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Wohnen in der Eldestadt Immobilienpreise steigen auch in Parchim

Von Alexander Block | 23.07.2021, 15:47 Uhr

Von den Großstädten ausgehend, klettern die Preise für Immobilien in die Höhe. Auch Parchim bleibt von dieser Entwicklung nicht verschont. Dennoch ist der Wohnraum hier noch bezahlbar.

Der Wohnungsmarkt in Deutschland ist seit Jahren angespannt. Die Nachfrage ist höher als die Zahl der gebauten Wohnungen. Zudem wollen viele Menschen gerne ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung besitzen. Besonders in den Metropolen steigt die Nachfrage.

Das hat auch Auswirkungen auf Parchim. Denn immer mehr Menschen wollen oder können nicht mehr in den Großstädten wie Hamburg oder Berlin leben und ziehen hinaus in ländlicher geprägte Regionen.

Parchim liegt weit unter dem Landesdurchschnitt

Das führt dazu, das nun auch hier die Immobilienpreise steigen. „Die vorgenannten Effekte führen naturgemäß zu spürbar steigenden Preisen. In einzelnen Bereichen ist eine Verdopplung der Preise von Grundstücken, bebauten Flächen und Wohnungen zu beobachten. Dies gilt gleichermaßen für Bestandsobjekte wie Neubauprojekte“, erklärt Jörg Mahler, Immobilienmakler der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin.

Laut Angaben des Immobilienpreisspiegels von wohnungsbörse.net aus dem Mai heißt das, dass Käufer für ein bestehendes Haus in der Größe von 100 Quadratmetern im Durchschnitt 1477,10 Euro pro Quadratmeter zahlen müssen. Damit liegt die Eldestadt aber noch weit unter dem Landesschnitt von 2644,43 Euro pro Quadratmeter.

„Im Vergleich zu Städten wie Hamburg oder Berlin ist Wohneigentum in Parchim und Umgebung aber immer noch sehr günstig“, sagt Mahler. „Dort liegen die Preise schon mal bei 5000 Euro pro Quadratmeter für eine 100 Quadratmeter große Immobilie.“

Warteliste der Interessenten lang

In Parchim ist zur Zeit besonders die Nachfrage nach einem Grundstück in dem geplanten Neubauviertel in der Regimentsvorstadt hoch. Hier sollen 50 Einfamilienhäuser und teils Doppelhäuser entstehen. Auch zwei- bis dreigeschossige Mehrfamilienhäuser sollen gebaut werden.

Obwohl die Flächen noch nicht zum Verkauf stehen, gebe es bereits eine Warteliste mit Interessenten, heißt es von der Stadt. „Wie bekannt ist, laufen derzeit die Arbeiten für die Munitions- und Kampfmittelbeseitigung. Der Abschluss dieser Arbeiten ist Voraussetzung, dass mit den Erschließungsarbeiten, also dem Bau der Ver- und Entsorgungsleitungen und der Straßen, begonnen werden kann. Sobald hier die tatsächlichen Kosten vorliegen, ist auch die Kalkulation des Grundstückspreises möglich“, erklärt Stadt-Pressesprecher Torsten Schünemann.

Sogar Ackerland wird deutlich teurer

Ebenso wie die Preise für Wohnimmobilien klettert auch der Preis für Ackerland stark an. Von 2010 bis 2020 sind die Pachtpreise für Ackerland deutschlandweit um 62 Prozent gestiegen, berichtete unsere Zeitung am Mittwoch.

Heimische Landwirte haben deshalb Probleme, bezahlbare Flächen zu finden. „Es kaufen beispielsweise Firmen aus dem Ausland Ackerland als Wertanlage“, sagt Jörg Mahler von der Sparkasse. Seiner Auskunft nach werden Firmen in den Niederlanden vom Staat subventioniert, wenn sie expandieren. „Die kaufen sich dann in Mecklenburg Ackerflächen und treiben somit die Preise nach oben.“

Haus ist eine sichere Wertanlage

Dennoch sollten Interessierte die Möglichkeit nutzen, sich eine Immobilie zuzulegen. „Ein Haus ist eine sichere refinanzierbare Wertanlage und Altersvorsorge“, so Mahler. „In Zukunft werden Immobilien hier wertvoller, da sich auch der Wohngürtel von Schwerin weiter in die Region ausdehnen wird.“