Gemeindefeuerwehr Ziegendorf : „5 vor 12“ für Stresendorfer Wehr

Beim Brand der Husky-Farm in Ziegendorf konnten kürzlich die Kameraden mit Manpower und Technik helfen. Nun brauchen die Stresendorfer selbst Hilfe, weil Geld fehlt.
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Beim Brand der Husky-Farm in Ziegendorf konnten kürzlich die Kameraden mit Manpower und Technik helfen. Nun brauchen die Stresendorfer selbst Hilfe, weil Geld fehlt.

Ziegendorfer bestätigen neue Feuerwehrstruktur. Tüv für Einsatzfahrzeug läuft ab. Gemeinde fehlt auch für die Straßensanierung Geld

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07. Februar 2018, 21:00 Uhr

Die Kameraden der seinerzeit (noch) Ziegendorfer Ortsfeuerwehr und der beiden Löschgruppen aus den Ortsteilen Pampin und Stresendorf waren bereits am sechsten Tag des Jahres stark gefordert. Um den verheerenden Brand einer Husky-Farm unter Kontrolle zu bringen (wir berichteten), waren in dieser Nacht nicht nur alle verfügbaren Kräfte, sondern auch die zum Teil in die Jahre gekommene Technik unverzichtbar. Vor wenigen Tagen mussten sich nun auch die Gemeindevertreter mit dem Thema Feuerwehren beschäftigen. „Es geht dabei vor allem ums fehlende Geld“, stellt Bürgermeisterin Petra Mannfeld klar. Nachdem in den zurückliegenden Jahren bereits zwei der drei Ortswehren (Pampin und Stresendorf) aufgelöst und in Löschgruppen umstrukturiert wurden, sollte rein formal das Ende der Ortsfeuerwehr Ziegendorf besiegelt werden. Alle Gemeindevertreter waren sich ebenso wie zuvor die aktiven Kameraden aus Ziegendorf einig, ihre traditionsreiche Ortswehr aufzulösen und ebenfalls eine Löschgruppe zu bilden. Die drei Löschgruppen bilden künftig die Gemeindefeuerwehr Ziegendorf mit Silvio Pöhl an der Spitze. Damit entfällt die Zahlung einer monatlichen Aufwandsentschädigung für den Chef einer Ortsfeuerwehr. Im Gegenzug fällt aber eine ähnliche Zahlung für den Leiter der neuen Löschgruppe an.

Doch es kommt noch dicker. „In wenigen Tagen läuft der Tüv für das Einsatzfahrzeug der Löschgruppe Stresendorf ab. Das in die Jahre gekommene Fahrzeug muss dringend ersetzt werden“, so Bürgermeisterin Petra Mannfeld. Doch die Chancen, dieses handfeste und schon länger bekannte Problem kurzfristig zu lösen, stehen schlecht. „Selbst mit Fördermitteln können wir die Anschaffung eines Ersatzfahrzeuges nicht stemmen. Da spielt auch keine Rolle, dass es zu den Pflichtaufgaben der Gemeinde gehört, die Einsatzbereitschaft der Feuerwehren zu sichern“, gibt die Bürgermeisterin frustriert zu bedenken. Ursächlich ist die vorläufige Haushaltsführung. Obwohl die Gemeinde Ziegendorf einen Doppelhaushalt für die Jahre 2017/18 beschlossen hatte, wird von der zuständigen Rechtsaufsicht jeweils nur ein Teilhaushalt genehmigt und das wie im Vorjahr erst zum Jahresschluss. „So kann man einfach nicht wirtschaften. Wir sind weitgehend handlungsunfähig und hängen am Tropf der Politik. Nur mit Sonderzuweisungen unter neuem Namen wären wir in der Lage den Eigenanteil für ein unbedingt notwendiges Einsatzfahrzeug aufzubringen“, gibt Petra Mannfeld zu bedenken. Da ist es kaum hilfreich und wie der berühmte Tropfen auf den heißen Stein, dass mit so genannten Umstrukturierungen der Feuerwehrstruktur an Aufwandsentschädigungen gespart wird. Alles nützt wenig, wenn die Kameraden aus Stresendorf die technische Basis ab Anfang März verloren geht.

Und die Stresendorfer trifft das Finanzdilemma der Gemeinde doppelt hart. „Die marode Gemeindestraße in Richtung Herzfeld kann weiterhin nicht saniert werden. Auch dafür gibt es trotz möglicher Förderung kein Geld für den Eigenanteil. Niemand kann sagen, wann wir unser Versprechen, hier etwas zu ändern, einlösen können“, so Petra Mannfeld.

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