass ein kleines Kind von einem Hund angegriffen und schwer verletzt worden sei. Das Tier hatte dem kleinen Mädchen ins Gesicht gebissen. Das eineinhalb Jahre alte Mädchen wurde per Rettungshubschrauber in die Universitätsklinik Rostock geflogen.

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Polizei erfuhr erst durch Nachfragen der Medienvertreter von dem Fall

Der Vorfall wurde der Polizei erst am 24. November bekannt. Der Vorfall sei in der Wohnung der jungen Familie passiert. „Der Hund der Familie soll ersten Informationen zufolge aus noch unbekannter Ursache das Mädchen unvermittelt angegriffen und gebissen haben. Weitere Einzelheiten sind noch nicht bekannt, da Zeugen des Vorfalls bislang noch nicht befragt werden konnten“, erklärte Klaus Wiechmann, Sprecher der Polizeiinspektion Ludwigslust. Aufgrund des derzeit bekannten Sachstandes prüft die Polizei nun eine Anzeige wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung. Der Hund sei bereits auf Wunsch der Familie eingeschläfert worden.

Die Facebookseite Rostock News hatte zuvor weitere Einzelheiten berichtet. So soll es sich bei dem Hund um einen Old English Bulldog handeln. Die Rasse gilt nicht als Kampfhund und steht auch nicht in Mecklenburg-Vorpommern auf der sogenannten Rasseliste „sofern sein Verhalten als ungefährlich erachtet wird“, heißt es auf einer Website für Hunderecht.

Das Mädchen soll durch den Familienhund so schwere Verletzungen im Gesicht, Kopf und Halsbereich erlitten haben, dass sie in Lebensgefahr schwebte. Deshalb wurde durch den behandelnden Notarzt ein Intensivtransporthubschrauber aus Rostock angefordert. Zwischenzeitlich hatten die Rettungskräfte immer wieder Probleme, den Kreislauf des kleinen Mädchens stabil zu halten.

Feuerwehr Parchim mit 23 Kameraden im Einsatz

Das Haus der Familie soll sich in der Straße Auf dem Sassenhagen befinden. Wegen der Dunkelheit wurde für die Landung des Rettungshubschraubers eine angrenzende Wiese zum Landeplatz umfunktioniert. „Wir waren mit 21 Kameraden und zwei Führungskräften im Einsatz“, sagte Frank Lampe, stellvertretender Wehrführer der Parchimer Feuerwehr, der am Dienstagabend dabei war. Die Einsatzleitung hatte Maik Kostecki. Für die Landung des Hubschraubers der Johanniter Luftrettung wurde am Wiesenring die Wiese an der Buswendeschleife ausgeleuchtet. „Wir haben auf unseren Fahrzeugen Lichtmasten, die haben wir für die Ausleuchtung ausgefahren“, so Lampe.

Das verletzte Mädchen soll in der Nacht notoperiert worden sein und sich mittlerweile außer Lebensgefahr befinden, wird aber weiter auf einer Intensivstation behandelt. Die Parchimer Familie steht derweil unter Schock.