Typisierungsaktion in Parchim : Diagnose Blutkrebs: Spender für Andrea gesucht

Um sich als Spender zu registrieren, muss man zunächst eine Gewebeprobe ins Labor schicken.
Um sich als Spender zu registrieren, muss man zunächst eine Gewebeprobe ins Labor schicken.

Brenzer Firma „Franziska Stolle“ ruft zur Registrierungsaktion für eine dreifache Mutter auf.

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10. Oktober 2019, 20:00 Uhr

Diagnose Blutkrebs. Ein Schock. Auch für eine junge Frau aus Parchim. Die dreifache Mutter benötigt dringend eine Stammzellspende. Die Schwiegermutter der Parchimerin arbeitete 19 Jahre lang bei der Firma Franziska Stolle in Brenz. Dort rief sie an, sprach im Personalbüro vor. „Wir haben kurzerhand mit dem Betriebsrat gesprochen, morgens um 8 Uhr ein Meeting gemacht“, erzählt Betriebsleiter Franz-Jürgen Beneke.

Am Sonnabend geht es um 11 Uhr los

Schnell steht für ihn fest: „Wir helfen Andrea.“ Direkt im Betrieb des Geflügelherstellers wurde eine interne Typisierungsaktion gemeinsam mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei – kurz DKMS – organisiert. „Die Kosten, das sind 35 Euro pro Person, übernehmen wir als Unternehmen“, sagt Beneke. Er würde sich gern selbst registrieren lassen. Ist aber schon 55 Jahre alt. „Dennoch will ich es versuchen, ich bin fit und gesund“, sagt der Betriebsleiter.

Damit möglichst viele geeignete Stammzellspender gefunden werden, findet am morgigen Sonnabend, 12. Oktober, eine öffentliche Registrierungsaktion statt. Von 11 bis 15 Uhr können sich alle im Rathaus Parchim, im Ratskeller am Schuhmarkt 1, registrieren lassen. Und schwer ist das nicht: Getreu dem Werbeslogan der DKMS heißt es: „Mund auf, Stäbchen rein, Spender sein.“

Ein Drittel der Patienten findet Spender in der Familie

Danach dauert es gut sechs Wochen, bis man weiß, ob derjenige als Spender in Frage kommt. „Zuerst werden im Labor die Gewebemerkmale bestimmt. Dies ist ein recht aufwändiges Verfahren, das eben einige Zeit in Anspruch nimmt“, sagt Vanessa Depta von der DKMS. Wichtig ist am Ende, dass Spender- und Adressdaten bei der Organisation vorliegen, damit mögliche Spender auch informiert werden. Schließlich finden nur ein Drittel der Patienten einen geeigneten Spender innerhalb der Familie. Wer am Sonnabend keine Zeit hat, kann sich das Registrierungsset nach Hause schicken lassen.

Schon jetzt haben sich bei der Firma Franziska Stolle zahlreiche Mitarbeiter registrieren lassen. Sie alle wollen Andrea helfen. Die Anteilnahme unter den gut 450 Mitarbeitern ist sehr groß. „Man braucht Anstöße, um so etwas zu machen. Vielleicht aber auch nur ein wenig Zeit und Muße, um sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen“, sagt Stolle-Betriebsleiter Franz-Jürgen Beneke. Er hofft unterdessen, dass das Brenzer Unternehmen mit gutem Beispiel vorangegangen ist. Schließlich könne der Lebensretter von Andrea unter den Spendern sein.

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